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Wurzen Fürs schnelle Internet drückt die Gemeinde Thallwitz jetzt auf die Tube
Region Wurzen Fürs schnelle Internet drückt die Gemeinde Thallwitz jetzt auf die Tube
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00:21 04.09.2017
Vertragsunterzeichnung: Bürgermeister Thomas Pöge (3.v.l.) und Regionalmanager Michael Kölling (2.v.l.) besiegeln die Partnerschaft zwischen der Gemeinde und der Deutschen Glasfaser im Beisein von Nancy Pfaff, Koordinatorin Marketing & Kommunikation, sowie dem Bennewitzer Bürgermeister Bernd Laqua. Quelle: Kai-Uwe Brandt
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Thallwitz

Wer in Thallwitz auf Internetseiten blättert, kann sich zwischendurch getrost ein Brötchen schmieren oder mit dem Nachbarn plauschen. Doch das soll sich demnächst ändern. Denn die Gemeinde drückt auf die Tube und will für Surfgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde sorgen.

Was heute noch wie Zukunftsmusik klingt, dürfte demnächst zum Alltag gehören. Immerhin ist Thallwitz mit dem Ortsteil Kollau einer von zehn Pilotstandorten in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Wenn’s um Breitbandausbau geht, gerät Bürgermeister Thomas Pöge (parteilos) gern mal in Fahrt. „Die Digitalisierung muss endlich auch auf dem Land ankommen“, betont der Rathauschef. Aus eigener Kraft wäre die notwendige Investition allerdings nicht zu stemmen. Daher suchte die Kommune einen Partner und fand diesen in der Deutsche Glasfaser. Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Borken (Nordrhein-Westfalen) plant, baut und betreibt anbieteroffene und technologieneutrale Glasfaser-Direktanschlüsse für private Hauhalte und Firmen. Derzeit, so Pöge, sei Thallwitz mit weniger als zehn Megabit pro Sekunde sozusagen Entwicklungsregion. Aber nicht mehr lange. „Die Deutsche Glasfaser ermöglicht es nämlich, innerhalb von zwölf bis 15 Monaten unsere Gemeinde mit einer stabilen und superschnellen Infrastruktur zu versorgen.“

Die Vorteile einer Datenautobahn ohne Schneckentempo liegen für Pöge auf der Hand: „Es erleichtert zum Beispiel die Arbeit im Heimbüro und bietet die Möglichkeit zur Aufrüstung des eigenen Hauses auf Smart Home.“ Mittels interagierender Multimedia-Geräte ließe sich dann einerseits angenehm einkaufen oder ein Gesundheitscheck durchführen. Andererseits könnten per Computer oder Smartphone die Heizung, Licht und Lautsprecher ganz nach persönlichen Bedürfnissen gesteuert werden.

Doch vor dem heißen Start haben zunächst die Einwohner das Wort. „Ab September sind die Bürger von Thallwitz und Kollau gefragt.“ Schließlich benötigt die Deutsche Glasfaser vierzig Prozent Zustimmung der anschließbaren Haushalte, um das Netz vollständig auszubauen. Die Aktion beginnt am 9. September und endet voraussichtlich am 18. November. Pöge dazu: „Wer einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser abschließt, erhält den Anschluss kostenlos bis in die Wohnung oder das Haus.“ Für umfangreiche Informationen sei mit Beginn der Befragung überdies gesorgt. Demnach findet am 19. September eine Bürgerversammlung im KulturGut am Dorfplatz 5 in Thallwitz statt. Darüber hinaus richtet die Deutsche Glasfaser ab 23. September am Dorfplatz 8 einen Servicepunkt ein, der dienstags von 14 bis 19 Uhr und sonnabends von 9 bis 12 Uhr geöffnet sein wird. Hier können Interessenten zugleich Termine mit den Mitarbeitern vereinbaren.

„Für jeden Bedarf wird es das passende Angebot geben“, wirbt Michael Kölling im Schulterschluss mit Pöge. „Der 100-, 200-, 500- Megabit-Anschluss kostet bei der Deutschen Glasfaser im ersten Jahr 24,99 Euro pro Monat“, verdeutlicht der Regionalmanager Mitteldeutschland. 104,99 Euro müssen Nutzer des 1000-Megabit-Anschlusses in den ersten 12 Monaten zahlen. Danach seien für Telefon und Internet je nach Wunschpaket 44,99, 49,99 beziehungsweise 79,99 und 159,99 Euro zu entrichten. Fernsehen in HD- oder SD-Qualität seien zusätzlich buchbar. Kölling zufolge erhalten alle, die sich bis Mitte November für Glasfaser entscheiden, den ab mindestens 750 Euro teuren Anschluss umsonst. „Besitzt der Kunde zur Signalfreischaltung noch einen Altvertrag, kann er bis zur Rufnummernübernahme, also dem Vertragswechsel mit seiner alten Rufnummer, das Angebot der Deutschen Glasfaser kostenlos nutzen. Erst mit der Übernahme der Rufnummer beginnt dann das neue 24-monatige Vertragsverhältnis mit Deutsche Glasfase.“ Pöge jedenfalls hofft auf ein breites Echo, „denn wenn uns dies nicht gelingt, sind wir hier in Thallwitz abgekoppelt“.

Übrigens sollen die Arbeiten fürs schnelle Internet flott von der Hand gehen. Das Glasfaserkabel werde in der Regel dreißig Zentimeter tief verlegt. Täglich, so Kölling, würden gut und gern 700 bis 1000 Meter bewältigt. „Beim Hausanschluss privater Grundstücke stehen wir im engen Kontakt mit dem Eigentümer und sprechen sämtliche Details ab.“

Von Kai-Uwe Brandt

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