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Freibadverein Burkartshain wirft nach fünf Jahren das Handtuch

Zerwürfnis Freibadverein Burkartshain wirft nach fünf Jahren das Handtuch

Der Schwimmmeister wollte keinen Kontakt, die Fachabteilung im Stadthaus Wurzen agierte zu bürokratisch. Deshalb zieht der Freibadverein Burkartshain einen Schlussstrich. Künftig gibt es keine Schwimmkurse für Kinder mehr.

Ein Bild aus besseren Tagen: Vereinschef und Schwimmlehrer Peter Poppe überreicht den Kleinen eine Urkunde zur bestandenen Schwimmprüfung. Die Kurse wird es in Zukunft nicht mehr geben.

Quelle: Archiv

Wurzen/Burkartshain. Die Nachricht aus dem Stadthaus ließ mehr Fragen offen, als sie zu beantworten. „Der Freibadverein Burkartshain stellt zum 31. Dezember 2017 seine Tätigkeit ein“, verkündete die Verwaltung vor knapp einem Monat lapidar und ersparte sich dabei den Hauch eines Hinweises zu den Gründen.

Dabei wurde gerade die Gemeinschaft um den Vorsitzenden und Linken-Stadtrat Peter Poppe am 26. März 2012 mit dem Anspruch gegründet, das kommunale Bade-Idyll im Ortsteil Burkartshain stärker als bislang ins öffentliche Licht zu rücken. Warum der Verein nach gerade einmal etwas über fünf Jahren und vielen Erfolgen den Schlussstrich zog, erläutert der 77-Jährigen jetzt auf Bitte von LVZ. An seinem Alter, so der pensionierte Sportlehrer, läge es jedenfalls nicht, um möglichen Gerüchten von vornherein den Nährboden zu entziehen. „Ich hätte es nämlich liebend gern weiter gemacht.“ Genauso wenig hänge das unverhoffte Aus mit den Bemühungen der Stadt zusammen, das Freibad Dreibrücken und Burkartshain zu verpachten. Erstmals präsentierte Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) diesen Vorschlag Ende 2015 im parlamentarischen Kulturausschuss, und eigentlich sollte nach Ratsbeschluss schon im Januar 2017 eine europaweite Ausschreibung stattfinden. Getan hat sich seither nichts.

Doch woran scheiterte nun die Weiterarbeit des Vereins? „Am bürokratischen Verhalten der Fachabteilung im Stadthaus und am nicht gewollten Kontakt des Schwimmmeisters vor Ort“, lässt Poppe ohne Wenn und Aber wissen. Dabei erhielten die zuletzt etwa 50 Mitglieder viel Lob im Ort und darüber hinaus für ihr Engagement. Das begann zum Beispiel mit den jeweiligen Arbeitseinsätzen vor und nach der Saison, an denen sich auch die Jugendlichen des Burkartshainer Jugendklubs beteiligten. Oder für die Familienfeste, die der Verein mit allem Drum und Dran organisierte. Insbesondere sorgten natürlich die Kinder-Schwimmkurse für Furore, die Poppe selbst leitete. Zum Abschluss wurde der Eifer der Kleinen sogar stets mit einer Urkunde belohnt.

In guter Erinnerung behält der ehemalige Vereinschef einen Lehrgang mit 15 minderjährigen Flüchtlingen. Die Aktion lockte dazumal sogar den Fernsehsender RTL ins Dorf. „Einer von den Teilnehmern sagte danach, Herr Poppe ist nicht nur unser Schwimmlehrer, er ist unser Freund, was mich sehr bewegte.“ Es gebe weitaus mehr zu erzählen – „die Teilnahme am Burkartshainer Weihnachtsmarkt unter anderem“. Allerdings gehören jene Höhepunkte mittlerweile der Vergangenheit an und zugleich das hehre Vereinsziel einer Gleichbehandlung zum Freibad Dreibrücken sowie einer allmählich wachsenden Freibadkultur. An kritischen Kleinigkeiten will sich Poppe keineswegs klammern. Nur so viel: „Wir sind der Meinung, dass an und für sich Hauptamtliche die Ehrenamtlichen unterstützen müssten.“ Der Schulterschluss indes fehlte. 2017 öffnete die Planschoase eine Woche später als Dreibrücken und schloss eine Woche eher. Dann sollten Eltern, die lediglich ihre Kinder beaufsichtigten und nicht das kühle Nass nutzten, entgegen vorheriger Absprachen plötzlich Eintritt zahlen. Auf Poppes Veto hin gab es kurz darauf die Anweisung an die betreuenden Mütter oder Väter, den Personalausweis an der Kasse zu hinterlegen. „Ich weiß bis heute nicht wieso.“

Eines jedoch ist nach dem Mitgliederbeschluss zur Auflösung des Freibadvereins sicher. Wer zum Saisonstart 2018 in Burkartshain auf Schwimmkurse, ein Familienfest oder Volleyballturnier hofft, wird vergeblich warten.

Von Kai-Uwe Brandt

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