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Wurzen Finanzier springt ab: Baustopp für neues Altenheim in der Lessingstraße
Region Wurzen Finanzier springt ab: Baustopp für neues Altenheim in der Lessingstraße
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00:29 25.02.2018
Einsam und verlassen: Seit Wochen passiert nichts mehr auf der Baustelle für das neue Alten- und Pflegeheim in der Lessingstraße. Im April soll es hier aber weitergehen. Quelle: Foto: Kai-Uwe Brandt
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Wurzen

Die Neugierde wächst, gerade bei den Anwohnern in der Lessingstraße. Denn seit Wochen drehen sich auf der Baustelle gegenüber weder der Kran noch die Betonmischer. Sogar Materialien und Dixie-Klos verschwanden nach und nach vom Gelände. Daher wollte der Wurzener Tobias Metzner zur Bürgerfragestunde des Stadtrates bereits Anfang Februar von der Verwaltung wissen, ob für das Vorhaben eines Alten- und Pflegeheimes ein Baustopp ausgesprochen wurde. Eine Antwort darauf musste Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) seinerzeit schuldig bleiben.

„Mir ist nichts darüber bekannt, da wir als Volkssolidarität, Regionalverband Wurzen, das Objekt nicht errichten, sondern in Zukunft lediglich Träger der Einrichtung sind“, teilt Geschäftsführerin Ingeburg Fahl auf Nachfrage mit. Ein letztes Gespräch mit dem Bauherren, der Harkai-Projektentwicklung aus Leipzig, gab es am 7. Februar.

Einsam und verlassen: Seit Wochen passiert nichts mehr auf der Baustelle für das neue Alten- und Pflegeheim in der Lessingstraße. Im April soll es hier aber weitergehen. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Licht ins Dunkel der Gerüchteküche bringt indes ein Telefonat mit Chef Markus Harkai. „Ja, es ist richtig, momentan herrscht Baustopp“, klärt der Diplom-Betriebswirt auf. So musste das Unternehmen den Finanzier des Sechs-Millionen-Euro-Vorhabens, die Bank für Sozialwirtschaft, austauschen. Mittlerweile, so Harkai weiter, sprang die Sparkasse Leipzig ein. „Bis allerdings alle Verträge unter Dach und Fach sind, dauert es eben eine Zeit.“ Die „ärgerliche Pause“ soll aber demnächst enden. „Im April geht es definitiv weiter.“ Jedoch verschiebt sich dadurch zugleich die avisierte Inbetriebnahme um ein Vierteljahr.

Wie berichtet, ziehen sich die Pläne für das Alten-und Pflegeheim schon seit längerem hin. Erste Kontakte zwischen der Volkssolidarität (VS) und den Leipzigern erfolgten im Dezember 2012. 2013 unterzeichnete die VS den Mietvertrag über 25 Jahre. Etwa zum gleichen Zeitpunkt verkaufte die Stadt das 5360 Quadratmeter große Areal entlang der Lessing-, Friedrich-Ebert- sowie Theodor-Uhlig-Straße an den Investor. Dieser erhielt schließlich im April 2014 die Baugenehmigung.

Einsam und verlassen: Seit Wochen passiert nichts mehr auf der Baustelle für das neue Alten- und Pflegeheim in der Lessingstraße. Im April soll es hier aber weitergehen. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Im September des Vorjahres starteten dann endlich die Arbeiten für das Gebäude in L-Form mit dem Gießen der Bodenplatte. Den Unterlagen zufolge befindet sich der Haupteingang nach Fertigstellung in Höhe der Lessingstraße. Der Flachbau mit Erd- und zwei Obergeschossen beherbergt später 62 Ein-Bett-Zimmer von circa 22 Quadratmetern sowie fünf Zwei-Bett-Zimmer mit 33 Quadratmetern. Alle verfügen laut VS-Geschäftsführerin Fahl über ein separates, barrierefreies Bad. Ferner entstehen ebenerdig verschiedene Funktions-, Technik- und Gemeinschaftsräume sowie der Speisesaal und das Büro für die Heimleitung. „Alles in allem bietet die Einrichtung 72 Plätze, darunter zwölf für Demenzkranke mit erhöhtem Betreuungsaufwand“, so Fahl. Genügend Parkplätze im Umfeld, Terrassen und Grün runden das Karree ab.

Der Wohlfahrtsverband rechnet übrigens mit dem Einsatz von 25 Pflegekräften. Hinzu kommen sieben Jobs für das Wirtschaftspersonal zuzüglich eines Hausmeisters und anderthalb Stellen für die Verwaltung.

Von Kai-Uwe Brandt

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