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Wurzen Flächendeckendes Glasfasernetz für Brandis
Region Wurzen Flächendeckendes Glasfasernetz für Brandis
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00:20 13.07.2018
Die Brandiser bekommen schnelles Internet. Quelle: Vodafone
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Brandis

Aufatmen können alle Brandiser, die sich superschnelle Internetverbindungen wünschen. Die Deutsche Glasfaser AG (DG) wird die Stadt und all ihre Ortsteile flächendeckend mit den modernen Kabeln ausstatten, die Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabyte pro Sekunde zulassen. Bürgermeister Arno Jesse (SPD) spricht von einem Meilenstein.

Bei der Nachfragebündelung, die um einen Monat verlängert worden war, haben sich 42 Prozent der Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern für Glasfaseranschlüsse entschieden, zwei Prozent mehr als nötig. Damit ist der Startschuss für das Unternehmen aus Borken an der holländischen Grenze gefallen. „Ende August, Anfang September beginnen wir mit den baulichen Aktivitäten“, kündigte Regionalmanager Michael Kölling bei einem Pressetermin am Dienstagnachmittag im Brandiser Rathaus an.

Verträge mit 1443 Grundeigentümern

Jeder der 1443 Grundeigentümer, der mit der DG einen Vertrag abgeschlossen haben, erhält das Breitbandkabel kostenlos ins Haus gelegt, wobei in der Regel sogenannte Erdraketen verwendet werden, um die Bepflanzung in den Vorgärten zu schonen. „Noch können weitere Interessenten zu uns stoßen“, versicherte Kölling. „Wer sich aber erst für ein Glasfaserkabel entscheidet, wenn unser Bagger schon an seinem Haus vorbei ist, der muss für den Anschluss bezahlen.“ Die Erfahrung in anderen Kommunen habe gezeigt, dass manche erst auf den Zug aufspringen, wenn sie Bauaktivitäten im Ort sehen. Ab Mitte August sei der Servicepunkt der Deutschen Glasfaser AG am Markt wieder geöffnet, um sich zu informieren oder Verträge abzuschließen.

Ausgeklammert wurden vorerst die Mehrfamilienhäuser von Brandis, dort ließ sich die Schwelle von 40 Prozent Zustimmung nicht erreichen. Viele Bewohner, so Kölling, seien an Fernsehkabel oder Antennengemeinschaften angeschlossen; es fiele ihnen schwer, sich umzuorientieren. „Derzeit befinden wir uns in Gesprächen mit den beiden hiesigen Wohnungsgesellschaften. Ziel ist es, eine Lösung für die Mieter bis Ende des Jahres umzusetzen“, erklärte er.

Innerhalb zwölf Monaten fertig

„Für uns ist der Glasfaserausbau enorm wichtig“, betonte Jesse. „Hätten wir ihn selber unternommen, hätte uns das 15 Millionen Euro gekostet, so viel, wie unser ganzer Jahresetat.“ Selbst mit Fördermitteln wäre das nicht zu stemmen gewesen. Zwar sei es richtig, dass der Landkreis jetzt für die Kommunen die Verbesserung der digitalen Infrastruktur in die Hand nehmen will. „Aber darauf müssten wir drei bis Jahre warten“, mutmaßte der Bürgermeister und fügte an: „Ich bin froh, dass wir jetzt die Chance haben, innerhalb von zwölf Monaten Glasfaser in die Straßen zu bekommen.“

Kritik sah er sich in der Vergangenheit ausgesetzt, weil er sich so stark für die DG eingesetzt hatte. „Ich hätte das genauso für die Telekom getan“, versicherte er. Doch diese hat erst jetzt, möglicherweise aus Konkurrenzdruck, ihre Aktivitäten in Brandis verstärkt. Allerdings bietet sie das sogenannte Vectoring an, das nur Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit zulässt. Schon in naher Zukunft aus Sicht vieler Fachleute zu wenig.

Zweiter Anlauf

Wie wichtig der Stadt das Thema ist, zeigte sie bereits im Juni, als sie mit der DG einen Vertrag schloss. Dieser sieht Glasfaser-Direktanschlüsse für zwölf kommunale Einrichtungen vor – vom Rathaus über Kindertagesstätten und Schulen bis hin zu den Feuerwehren. Gerade für den Nachwuchs sei der Umgang mit digitalen Medien eine Grundvoraussetzung für ihre berufliche Qualifikation, sagte Jesse damals.

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt die erste Chance für einen Glasfaserausbau verpasst. Damals wollte die NGN Telecom GmbH aus München flächendeckend superschnelles Internet zur Verfügung stellen, falls sich mindestens 60 Prozent der Haushalte dafür entscheiden. Bei der Befragung kamen aber nur 30 Prozent zusammen.

Insofern war die Latte jetzt etwas niedriger gehängt. Die größte Nachfrage kam aus den Ortsteilen Polenz, Waldsteinberg und Wolfshain.

Von Frank Pfeifer

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