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Wurzen Feuerwehr und Rettungssanitäter aus Wurzen proben schweren Unfall
Region Wurzen Feuerwehr und Rettungssanitäter aus Wurzen proben schweren Unfall
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11:53 05.11.2018
Um die eingeklemmte Person im Unfallauto retten zu können, müssen die Kameraden der Feuerwehr das Fahrzeugdach komplett entfernen. Quelle: Frank Schmidt
Wurzen

In Dehnitz bei Wurzen sind an der Kreuzung Am Wasserwerk – Alte Poststraße zwei Pkws in einem Verkehrsunfall verwickelt. Drei verletzte Personen werden gemeldet, zwei davon sind in ihrem Wrack eingeklemmt. Blaulicht und Martinshorn schrecken Einwohner und Passanten in Wurzen und Umgebung auf. Was zum Zeitpunkt am Sonnabend keiner wissen kann: Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr und des Rettungsdienstes rücken zu einer Unfallübung aus. Und, dass in diese aufwendig und authentisch inszenierte Rettungsübung auch der medizinische Dienst vom Krankenhaus Wurzen eingebunden ist. Damit wird nicht nur der Ernstfall simuliert, die Retter in der Not gewähren seltene Einblicke in ihre Arbeit, die im Ernstfall so nicht möglich sind. Die Leipziger Volkszeitung durften den Einsatzkräften ungehindert über die Schulter schauen.

Szenario mit Verletzten und Person unter Schock

„Das Szenario der Übung besteht für uns als Feuerwehr in der Technische Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall mit zwei schwer verletzten Personen“, schildert Ortswehrleiter Tim Rasser die von seinen 19 Kameraden vorgefundene Situation. Ein Verletzter sei bewusstlos, ein zweiter Verletzter könne angesprochen werden und eine dritte Person laufe verwirrt irgendwo in Unfallnähe auf dem Feld umher, stehe also völlig neben sich. „Damit wird eine klassische Schocksituation simuliert“, sagt der Floriansjünger. Die Schwierigkeit bestehe folglich darin, nicht nur die zwei Verletzten in den Fahrzeugen zu betreuen, sondern auch den Verwirrten im Auge zu haben.

Das Zusammenspiel von Bergung und Versorgung proben Feuerwehr und Rettungsdienst bei einem Unfall nahe Dehnitz. Die Aktion war als Übung geplant – was bei der Alarmierung niemand wusste.

Während die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr vier ihrer Einsatzfahrzeuge aufbieten müssen, sind auch zwei Rettungswagen im Einsatz. „Für den Part der medizinischen Betreuung sind Rettungssanitäter im dritten Ausbildungsjahr dabei. Sie werden von einem Lehrrettungsassistenten geführt, der den Handlungsablauf der Auszubildenden genau unter die Lupe nimmt. In der Konsequenz geht es um das Zusammenspiel zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst, was unter anderem die Kommunikation zwischen den beiden Hilfsorganisationen angeht“, sagt Rasser.

Rettungssanitäter übernehmen Erstversorgung

„Die Übung geht dann noch soweit, dass auch dem Krankenhaus in Wurzen eine gewichtige Rolle zukommt“, fährt Rasser fort. Dort werden die Notfallsanitäter vor eine besondere Herausforderung gestellt, denn sie bekommen mit den Rettungsfahrzeugen gleich zwei schwer verletzte Patienten auf einmal eingeliefert. Ihre Aufgabe bestehe darin, nach der Erstversorgung am Unfallort weitere diagnostische Maßnahmen zu ergreifen, um eine endgültige Diagnose stellen zu können.

Zum Augenzeugen dieser sehr realitätsnahen Übung sind Insassen der Buslinie 694 geworden, die am Unfallort nicht vorbei kamen und zum Warten verdammt waren.

Autofahrer halten und bieten Hilfe an

Während eine detaillierte Übungsauswertung intern erfolgt, zieht Thilo Bergt als stellvertretender Kreisbrandmeister eine ganz andere Bilanz. „Beim Herstellen der Unfallsituation mit den zwei Fahrzeugen, die wir dankenswerterweise vom Abschlepp- und Bergedienst Reinhard Otto in Dornreichenbach kostenfrei zur Verfügung gestellt bekamen, haben viele vorbeikommende Autofahrer angehalten, um ihre Hilfe anzubieten – so echt war die Unfallsituation dargestellt worden. Auch diese Hilfsbereitschaft sollte anerkennend erwähnt werden“, schloss Bergt.

Von Frank Schmidt

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