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Wurzen Flüchtlingskinder in Tanndorf – Integration ist ganz wichtig
Region Wurzen Flüchtlingskinder in Tanndorf – Integration ist ganz wichtig
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00:42 20.04.2018
Ministerieller Rundgang: Petra Köpping (Mitte) macht sich ein Bild von der Unterbringung der Flüchtlingskinder und kommt mit ihnen ins Gespräch. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Colditz/Tanndorf

Auf dem Gelände des Bildungs- und Sozialwerkes (BSW) Muldental in Tanndorf haben 16 minderjährige Flüchtlinge ein Wohnheim bezogen und damit ein neues Zuhause bekommen. Dafür wird ein leer stehendes Gebäude des Ausbildungskomplexes genutzt, in dem acht möblierte Zweibettzimmer zur Verfügung stehen. Das BSW reagierte damit auf eine entsprechende Anfrage des Landkreises, um unbegleitete Kinder und Jugendliche aus Kriegsgebieten in Deutschland unterzubringen. Grundlage dafür bildet eine Neuregelung vom November vergangenen Jahres zur Verteilung von Flüchtlingen auch im Landkreis.

„Wir sahen uns vor einer großen Herausforderung. Zwar haben wir Erfahrungen mit Jugendlichen, aber die Betreuung und Inobhutnahme von Flüchtlingskindern ist etwas Besonderes“, sagte BSW-Chef Christian Kamprad. Die Hauptaufgabe bestehe darin, „die Kinder und Jugendlichen in ihrer neuen Heimat einzugliedern.“ Das Organisieren eines strukturierten Tagesablaufes sowie das Erlernen der deutschen Sprache stehe ganz oben auf der Agenda zur Integration. „Bereits kurz nach Eintreffen der Jugendlichen wurde mit dem Sprachunterricht durch BSW-Mitarbeiter begonnen. Inzwischen“, so freut es Kamprad, „besuchen alle Heimbewohner einen Sprachkurs in einer Schule.“

Nicht minderwichtig seien Bemühungen, Familienangehörige der Teenager in Deutschland zu finden. Bis dahin werde für sie ein Vormund bestellt. Inzwischen seien auch Kontakte zu regionalen Vereinen geknüpft worden, um auch eine gesellschaftliche Integration zu fördern. Kamprad und sein Team sehen sich ebenso in der Pflicht, neben der häuslichen Unterbringung auch die berufliche Eingliederung der Jugendlichen zu fördern, wofür es – strukturell gesehen – im BSW optimale Bedingungen geben würde.

„Tanndorf ist inzwischen eine von vielen Einrichtungen in Sachsen, in denen Flüchtlinge professionell betreut werden“, konstatierte die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (SPD). Bei ihrer Stippvisite zur Eröffnung des Wohnheimes betonte sie, „dass es aber nicht nur die Objekte an sich sind. Ich sehe vielmehr auch die dort tätigen Menschen, die mit viel Herzblut an das Thema herangehen. Und der Lohn für ihr leidenschaftliches Engagement ist zu erleben, wie sich diese zum Teil durch Kriegserfahrung traumatisierten jungen Menschen entwickeln und einleben“, sagte die Landespolitikerin. Allerdings räumte sie ein, dass es bei Lehrern für die Sprachausbildung Engpässe gibt. „Das ist mir auch hier in Tanndorf bestätigt worden. Aber daran arbeiten wir, um die vielen noch im Ehrenamt tätigen Lehrer in den DaZ-Klassen entlasten zu können, denn der Freistaat stellt ja weitere Lehrkräfte ein.“ Trotz rückläufiger Zahlen bei den zurzeit ankommenden Flüchtlingen habe sich die Arbeit in ihrem Ministerium nicht verringert, erklärte die Ministerin. „Im letzten Jahr hatte uns vornehmlich die Unterbringung beschäftigt. Jetzt konzentrieren wir uns auf das Thema der Integration. Und dafür sind solche Einrichtungen wie hier in Tanndorf wichtige und wertvolle Partner.“

Von Frank Schmidt

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