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Förderverein finanziert Kindern eine Ferienreise in die Einsamkeit

Kinder- und Jugendzentrum Wurzen Förderverein finanziert Kindern eine Ferienreise in die Einsamkeit

Für acht Tage in die Einsamkeit Schwedens durften sechs Jungen und Mädchen des Kinder- und Jugendzentrums Wurzen dank des Fördervereins. Jetzt kamen sie mit vielen Eindrücken zurück. Aber ebenso begeisterte das umfangreiche Angebot der Einrichtung mit dem Ferienpass über drei Wochen. Pro Woche nahmen daran 48 Kinder teil.

Inmitten der Einsamkeit: Für die sechs Teilnehmer wurde die Reise nach Schweden zu einem Erlebnis. Denn Langeweile kam während der acht Tage nie auf.

Quelle: privat

Wurzen. Inmitten der Natur und fern der Heimat – den Wunsch erfüllte der Förderverein des Kinder- und Jugendzentrums Wurzen (KiJuWu) in der Alten Nischwitzer Straße sechs Mädchen und Jungen. Erst vor wenigen Tagen kamen sie mit Betreuer Thomas Graul und vielen Eindrücken zurück aus Schweden.

Acht Tage lang verlebten sie in der Provinz Värmland, nahe der norwegischen Grenze, einen Teil ihrer Sommerferien. Weit und breit nur Wald. Bis zum Einkaufen mussten sie 50 Kilometer fahren, der nächste Nachbar wohnte zwei Kilometer entfernt. „Untergebracht waren wir in einem Torp in Bortan-Gunnarskog“, erzählt KiJuWu-Leiter Graul. Torp ist der schwedische Begriff für einen einsam gelegenen Bauernhof mit Haus und Scheune. Doch langweilig wurde es den Wurzenern nie – auch dank des Vermieters Harald Gaard. „Der Gastgeber unseres Jugendcamps, welches der Förderverein finanzierte, stammt aus Norwegen, wohnt in Schweden und spricht perfekt deutsch.“ Außerdem, so Graul, konnte er seine jungen Gäste begeistern. Unter anderem mit Quadfahren. Zu den Höhepunkten des Urlaubs gehörten eine Spiele-Rallye, Reiten, ein Ausflug per Motorboot, Wanderungen, Angeln, der Besuch des Nationalparks Finnskogen sowie des Eda-Skans-Museums, einer Gedenkstätte des Zweiten Weltkrieges. Jedenfalls sei das Sextett der Muldestadt „hellauf begeistert gewesen und wollte am liebsten von Harald Gaard adoptiert werden“ resümiert Graul die jüngste Reise per Bus.

Doch ebenso könne sich die Bilanz des Ferienpasses der Einrichtung der Kindervereinigung Leipzig sehen lassen. Für 15 Euro pro Person und Woche bot das KiJuWu ein abwechslungsreiches Programm. In jeder der drei Wochen, so Graul, nutzen 48 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 17 Jahren das Angebot. „Ich hätte mir allerdings gern noch mehr Teilnehmer gewünscht“, gibt er unumwunden zu. Auf die Hitliste setzen die Mädchen und Jungen übrigens die Stippvisite in den Sonnenlandpark Lichtenau vor den Toren Chemnitz’, der mit dem Wasser-Matsch-Paradies oder der neuen Krananlage für Furore bei den Muldestädtern sorgte. Ebenfalls ganz weit vorn rangierte der Kletterwald Lützen (Burgenlandkreis), vor allem durch den tollen Service. „Hier würden alle noch einmal gern hin.“ Nicht zuletzt begeisterten die Go-Kartbahn in Grimma und der Freizeitspaß in der Sportmühle Nischwitz mit Bowling, Minigolf und Badminton.

Demnächst geht es dann für Graul in den Urlaub. Doch nicht nur darauf freut er sich. Denn ab 15. August bekommt er eine neue Kollegin. Immerhin hatten den personellen Zuwachs die Stadtverwaltung und die Kindervereinigung bereits Anfang des Jahres versprochen und ihr Wort nun gehalten. An der Seite Grauls steht in Zukunft Melissa Kondratjew. Die 27-Jährige schloss ihr Studium an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig mit dem Bachelor of Art für Soziale Arbeit ab.

Die zweite gute Nachricht: Auf dem Gelände der ehemaligen Fabrikantenvilla in der Alten Nischwitzer Straße können Volleyballer jetzt auch baggern, pritschen und schmettern. Den Platz verdankt die Kindervereinigung einer Spende des Lions-Clubs Wurzen „Graf Lindenau“.

Von Kai-Uwe Brandt

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