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Flüchtlinge malern ehemaligen Beuchaer Jugendclub

Deutschkurs startet Flüchtlinge malern ehemaligen Beuchaer Jugendclub

Erste Deutschkenntnisse werden den Bewohnern der Beuchaer Flüchtlingsunterkunft vor Ort vermittelt. Dazu startet im ehemaligen Jugendclub ein mehrwöchiger Kurs. Bevor die Teilnehmer hier sechs Stunden täglich erste Bekanntschaft mit der deutschen Sprache schließen, haben auch die Flüchtlinge selbst zum Pinsel gegriffen und den Raum gemalert.

Mostafa Hajizadeh (24) und Aliveza Talebpoor (21) malern den ehemaligen Beuchaer Jugendclub. Hier startet in wenigen Tagen ein Deutschkurs, bei dem neben weiteren Bewohnern der Beuchaer Gemeinschaftsunterkunft auch die beiden Iraner auf der Schulbank sitzen.

Quelle: Thomas Kube

Brandis/Beucha. Im ehemaligen Beuchaer Jugendclub riecht es nach frischer Farbe. Auf der Leiter stehen Aliveza, Mostafa und Mehran. Die drei jungen Männer wohnen seit Dezember in der Gemeinschaftsunterkunft in Beucha. „Sie waren sofort bereit mit anzupacken, als wir um Unterstützung beim Malern gebeten haben“, berichtet Antje Busch-Sandmann, Integrationsbeauftragte der Stadt Brandis. Die Stadträtin steckt selbst in der Malerkluft und freut sich über die Hilfe der drei jungen Iraner. „Yes, I’m a painter“, erklärt Mostafa Hajizadeh (24) in gebrochenem Englisch, während er für letzte Pinselstriche auf die Leiter steigt. „Dass zu dem Trio sogar ein ausgebildeter Maler gehört, hat natürlich geholfen und wir sind dadurch richtig gut vorangekommen“, ergänzt Brit Gappa von der Volkshochschule Muldental. Der Raum in der August-Bebel-Straße wird derzeit für den Deutschkurs hergerichtet, der am 17. März für 36 Flüchtlinge starten soll.

„Sprachkenntnisse sind der Schlüssel, dass Integration überhaupt möglich wird“, meint der Brandiser Bürgermeister Arno Jesse. „Die Kommune hat sich sehr dafür eingesetzt, dass ein Deutsch- und ein Alphabetisierungskurs direkt vor Ort in Beucha erfolgen können“, erzählt Thomas Friedrich. Der Direktor der Weiterbildungsakademie des Landkreises Leipzig (WALL), verantwortlich für die Volkshochschul-Standorte, hatte die VHS frühzeitig für Sprachkurse ins Spiel gemacht. Bei Landrat Henry Graichen (CDU) stieß sein Vorstoß auf offene Ohren. Der Landkreis finanziert für alle Neuankömmlinge, egal aus welchem Land sie stammen, den Einstieg in die deutsche Sprache. „Eigentlich werden die Kurse nur für Menschen aus sogenannten unsicheren Herkunftsländern – zum Beispiel Syrien, Iran und Irak – gefördert. Der Kreis möchte diese Kurse aber allen ermöglichen, denn ohne Verständigung ist ein Ankommen schwer machbar“, meint Britt Gappa, die den Club ebenfalls mit malert. Normalerweise finden die Kurse in Wurzen oder Grimma statt. „Es spart uns aber allen Kosten, wenn die Flüchtlinge vor Ort lernen können“, so die Verantwortliche der VHS. Dann müsse der Kreis nicht jedem die Busfahrt zahlen. Blieb noch die Raumfrage. Laut Jesse sei es mit tatkräftiger Unterstützung vieler Partner gelungen, auch hierfür eine Lösung zu finden. Allen voran sei dies der VHS, der katholischen Kirche, der Integrationsbeauftragten und dem Flüchtlingshilfeverein zu verdanken. Durch ein breites Zusammenwirken aller Beteiligten sei es möglich, die Alphabetisierungskurse im Gemeindesaal der katholischen Kirche und die Sprachkurse im ehemaligen Jugendclub zu starten. „Die Kirche stellt ihren Raum ebenso mietfrei zur Verfügung wie wir als Stadt den Jugendtreff. Lediglich die anfallenden Betriebskosten muss die VHS tragen.“ Die Malerfarbe spendierte das Unternehmen GIMA aus Beucha.

Mit ihren Vornamen haben sich die  jungen Iraner an der Wand verewigt

Mit ihren Vornamen haben sich die jungen Iraner an der Wand verewigt.

Quelle: Thomas Kube

„Die Flüchtlinge sollen sich in einfachen Worten verständigen können – an der Supermarktkasse, beim Arztbesuch oder in der Schule, in die ihre Kinder vielleicht gehen“, erläutert Britt Gappa. Die Teilnahme an dem Angebot sei freiwillig. Flüchtlinge können sich in Listen eintragen oder werden über die Sozialarbeiter vermittelt. Aus bisherigen Kursen berichtet Brit Gappa, dass das Interesse am Erlernen der deutschen Sprache sehr hoch sei. Den meisten Teilnehmern attestiert sie Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. „Desinteresse oder Fernbleiben können wir für unsere VHS nicht bestätigen. Wenn ein Kurs mit 25 Flüchtlingen startet, schaffen es im Durchschnitt etwa 15 zur Prüfung.“ Unterrichtet wird täglich sechs Stunden. Der Kurs im Jugendclub dauert knapp drei Monate und endet mit dem sogenannten A-1-Abschluss, der niedrigsten Stufe. Wer nicht lesen und schreiben kann oder die lateinischen Schriftzeichen nicht beherrscht, wird dem Alphabetisierungskurs zugeteilt. Dieser vermittelt täglich drei Stunden erste Grundlagen. Der Kurs im Gemeindesaal der katholischen Kirche begann für 24 Flüchtlinge bereits diese Woche.

Von Simone Prenzel

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