Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Gartensparte Feldschlößchen in Wurzen feiert 100. Geburtstag
Region Wurzen Gartensparte Feldschlößchen in Wurzen feiert 100. Geburtstag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 13.07.2016
Grüne Idylle: In ihrem Garten sortiert Vereinschefin Waltraud Fender noch einmal die Programmpunkte des Jubiläumsfestes am 15. und 16. Juli. Quelle: Foto: Kai-Uwe Brandt
Anzeige
Wurzen

Zeugen der Vergangenheit sind rar. Immerhin liegt die Gründung der Gartensparte Feldschlößchen eine Ewigkeit zurück. Beim Blättern im Ordner entdeckt Vereinschefin Waltraud Fender dann doch so etwas wie eine Geburtsurkunde. Das Formular des Landesbundes Sachsen, Bezirksstadtgruppe Leipzig, verrät, dass die Gemeinschaft seinerzeit unter dem Namen „An der Feldschößchenbrauerei“ 1916 registriert wurde: Mitglieder 57, Anzahl der Gärten auf dem 9337 Quadratmeter großen Grundstück der Stadtbrauerei AG Wurzen an der Torgauer Straße ebenfalls 57, Vorsitzender dazumal Albert Lange aus Wurzen, Albertstraße 38. Sogar die Obstbäume und Sträucher listet das Papier en détail nach Art und Stück auf sowie das „Gemüse- und Kartoffelland“.

Schon seit März, erzählt Fender, bereiten die Gartenfreunde ihr 100-jähriges Jubiläum vor und riefen dafür eigens eine zehnköpfige Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Jochen Willfurth ins Leben. „Gefeiert wird am 15. und 16. Juli auf der Festwiese an der Torgauer Straße, unweit des AOK-Gebäudes.“ Start ist am Freitagabend ab 18.30 Uhr mit einem Preisskat im Festzelt – Einsatz acht Euro. Weiter geht es für die Laubenpieper, Freunde und Besucher am Sonnabend ab 11 Uhr. Von 13 bis 15 Uhr können Frauen und Männer ihr Geschick beim Bowling unter Beweis stellen. Ebenfalls in dieser Zeit organisierte die Arbeitsgruppe verschiedene Wettbewerbe für Kinder. Ein Kuchenbasar ab 15 Uhr, die Tombola ab 16 Uhr und natürlich die Ehrung der großen und kleinen Gewinner ab 17 Uhr runden den Nachmittag ab.

Am Abend gegen 18 Uhr soll ein kleines Kulturprogramm und im Nachgang ein gemütliches Beisammensein mit Musik aus der Konserve für Stimmung sorgen. Übrigens nehmen die Kleingärtner vom Feldschlößchen für ihre Jubelfeier ebenso einen Teil des Mittelstreifens der Rosa-Luxemburg-Straße in Beschlag. „Dort findet nämlich unser Trödelmarkt am Sonnabend von 11 bis 16 Uhr statt“, so Fender. Den Abschluss bildet ab 22 Uhr ein kleines Feuerwerk an der Rietzschke. Die 78-Jährige hofft nunmehr auf gutes Wetter und viele froh gelaunte Gäste. Bereits seit 18 Jahren steht die Seniorin dem Verein vor. „Heute haben wir insgesamt 88 Mitglieder und 98 Gärten, darunter zwei Tafelgärten.“ Zum Glück sei die dreigeteilte Anlage an der Torgauer Straße, der Rosa-Luxemburg-Straße sowie am Rückhaltebecken der Rietzschke bislang von einer hohen Leerstandsquote wie anderswo verschont geblieben. „Circa 60 Prozent unserer Mitglieder sind im Rentenalter, Gudrun Rantzsch ist mit 91 Jahren die älteste.“ Mittlerweile, so Fender, wissen auch wieder junge Familien das Grün inmitten der Stadt zu schätzen. Besonders stolz sind sie und der Vorstand mit Vize René Willfurth, Kassiererin Dietlinde Zschauer und Schriftführerin Monika Krellmann, dass allein 13 Anwohner des Wohngebietes an der Sternwarte Parzellen im Feldschlößchen bewirtschaften.

Apropos Feldschlößchen. Der Spartenname lehnt sich am Standort eben jener Feldschlößchenbrauerei an, die zwischen 1887 und 1893 in der Torgauer Straße 6 Bier herstellte und von der Stadtbrauerei AG Wurzen aufgekauft, später stillgelegt wurde. Wie 1926 aus einem Vortrag des früheren Stadtbaudirektors Otto Planert über die bauliche Entwicklung Wurzen hervorgeht, existierten zehn Jahre nach Vereinsgründung in der Muldestadt 1003 Kleingärten auf 27 Hektar städtischem Boden sowie 782 auf Privatgrundstücken mit einer Fläche von etwas über 18 Hektar.

Von Kai-Uwe Brandt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Machern hat endlich einen Haushalt. Der Gemeinderat stimmte dem Zahlenwerk auf seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich zu. Größte Investition ist die Sanierung des Macherner Schulhofs für knapp 400 000 Euro.

12.07.2016

Seit November 2012 ist es Kfz-Haltern freigestellt, neben dem Unterscheidungskennzeichen Leipzig (L) auch Heimatkennzeichen für Borna (BNA), Muldental (MTL), Geithain (GHA), Grimma (GRM) und Wurzen (WUR) zu beantragen. Ein Blick in die Statistik bestätigt – die lokalpatriotischen Kennzeichen erfreuen sich in weiten Teilen des Kreises ungebrochener Beliebtheit.

13.07.2016

Gut ein Dutzend minderjährige und unbegleitete Jugendliche aus Afghanistan im Alter zwischen 15 und 17 Jahren lernten jetzt im Freibad Burkartshain das Schwimmen.

12.07.2016
Anzeige