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Wurzen Fünf Zentimeter fehlen: Fahrbahn in Panitzsch ist zu schmal
Region Wurzen Fünf Zentimeter fehlen: Fahrbahn in Panitzsch ist zu schmal
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13:57 20.01.2016
Über die neue B 6 bei Panitzsch führt die Sommerfelder Straße, obwohl die Fahrbahn nur fünf Meter breit ist, dürfen sich hier Lkw (Breite 2,55) und Pkw (Breite 2,50) begegnen. Rolf Erker kritisiert das.  Quelle: Foto: Andreas Döring
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Borsdorf/Panitzsch

 
 

Erker wohnt nur wenige Meter von der Trasse entfernt. Er erinnert sich noch genau an die Umstände, die den Bau damals begleiteten. „Auf Beschluss der Gemeindeversammlung Panitzsch wurde die Straße auf fünf Meter Breite ausgebaut.“ Schon damals konnte die Querung kurz nach ihrer Vollendung nicht genutzt werden: Die Behörden fanden einfach keine passenden Schilder.

Das bewusst geschaffene Nadelöhr hat es in sich. Die angebrachte Beschilderung erlaubt, dass sich auf einer fünf Meter breiten Trasse ohne Sicherheitsabstand ein LKW mit 2,55 Breite und ein Pkw mit 2,50 begegnen dürfen. „Dass muss mir einer vormachen, wie das gehen soll.“ Es gibt keine Seitenstreifen, auf die man ausweichen kann, links und rechts wird der Asphalt von hohen Betonkanten begrenzt.

Hinzu kommt, dass man durch die Brückenauffahrt zu beiden Seiten der B6 erst kurz vor knapp sieht, ob jemand entgegenkommt. Erker wundert sich angesichts der Gegebenheiten überhaupt nicht, dass es an der Engstelle immer wieder kracht. „Zuletzt am 3. Juli 2015, als einer Pkw-Fahrerin aus dem Saale-Holzlandkreis die Unkenntnis des Nadelöhrs zum Verhängnis wurde und sie auf der Brücke mit zwei Pkw zusammenstieß.“ Außer der zu geringen Breite seien auch noch die Kurvenradien beiderseits der Brücke zu gering, findet Rolf Erker.

Beschilderung aus Richtung Dreiecksiedlung. Aus der Gegenrichtung dürfen auch LKW die Brücke befahren. Quelle: Andreas Doering

Dabei erfreut sich die Trasse als Schleichweg großer Beliebtheit. „Die Annahme, dass man mit der Fünf-Meter-Variante den Durchgangsverkehr aus der Dreiecksiedlung fern hält, hat sich überhaupt nicht bestätigt.“ Erker schätzt, dass die Straße heute täglich von über 500 Fahrzeugen in beiden Richtungen genutzt wird. Sie gilt als beliebte Abkürzung für alle, die aus Richtung Panitzsch auf kurzem Weg zum Paunsdorf-Center wollen.

Im Behördendschungel sorgte die Brücke schon mehrfach für Turbulenzen. Im Herbst 1997 fertiggestellt, blieb die neue Verbindung für die Verkehrsteilnehmer ein halbes Jahr gesperrt. Mehrere Monate brauchte der zuständige Baulastträger, um sich darüber klar zu werden, welches Schild auf die Gegebenheiten zutrifft: Denn Bus und Laster passten hier schlicht und ergreifend nicht aneinander vorbei. Aus dem Wunsch, den Durchgangsverkehr aus der Dreiecksiedlung zu verbannen, war ein so nicht vorgesehener Sonderfall geworden.

Mehrere Monate gingen ins Land, bis ein Ausweg ersonnen war. Das Verbotszeichen 252, das es laut StVO nur für Pkw und Motorräder gibt, wurde für den ganz speziellen Panitzscher Fall auf Busse und Lkw zugeschnitten. Damals war auch ein Fernsehteam der MDR-Sendung „Mach dich ran“ vor Ort und fing die Ratlosigkeit in den Amtsstuben ein. Um die Medien zu beruhigen, wurde vorerst ein Provisorium an den Pfosten geschraubt. „Es sollte kurzfristig eine Beschilderung erfolgen, die den Festsetzungen des Bebauungsplanes entspricht“, erinnert sich Erker. „Doch nichts ist bekanntlich so beständig wie ein Provisorium. Nun warten die Bewohner der Dreiecksiedlung seit 210 Monaten auf eine Beschilderung, die die Engstelle entschärft.“ Für Rolf Erker kann es nur eine Lösung geben: Die Sommerfelder Straße aus Richtung Dreiecksiedlung gänzlich für den Verkehr sperren. In beiden Richtungen sollen dafür Radfahrer unterwegs sein können. Eine Fahrspur könne als gemeinsamer Geh- und Radweg dienen. „So wäre gleich noch vielen Schulkindern geholfen.“ Denn durch den Zuzug in der Dreiecksiedlung sei auch die Zahl der Kinder gestiegen, die einen sicheren Radweg Richtung Panitzsch brauchen.

Nachdem sich Landrat Henry Graichen für nicht zuständig erklärte, liegt der Vorschlag von Rolf Erker nun auf dem Tisch von Ludwig Martin (CDU). Der Borsdorfer Bürgermeister erklärt auf Nachfrage: „Wir werden das Thema im Ausschuss behandeln. Dann können sich die Gemeinderäte eine Meinung bilden.“

Von Simone Prenzel

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