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Wurzen Frauenverein Luise will ruinöse Scheune wieder auf Vordermann bringen
Region Wurzen Frauenverein Luise will ruinöse Scheune wieder auf Vordermann bringen
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16:25 07.04.2017
Bröckelnder Putz und desolates Dach: Mit 50 000 Euro will der Frauenverein den Schandfleck zu einem ansehnlichen Schmuckstück verwandeln.
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Wurzen/Roitzsch

Über

Heute ist das Haus nicht nur kultureller Mittelpunkt über die Grenzen des Wurzener Ortsteils hinaus, sondern ebenso Treffpunkt für Jung und Alt. Am 3. Oktober 2013 erfolgte die Einweihung. Wenig später – im Sommer 2014 – entstand auf dem 3000 Quadratmeter großen Areal dahinter ein Bewegungspark mit Dschungelbrücke und Balancierbalken. Bereits damals fiel Ferls kritischer Blick auf die desolate Scheune. „Die Vereinsmitglieder haben sich also hingesetzt und über verschiedene Ideen gesprochen.“ Die Spanne der Vorschläge reichte vom eventuellen Komplettabriss, dem Erhalt der Grundmauern – ähnlich wie beim Rittergut in Großzschepa – bis hin zum Erhalt durch Sanierung. Letztlich entschied sich die Gemeinschaft für die letzte Variante – „eben auch unter dem Aspekt der möglichen Ressourcen“.

Nachdem Ferl die Planungsunterlagen des Wurzener Büros Andreas Kewitz beim Landratsamt einreichte, erhielt sie Ende 2016 die Baugenehmigung aus Borna. Im Februar beantragte die Luise-Chefin beim Leader-Koordinierungskreis der Region Leipziger Muldenland die Fördergelder. Das Gremium verabschiedete Mitte März allein 23 Vorhaben mit einem Zuschussvolumen von 1,3 Millionen Euro. Dazu gehören neben der Scheune Roitzsch unter anderem der Abbruch des Nebengebäudes „Dreiseithof Sachsendorf“, in der Gemeinde Lossatal das multiple Haus Körlitz und die Neugestaltung der Spielplätze in Frauwalde, Müglenz, Dornreichenbach und des Platzes an der Linde in Hohburg sowie in Thallwitz die „Verbesserung der Kirche Böhlitz“.

Die neue Hülle der Scheune in Roitzsch kostet jedenfalls 50 000 Euro. 80 Prozent der Gesamtsumme übernimmt das Programm der Europäischen Union, den Rest stemmt der Frauenverein aus eigener Kraft. Daher verzichtet der Bauherr auf Luxus. Wichtig sind Ferl zufolge ein dichtes Dach, Putz innen und außen sowie Elektrik für Licht. Darüber hinaus erhält der frühere Speicher einen Kiesfußboden. Weder Heizung noch ein Wasseranschluss würden installiert, fügt die frühere SPD-Stadträtin an. Dies sei auch nicht vonnöten. Immerhin soll die Scheune zu einem Drittel als Lagerfläche dienen und zu zwei Dritteln als Ausstellungsraum für ländliche Geräte. „Es gibt ferner die Vorstellung einer kleinen Werkstatt für Fahrräder und alten Mopeds.“

Wann die Arbeiten beginnen, kann Ferl im Moment nicht sagen. Nur so viel: „Sobald wir den Fördermittelbescheid in den Händen halten, wollen wir loslegen.“ Da mit dem Schreiben nicht gleich Geld aufs Baukonto fließt, hilft die Stadtverwaltung Wurzen aus. Sie schießt die 50 000 Euro erst einmal vor. Der Finanzausschuss und Ortschaftsrat Roitzsch gaben hierfür bereits ihr Okay. Die endgültige Entscheidung fällt der Stadtrat zu seiner Sitzung am Dienstag. Natürlich hofft Vereinschefin Ferl auf ein klares Mehrheitsvotum.

Von Kai-Uwe Brandt

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