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Wurzen Freundeskreis kämpft um Grimmaer Museum
Region Wurzen Freundeskreis kämpft um Grimmaer Museum
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08:58 11.05.2018
Bernd Voigtländer, Vorsitzender des Freundeskreises des Museums in Grimma. Quelle: Andreas Döring
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Landkreis Leipzig/Grimma

Nachdem sich die Stadt Grimma nicht in der Verantwortung für das Kreismuseum sieht und sich die Debatte um die Zukunft der Einrichtung zuspitzt, meldet sich jetzt der Freundeskreis des Museums zu Wort. Bernd Voigtländer, Vorsitzender des Fördervereins, bringt seine Sorge um die Kultureinrichtung zum Ausdruck. „Das Museum hat zwei Weltkriege, zwei Diktaturen und zwei verheerende Hochwasser überstanden. Doch jetzt und in einer der reichsten Demokratien der Welt diskutiert man über dessen Erhalt.“ Durch die zwei Hochwasser sei das Haus stark in Mitleidenschaft gezogen worden, doch durch viele fleißige Helfer und die Bereitstellung von Fördermitteln erfuhr es eine Top-Sanierung, erinnert der Hobby-Historiker und Stadtführer, der dem Freundeskreis seit Jahren vorsteht.

Streit um Trägerschaft der Einrichtung erinnert an Poker

Die Arbeit der Mitarbeiter und die Güte der Ausstellungen seien weithin anerkannt. „Aber“, wundert sich Voigtländer, „weder der Oberbürgermeister der Stadt Grimma noch das Landratsamt möchten das Museum in ihrer Trägerschaft wissen.“ Man fühle sich angesichts der Debatte unweigerlich an die aktuelle Sonderausstellung in der Paul-Gerhardt-Straße „Gott würfelt nicht – die Menschheit schon“ erinnert. Denn: „Das Landratsamt und der Oberbürgermeister der Stadt Grimma würfeln scheinbar um das Museum. Der eine Spieler will es gern loswerden, der andere weiß nicht, ob er es nehmen soll.“

Der Grimmaer Stadtchef könne sich das Haus als Archivgebäude vorstellen, hatte Berger gegenüber LVZ erklärt. „Aber das“, argumentiert der Freundeskreis, „ist es doch seit 117 Jahren! Nur dass im Museum nicht ausschließlich zweidimensionale Objekte sondern auch dreidimensionale Gegenstände aufbewahrt werden.“ Durch rege Sammlungstätigkeit, Schenkungen und Ausgrabungen sei der Bestand an Musealien in über 100 Jahren Museumsgeschichte stetig angewachsen. Heute beherberge das Haus rund 37 000 Objekte mit einem Wert von mehreren Millionen Euro.

Wechselnde Ausstellungen bringen Anerkennung

Eine Freiluftgalerie im Grimmaer Museum erinnerte an die Muldeflut. Quelle: Klaus Peschel

Nicht nur bei der Bevölkerung der Stadt Grimma und Umgebung, auch bei Touristen aus Nah und Fern sei das Kreismuseum mit wechselnden Ausstellungen und vielfältigen Kulturveranstaltungen anerkannt. Einige Beispiele, die der Freundeskreis aufzählt: das zweieinhalbjährige Schülerprojekt „Flucht, Vertreibung, Integration“, die Ausstellung „Flutbilder-Bilderflut“ nach dem Hochwasser 2002 mit mehr als 10 000 Besuchern, die jährlichen Internationalen Museumstage, zahlreiche Vorträge und Veranstaltungen im Jahr, über die übrigens auch die Internetseite des Museums Auskunft gibt.

Letztlich, so Voigtländer, gelinge es durch die engagierte Arbeit des Museumsteams in vorbildlicher Weise, Besuchern der Stadt Einblicke in Geschichte, Kultur und Lebensweise der Region zu geben. Diese Qualität, so der Freundeskreis, gelte es zu bewahren und nicht aufs Spiel zu setzen.

Einen Einblick in die Museumsarbeit gewährt übrigens die Internetseite unter www.museum-grimma.de.

Von Simone Prenzel

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