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Wurzen Förderung für Altenhainer Turnhalle platzt
Region Wurzen Förderung für Altenhainer Turnhalle platzt
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14:04 15.01.2019
Müsste dringend saniert werden: die Altenhainer Turnhalle. Durch einen Gang ist sie mit dem Feuerwehrgerätehaus rechts von ihr verbunden. Quelle: Frank Pfeifer
Trebsen/Altenhain

Geplatzt ist die Förderung für die Sanierung der Altenhainer Turnhalle. Damit scheiterte der zweite Anlauf, das Projekt mit einem Volumen von einer Million Euro in Angriff zu nehmen. Bürgermeister Stefan Müller (CDU) will die Flinte aber nicht ins Korn werfen und alle Hebel in Bewegung setzen, eine Lösung zu finden.

Förderrichtlinie ändert sich

Über das sächsische Programm „Vitale Dorfkerne“ hatte die Stadt Zuwendungen in Höhe von 75 Prozent der Gesamtkosten erwartet, also 750.000 Euro. Vergangenen Freitag erfuhren Müller und Bauamtsleiterin Marika Haupt jedoch im Landratsamt von einer Änderung der Förderrichtlinie. Laut dem neuen Aufruf des Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft an die Kommunen, für das Programm Anträge zu stellen, dürfen Sporthallen grundsätzlich nicht mehr bezuschusst werden. „Im Aufruf vom Februar 2018 waren sie noch vertreten, darauf hatten wir vertraut“, sagte Haupt am Montagabend im Technischen Ausschuss.

Trebsen Bürgermeister Stefan Müller will die Flinte beim Thema Turnhalle nicht ins Korn werfen. Quelle: Thomas Kube

Förderfähig seien hingegen Begegnungsstätten. Und um eine solche handelt es sich aus Haupts Sicht auch bei der Altenhainer Kombination von Turnhalle und Feuerwehr, die beide über einen Gang miteinander verbunden sind. „Neben dem Vereinssport laufen dort Veranstaltungen, zum Beispiel kulturelle, für Rentner und zur Information der Bürger durch die Stadt.

Es gibt Ausstellungen, der Technische Ausschuss tagte schon da draußen. Nicht zuletzt nutzen die Schachspieler die Räume“, zählte sie auf. Mag sein – „das Ministerium sieht in Altenhain dennoch nur eine Vereinssporthalle“, gab sie enttäuscht bekannt.

Abgeordnete entsetzt

Mit Entsetzen nahmen die Abgeordneten die Nachricht auf. „Das lässt sich nicht verstehen. Gerade eine Sporthalle, die Feuerwehr und Vereine machen einen vitalen Dorfkern aus“, sagte Birgit Bendix-Bade (Gemeinsame Zukunft). Und Steffen Slowik (CDU) gab zu bedenken: „Wir haben schon eine fünfstellige Summe Steuergeld für die Planung ausgegeben.“ Es sei wichtig, das Projekt schnell hinzubekommen.

Bürgermeister sucht Gespräche mit Verantwortlichen

Bürgermeister Stefan will jetzt zügig das Gespräch mit den Verantwortlichen im Ministerium und im Landratsamt führen. „Ziel muss es sein, doch noch dieses Jahr in das Förderprogramm hineinzukommen“, erklärte er.

Grundsätzlich denkbar wären laut Haupt auch Beihilfen über die Sportstättenförderung des Freistaats. „Doch da würden wir nur 50 Prozent der Kosten erhalten“, winkt sie ab. Einen Eigenanteil von 500.000 Euro könne Trebsen nicht stemmen.

Schon erster Anlauf scheiterte

Die günstigsten Konditionen bot ursprünglich das Leader-Programm der Europäischen Union, nämlich einen Fördersatz von 80 Prozent. Wegen der zahlreichen Anträge aus der Region reichte das zur Verfügung stehende Budget aber bald nicht mehr aus. „Deshalb wurde umgeschichtet, wobei die kostenintensive Altenhainer Turnhalle ganz heraus fiel. Durch sie wären viele andere kleinere Projekte blockiert worden“, erläuterte Haupt.

Als „halbe Katastrophe“ bezeichnete Volker Killisch (Wählergemeinschaft Altenhain) den Werdegang. „Als wir aus Leader ausgestiegen sind, sagten Kritiker, das Ganze würde nie was“, rekapitulierte er. „Nun haben sie Recht.“

Sanierung überfällig

Eine Sanierung der Halle hält die Stadt für dringend erforderlich. Das Parkett ist hinüber, Elektrik und Beleuchtung sind veraltet. Die Heizung leckt, es fehlt ein barrierefreier Zugang, die Wände haben keine Dämmung.

Von Frank Pfeifer

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