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Wurzen Gefährliche Staatsstraße: „Muldental in Fahrt“ bringt Bürger in Rage
Region Wurzen Gefährliche Staatsstraße: „Muldental in Fahrt“ bringt Bürger in Rage
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00:19 02.09.2017
Ist außer sich: Frank Zimmermann kann nicht fassen, dass Kinder für ihren Weg zum Schulbus in Threna diese gefährliche Staatsstraße benutzen müssen. Quelle: Frank Schmidt
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Belgershain/Threna

Während der Landkreis mit seinem neuen Nahverkehrskonzept das „Muldental in Fahrt“ bringen will (die LVZ berichtete), gerät in Threna Frank Zimmermann in Rage. Der 47-jährige Familienvater fühlte sich berufen, auch im Namen anderer Eltern zu sprechen und brachte in der Gemeinderatsitzung unter dem Punkt „Einwohnerfragen“ mit deutlichen Worten seinen Unmut über besagtes Verkehrskonzept zum Ausdruck.

Bisher seien nicht nur seine Kinder von der wenig befahrenen Dorfstraße aus vom Schulbus abgeholt und dort auch wieder abgesetzt worden. „Aber im Zuge des neuen Schulbuskonzeptes müssen die Kinder nicht nur auf der stark frequentierte Staatsstraße (S) 38 zur Bushaltestelle laufen, sondern diese auch noch überqueren“, schilderte Zimmermann seine Sorgen und legte an die Parlamentarier gewandt noch eine Schippe drauf. „Sie alle wissen genau, dass es dort weder einen sicheren Fußweg noch einen sicheren Fußgängerübergang gibt.“ Die sich daraus formulierte Forderung war unmissverständlich. „Ich bitte Sie eindringlich, sich umgehend mit der Sache zu beschäftigen und eine Planung anzuschieben, dass Threna entlang der S 38 einen Gehweg bekommt, denn für die Kinder ist es auf der sehr stark befahrenen Hauptstraße ein lebensgefährliches Unterfangen. Zumal Sie als Gemeinderäte alle bei einer Vor-Ort-Begehung selbst festgestellt haben, dass diese Situation nicht zumutbar ist“, legte Zimmermann den Daumen noch tiefer in die Wunde. Nicht zuletzt auch, weil er von einem Mitarbeiter im Leipziger Bauamt zu hören bekommen habe, dass die Umstände in Threna „extrem fahrlässig“ seien. Begünstigt auch durch das Fehlen einer Beschilderung, die auf den Schulweg hinweist, ganz zu schweigen von einer Geschwindigkeitsreduzierung, etwa auf Tempo 30 in diesem Bereich. Letzteres jedoch sei mit Verweis auf den Status der Hauptstraße als Staatsstraße grundsätzlich nicht möglich. „Aber jetzt, wo die Straße mit Split überzogen wurde, ist es auf einmal möglich. Die Gefahrenabwehr durch aufgewirbelten Split hat demnach einen höheren Stellenwert als die Sicherheit unserer Kinder – ich bin wirklich entsetzt“, sagte Zimmermann.

Dieser Entrüstung folgte eine ungewöhnlich angeregte Diskussion unter den Gemeinderäten. Allerdings fiel es dem Zuhörer schwer, sowohl der Diskussion inhaltlich zu folgen als auch den Sinn zu erfassen. Denn wie schon bei den vorangegangenen Tagesordnungspunkten hatte die Runde echten Stammtischcharakter. Unter den Gemeinderäten gab ein Wort das andere, ihre Argumente zum Für und Wider flogen wild durcheinander kreuz und quer über den Sitzungstisch und diverse Zwiegespräche untereinander übertönten sogar die nur zaghaft betätigte Glocke, mit der Sitzungsleiter Bernd Weisbrich in Urlaubsvertretung des Gemeindechefs den Versuch unternahm, die Parlamentarier zur Ordnung zu rufen. Und so drang nur in Bruchstücken durch, dass ein Schutzweg nicht möglich sei, weil dafür 50 Querungen pro Stunde erforderlich wären, wusste Weisbrich zu berichten. Und ein Gehweg, auch das würden alle wissen, sei wegen der Eigentumsverhältnisse problematisch. Dennoch habe man als Sofortmaßnahme jüngst beschlossen, so verkündete Weisbrich, dass zeitnah ein großes Schild in beide Fahrtrichtungen angebracht werden soll, mit dem deutlich auf den Schulweg hingewiesen werde.

Von Frank Schmidt

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