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Wurzen Firma aus Erfurt erwirbt ehemaligen Konsum
Region Wurzen Firma aus Erfurt erwirbt ehemaligen Konsum
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13:31 11.01.2012

. Denn hinter den Kulissen gab es eine unverhoffte Wendung. Wie LVZ vom zuständigen Insolvenzverwalter des Konsum-Grundstücks erfuhr, sei das Areal am Macherner Markt an einen anderen Interessenten verkauft worden.

„Zur Zukunft des Objektes ist zu sagen, dass wir das ehemalige Konsum-Grundstück in Machern an einen anderen Käufer veräußert haben", erklärte Michael Schoor, Insolvenzverwalter der Konsumgenossenschaft Sachsen-Nord, auf LVZ-Anfrage. Es sei zwar richtig, dass die Klinik-Interessenten, die hier ein Bettenhaus errichten wollten, ein starkes Interesse an dem Grundstück hatten. „Aber unterm Strich", so der Insolvenzverwalter, „hat uns das alles ein bisschen zu lange gedauert und wir haben uns auch ein wenig als Spielball gefühlt."

Bei dem neuen Käufer, mit dem noch im alten Jahr der Vertrag unterschrieben worden sei, handele es sich um eine Firma aus Erfurt. Diese habe dem Insolvenzverwalter auch ein besseres finanzielles Angebot als die vorherigen Verhandlungspartner gemacht. „Zu konkreten Absichten auf dem Grundstück im Macherner Ortskern möchte sich das Unternehmen allerdings noch nicht äußern. Fest steht aber, dass das Areal für das Vorhaben der Klinik-Investoren aus Bad Säckingen nicht mehr zur Verfügung steht", so Michael Schoor. „Ob damit das gesamte Klinik-Projekt vom Tisch ist, entzieht sich meiner Kenntnis." Bei dem neuen Käufer handele es sich auch nicht um einen Strohmann der Klinik-Interessenten, ist sich der Insolvenzverwalter sicher.

Laut Bürgermeister Frank Lange (CDU) stellt sich der Gemeinderat prinzipiell nicht gegen die Ansiedlung einer privaten Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Gemeindegebiet. In einer meinungsbildenden Vorababstimmung am Montagabend habe sich jedoch gezeigt, dass eine überaus deutliche Mehrheit den Standort des Projektes am Schlossplatz ablehnt. Viele Fragen, zum Beispiel die der Löschwasserversorgung und der Park- und Stellplätze, seien ungeklärt. Auch eine vom Investor ins Gespräch gebrachte Tiefgarage wird mit Blick auf die schwierige Grundwassersituation kritisch gesehen, so Lange. Dem Investor sei im Ergebnis der internen Ausschusssitzung angeraten worden, die laufenden Bauvoranfragen zurückzuziehen und sich stattdessen nach Vorprüfung der im Schlossumfeld wichtigen Denkmalschutz-Belange auf eine mit der Gemeinde vorher abzustimmende Planungsgrundlage zu einigen.

Ob mit dem Konsum-Verkauf an einen gänzlich anderen Interessenten das gesamte Vorhaben obsolet wird, wusste der Rathauschef nicht zu beurteilen. „Der Betreiber will unseren Vorschlag, das Bettenhaus an einem anderen Standort zu errichten, auf jeden Fall prüfen." Weiterhin aktuell sei indes die Absicht, das Kavalierhaus für Klinikzwecke umzunutzen. Lange erklärte, sein vorrangiges Ziel bleibe auch weiterhin, eine Verkaufsstelle im Ortszentrum zu erhalten. „Mit der unverhofften Wendung auf dem Konsum-Grundstück eröffnen sich städtebaulich dafür vielleicht wieder neue Möglichkeiten." Die Verwaltung habe aber noch keine Kenntnis, um wen es sich bei dem neuen Käufer handelt.

Simone Prenzel

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