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Feuerwehren trainieren in Wurzen den Notfall

Feuerwehren trainieren in Wurzen den Notfall

 

Wurzen. Die Flüssigkeit war giftig. Ein Mitarbeiter des Unternehmens war verletzt in die Klinik gebracht worden. Besteht Gefahr für die Umwelt? Müssen Anwohner und andere Beschäftigte in Sicherheit gebracht werden? Was überhaupt ist aus dem lecken Fass ausgelaufen? Diese Fragen hatten Feuerwehrleute aus Wurzen, Grethen und Markleeberg-Wachau am Sonnabend zu klären.

In einer Katastrophenschutzübung auf dem Betriebsgelände der Wurzener World Ressources Company (WRC) stellten sie sich den Herausforderungen. Es war diesmal nicht selbstverständlich, dass die Kat-Schutzeinheit in dieser Formation antrat. Angesichts der im Freistaat laufenden Umstrukturierung in diesem Bereich wäre es durchaus verständlich gewesen, wenn mancher Floriansjünger den sonnigen Vormittag privat genutzt hätte. Wie berichtet, hatten die Veränderungen unter anderem zur Folge, dass die Wurzener kein Meßleitfahrzeug mehr haben. Das ging ins Erzgebirge. Auch die Freiwilligen aus Markleeberg-West mussten ihre Technik abgeben. Die Otterwischer, die sich intensiv auf die Arbeit mit einem Erkundungsfahrzeug vorbereitet hatten, sind nun wieder raus. Intern wird viel diskutiert. Theorie und Praxis bilden noch nicht immer eine Einheit. Insofern zollten die Verantwortlichen für Katastrophenschutz vom Landratsamt der Bereitschaft der Feuerwehrleute höchsten Respekt.

Sie beobachteten, wie die rund 60 Kameraden der verschiedenen Wehren auf dem Betriebsgelände der WRC Wurzen zusammenarbeiteten, notierten, was gut harmonierte und Lücken im Ablauf. Die Feuerwehrleute selbst agierten je nachdem, für welche Schwerpunkte ihr Team ausgebildet wurde. Einsatzleiter Chris Fritz: „Das Szenario ist ziemlich realistisch. Wir haben keine künstlich großen Flächen geschaffen, sondern agieren auf engstem Raum.“ Einige Kameraden mussten in kompletter Schutzmontur zum lecken Fass. Zwischen Schläuchen und Fahrzeugen wälzten andere Bücher, um zu erkunden, mit welcher giftigen Flüssigkeit hier umgegangen wurde. So sammelte Christian Richter von der FFw Markkleeberg-Wachau Daten. Was ausläuft sei blau, giftig und brennbar, erklärte der ABC-Fachberater. Vom Unternehmen habe er mittlerweile die konkrete chemische Zusammensetzung bekommen. Jetzt gelte es abzuklären, wie groß der gefährdete Umkreis wäre. Früher hätten sie das vor Ort mit dem Messleitwagen überprüfen können, räumen die Wurzener ein. Jetzt weist Christian Richter an: „Geh über die Leitstelle, die sollen über Memplex prüfen!“ Memplex, eine Software über Gefahrstoffe, habe er vorher auf dem Laptop gehabt, zuckt der Markkleeberger mit den Schultern. „Memplex ist bei der Leitstelle ausgefallen“, kommt wenig später die Antwort. Das koste im Ernstfall alles unnötig Zeit, sind sich die Feuerwehrleute einig. Resignieren jedoch wäre falsch. Sie halten an den Übungen fest, trainieren so, was in Ausbildungen erlernt wurde. Und vielleicht formen sich die Landespläne noch zu einen Gebilde, das in der Praxis bestmögliche Hilfeleistung gewähre. Für Wurzen stünde ja noch ein Fahrzeug aus, mit dem Messwerte vor Ort wieder möglich sind. Und wie Einsatzleiter Chris Fritz bestätigte, stimme auch die gute Zusammenarbeit mit der Kat-Schutzbehörde des Landratsamtes hoffnungsvoll.

Conny Hanspach

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