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Wurzen Förderverein Mittleres Muldegebiet pflanzt im Stadtwald Wurzen die Fichte
Region Wurzen Förderverein Mittleres Muldegebiet pflanzt im Stadtwald Wurzen die Fichte
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14:29 03.05.2017
Das kostet Überwindung: Forstbetriebsleiter Andreas Padberg (r.) pflanzt gemeinsam mit seinem Chef, Staatsminister Thomas Schmidt (2.vl.) sowie mit Vertretern der Landes-, Kreis und Kommunalpolitik die Fichte als Baum des Jahres. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Wurzen

Die von der Forstwirtschaft als „Brotbaum“ bezeichnete Fichte ist Baum des Jahres 2017. Folglich holte sich der Förderverein Mittleres Muldegebiet dieses Nutzholz wieder in den Stadtwald und setzte damit seit 28 Jahren die Tradition fort, auf diesem Areal den aktuellen Baum des Jahres in die Erde zu bringen.

Konkreter Standort ist die als Hauptachse des Stadtwaldes bekannte Allee der Bäume. „Wir erleben es ja täglich, dass dieser Weg bei Radfahrern, Spaziergängern und Läufern sehr beliebt ist“, freut sich der Vereinsvorsitzende Gerd Winkler auf der einen Seite. „Auf der anderen Seite beklagen wir nach wie vor die Ignoranz und den Vandalismus einiger Zeitgenossen. Erneut mussten wir große Mengen Müll aus dem Stadtwald beräumen und ohne Sinn und Verstand demolierte Schilder reparieren oder ersetzen“, fand Winkel deutliche Worte. Denn für die Kosten muss der Verein aufkommen, der zumeist nur von Spenden lebt. Und bei dieser Gelegenheit mahnte er vor Vertretern der Landes-, Kreis und Kommunalpolitik eine noch bessere finanzielle und materielle Unterstützung durch umliegende Kommunen an, deren Einwohner dieses Kleinod schließlich als Oase der Erholung zu nutzen wissen.

Großen Dank zollte Winkler den vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich für die Flora und Fauna im Stadtwald engagieren. Eine Wertschätzung, der sich auch der ebenfalls anwesende Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt (CDU), anschloss. Davon durfte sich zurecht der seit Jahrzehnten aktive Hobbyornithologe Karl-Friedrich Oehmischen angesprochen fühlen. „Wir haben hier zu 70 Prozent die Kohlmeise sowie einige Blaumeisen, für die ich über 30 Nistkästen angebracht habe und seit vielen Jahren regelmäßig betreue“, sagte der 73-Jährige. Der Vogelbestand habe sich so gut entwickelt, dass es seiner Ansicht nach weit mehr Nistkästen sein könnten, deren Betreuung aber seine Kräfte übersteigen würde. Nachwuchs ist also gefragt, so die versteckte Botschaft.

Als nachwachsenden Rohstoff hat die ertragsreiche Fichte für den Forstwirt und die Bauindustrie einen traditionell hohen Stellenwert, weshalb sie eben auch als Brotbaum bezeichnet wird. Dem Leiter des Staatsforstbetriebes, Andreas Padberg, koste es dennoch Überwindung, ausgerechnet im Forstbezirk Leipzig Fichten zu pflanzen. „Wir investieren pro Jahr etwa eine Million Euro, um den Fichtenwald in einen Laubwald umzuwandeln, weil im Zuge des Klimawandels die Fichte in unserer Region keine Zukunft hat“, ließ Padberg aufhorchen. Doch darüber hinaus, also in den Kammlagen des Erzgebirges und in Süddeutschland hat die Fichte eine herausragende Rolle. „Dort macht sie den Schwerpunkt des Holzvorrates aus, in Sachsen etwa 34 Prozent der Baumartenfläche, so dass wir die Fichte noch sehr, sehr lange haben werden, nur eben nicht bei uns in Nordwestsachsen“, betonte Padberg.

Zur Geschichte der Fichte erzählte der Experte, dass sie ab 1800 künstlich durch den Menschen eingebracht wurde. Man brauchte ein anspruchsloses und relativ schnell wachsendes Holz, um die devastierten, also zerstörten Wälder wieder aufzuforsten. „Und damit besonders eng verbunden ist Johann Heinrich Cotta, er gilt als Begründer einer modernen und nachhaltigen Forstwirtschaft“, zog Padberg sinnbildlich den Hut vor ihn.

Von Frank Schmidt

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