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Wurzen Ganz Brandis wird zum (Hof-)Flohmarkt
Region Wurzen Ganz Brandis wird zum (Hof-)Flohmarkt
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00:18 06.09.2017
Haben sichtlich Freude am Trödeln in Brandis: Talita (vorn), Annika und Julia (hinten). Quelle: Roger Dietze
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Brandis

Was machen, wenn sich der 14 Jahre alte Labrador nicht auf die neu erworbene Kautschuk-Matte, sondern partout nur neben sie legt und die Tee-/Kaffee-Tassen im XXL-Format zwar sehr formschön, jedoch noch nicht ein einziges Mal ihrem Nutzungszweck zugeführt worden sind? Antje Tanhäuser fand am Sonnabend eine Antwort auf diese, sie beschäftigende Frage. Sie bot jene sowie eine Reihe weiterer nicht mehr benötigte Dinge vor ihrem Waldsteinberger Grundstück zum Kauf an. Womit sie sich in bester Gesellschaft befand. Denn am von der Brandiserin Yvonn Semek initiierten ersten Brandiser Hofflohmarkt beteiligten sich knapp 40 Haus- und Grundstückbesitzer in der Stadt und ihren Ortsteilen.

„Ein großes Haus ist Segen und Fluch insofern zugleich, als sich in ihm im Laufe der Jahre viel ansammelt“, berichtet Antje Tanhäuser. Die Krux: Zum Wegwerfen seien die meisten der Dinge noch viel zu schade. Und manche sogar richtig Geld wert. „Ich war ganz überrascht, dass mir für einen rund 35 Jahre alten Tennisschläger 50 Euro geboten wurden“, wundert sich die 45-Jährige.

Um den großen Reibach ging es am Sonnabend auch Ingrid und Wilfried Stolberg nicht. Vielmehr darum, sich überflüssigen Ballastes zu entledigen. „Mit dem Ende der Kohleheizung haben sich unsere beiden Kohlekeller über die Jahre hinweg mit diversen Dingen angefüllt. Zuletzt haben wir auch noch den Haushalt des Schwiegervaters ausgeräumt, was wir besser schon im Vorfeld Stück für Stück hätten tun sollen“, berichtet der 66-jährige Wilfried.

Doch was des einen Leid, ist bekanntlich des anderen Freud. Freude auf kam etwa bei Elisabeth Helmig, die eigens der Aktion wegen den Weg von Kössern nach Brandis auf sich nahm. „Ich finde das eine super Sache, und ich habe auch einige Stücke erwerben können“, so die Süd-Muldentalerin, die einen ziemlich dicken Scheck am Sonnabend mit nach Brandis hätte mitnehmen müssen, um den ganz großen Fisch an Land ziehen zu können. Denn laut Yvonn Semek soll im Rahmen der Aktion sogar ein Haus angeboten worden sein… Gleich ob das Gerücht einen wahren Kern hat, steht für die Hofflohmarkt-Initiatorin fest, dass die Aktion eine Neuauflage erleben wird. „Wir haben am Vormittag unser Tor geöffnet, und schon strömten die ersten Besucher in den Hof“, erzählt die 37-Jährige, die von nächsten Hofflohmarkt-Runden im Halbjahres-Rhythmus spricht. „Es geht vielen so, dass sie Spielzeug, Fahrzeuge oder Bekleidung von Kindern noch im Keller oder auf dem Boden liegen respektive stehen haben. Und wenn ganz Brandis zu einem Flohmarkt gemacht wird, dann wachsen die Chancen, diese Dinge auch loszubekommen“, meint die zweifache Mutter, die mit der Aktion zugleich dem Projekt „Mit-Mach-Stadt“ eine Frischzellenkur verpasst hat.

Von Roger Dietze

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