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Wurzen Gaudlitzer Bergfilm-Trophäe bleibt in Sachsen: Zwei junge Dresdner Trabifahrer räumen ab
Region Wurzen Gaudlitzer Bergfilm-Trophäe bleibt in Sachsen: Zwei junge Dresdner Trabifahrer räumen ab
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21:00 28.08.2017
So sehen Sieger aus: Johann Kürschner und Franz Müller (r.) mit ihrem Kultgefährt unterwegs in die Hohe Tatra. Auch in Röcknitz waren sie mit ihrem Trabi da. Quelle: Picasa
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Thallwitz/Lossatal

Erst sorgten sie mit ihrem Trabi in der Hohen Tatra, dem kleinsten Hochgebirge Europas, für Furore – jetzt auch noch im höchsten Kleinstgebirge Sachsens, in den Hohburger Bergen: Franz Müller und Johannes Kürschner, beide Mitte 20, waren die Abräumer beim 19. Internationalen Bergfilmfestival am Gaudlitzberg. Für ihr gewitztes Roadmovie „Simply the Worst“ („Im schlimmsten Falle“) gab es die begehrte Gaudlitzer Filmtrophäe.

Das Publikum wollte es so: Zu tolldreist und urkomisch das Unterfangen der zwei jungen Sachsen: In der Kluft ihrer Eltern und Großeltern – vom schon erwähnten Plastebomber über die Skiausrüstung bis hin zum DDR-Kultkocher „Sport-Juwel“ – machten sie sich auf den Weg zur Lomnitzer Spitze in die frühere Tschechoslowakei. Natürlich streikte der Trabi, natürlich wurden sie von den Genossen der Verkehrspolizei gestoppt, natürlich explodierte der Benzinkocher. „Der Weg ist das Ziel“, zeigte sich Festival-Programmdirektor Peter-Hugo Scholz begeistert von dem 20-minütigen Film. Sonst liefen zumeist Filme von Bergtouren, in dem Fall sei es die Tour zum Berg. Scholz, selbst leidenschaftlicher Bergsteiger und Filmemacher, würdigte insbesondere die Schnittkunst der beiden Absolventen der Mittweidaer Medienschule. „Es hat uns alle überrascht, dass der Film sogar den US-amerikanischen Beitrag ,A Line Across the Sky’ von Josh Lowell und Peter Mortimer hinter sich lassen konnte. Aber es ist nicht das erste Mal, dass am Gaudlitzberg kleine, feine regionale Produktionen den Zuschlag bekommen.“

Fast 1000 Besucher strömten dieser Tage an die Gaudlitzer Kuppe, von der aus sich per Seilbahn abermals etliche „fliegende Füchse“ ins Tal stürzten. Ob an der Cottbuser Himmelsleiter oder mit der Torgauer Wurfschleuder – bei der Jedermann-Olympiade war für originellen Sport gesorgt. Jörg Hinstock, Röcknitzer Feuerwehrmann, siegte beim Bierhumpenstemmen. Sensationelle fünf Minuten lang konnte er den mit einem Liter Gerstensaft gefüllten Krug nach vorne strecken – ohne schlapp zu machen. Nicht die einzige frohe Botschaft für die Röcknitzer Feuerwehrleute, die das Festival seit Jahren aktiv unterstützen: Weil deren Gerätehaus von dreisten Dieben heimgesucht wurde, stellten die Veranstalter kurzentschlossen eine Spendenbox auf, in die die Bergfilmfans an den beiden Tagen 150 Euro „Schmerzensgeld“ einwarfen. Nichts konnte die Stimmung im kuscheligsten Kintopp des Landes trüben – weder Geisterstunde noch Gewitter. Eine gelungene Generalprobe fürs nächste Mal, wenn sich Deutschlands dienstältestes Bergfilmfestival rundet: Vom 24. bis 26. August 2018 feiern die Filmeulen am Gaudlitzberg 20. Geburtstag. Dann wird auch das Duo Sonnenschirm erwartet, das seine selbst geschriebene „Oper vom Berghuhn“ zur Welt-Uraufführung bringen wird.

Mit ihrem Trabi waren sie die Stars zum Anfassen: Die Preisträger Franz Müller und Johannes Kürschner erzählten ihren skurrilen Film in gleich drei Sprachen – in Sächsisch mit englischen beziehungsweise deutschen Untertiteln, schon allein damit hatten sie die Lacher auf ihrer Seite. Doch dabei blieb es nicht.

Hautnah konnte der Zuschauer vor der Leinwand des illuminierten Steinbruchs miterleben, wie sich einer der filmemachenden Skifahrer beim Sturz auf der Abfahrt von der Lomnitzer Spitze das Bein gebrochen hatte – und in Gips zu Hause ankam. Diesmal rattert der Trabi nicht mit Gips, sondern mit Gold heim. Für die beiden Bergfreunde der Gipfel der Glückseligkeit.

Von Haig Latchinian

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