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Wurzen Fliegenpilz hält Einzug ins Wappen
Region Wurzen Fliegenpilz hält Einzug ins Wappen
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18:18 03.12.2012
Klaus Büchner wandert mit über 60 Leuten von Kössern bis Erlln. Quelle: Cornelia Braun
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Grimma/Kössern

Über 60 Wanderfreunde beteiligten sich daran und bedankten sich bei ihm für das Wanderjahr mit einem Adventsgeschenk. „Wolfgang Dietrich von Erdmannsdorff, Oberhofjägermeister und Ältestenminister am Hofe Augusts des Starken, ist es zu verdanken, dass das Jagdhaus 1709 in Kössern errichtet wurde", erzählte Klaus Büchner. Er berichtete, dass Kössern ab 1772 im Besitz der Familie von Abendroth war. Eine Sanierung des Jagdhauses erfolgte 1970. Heute betreue es der Dorfentwicklungs- und Kulturverein Kössern/Förstgen. Während sich das Jagdhaus zu einer Kulturstätte entwickelt habe, sind das Herrenhaus und die Wirtschaftsgebäude in einem schlechten Zustand. Dagegen sind die Wohnhäuser, die Erdmannsdorff im 18. Jahrhundert errichten ließ, um Handwerker anzusiedeln, in einem sehenswerten Zustand. Zum ehemaligen Rittergut gehörten auch über 200 Hektar Land. Bevor dieses durchstreift wurde, musste eine Bahnlinie überquert werden. Hier war äußerte Vorsicht geboten, da die Strecke schlecht einsehbar war. Kaum hatte Büchner darauf aufmerksam gemacht, raste auch schon die Regio-Bahn vorbei. Von der Jagdleidenschaft der Adelsfamilie zeugten dagegen der Pavillon, der Erdmannsdorff (1648 bis 1723) gewidmet ist, und Hundegräber in Thümmlitzwalde. „Für manche ist heute das Auto das Liebste, früher waren es die Hunde", fügte der 73-jährige Büchner schmunzelnd hinzu. Schon ging es weiter entlang der Freiberger Mulde, an die sich Erlln anschmiegt. „Bis ins 19. Jahrhundert waren viele Bewohner Leinbleicher, später Ritterguts-, Fabrik- und Bahnarbeiter", so der ehemalige Lehrer. Nach der Überflutung 2002 und der anschließenden Sanierung ist Erlln heute schöner denn je. Von der Flut betroffen war auch das Sportlerheim an der Freiberger-Muldebrücke 1 in Sermuth, die nächste Station der Wanderfreunde. Von hier konnte die Vereinigung der Zwickauer und Freiberger Mulde in Augenschein genommen werden, die sich am sogenannten Fliegenpilz vereinigen. „Der Pilz entstand in den 30er Jahren. Jugendliche errichteten ihn einst. Von den Mitarbeitern des Pumpwerkes, das sich in unmittelbarer Nähe befindet, wurde er in den 60/70er Jahren aus Stahl erneuert", erzählte der Gästeführer. Selbst das Hochwasser überlebte der Pilz und ist heute im Wappen von Sermuth enthalten. „Wie im Fluge waren die vier Stunden vergangen", meinte Dieter Sigulla (67). Es sei immer wieder eine gelungene Kombination zwischen Bewegung an der frischen Luft und Wissenswerten. Das sah Jochen Mielke (73) nicht anders. „Für mich sind die Wanderungen mit Klaus Büchner immer wieder interessant", meinte er. Der Kössener freute sich schon auf die nächste Wanderung. Dann geht es im März in versteckte Dörfer im Oberland, unter anderem nach Samoa. „Samoa" heißt seit Jahrzehnten ein Flecken von drei Wohnhäusern und vier Familien in der Senke von Golzern und Bröhsen. Die Wanderung von Kössern nach Erlln wird am 5. Dezember noch einmal wiederholt. Treffpunkt ist 10 Uhr am Jagdhaus Kössern.

Cornelia Braun

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