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Geflügeldung und Rindermist für Brandiser Biokraftwerk

Geflügeldung und Rindermist für Brandiser Biokraftwerk

Neue Inputstoffe sind seitens der Firma Juwi für die Biogasanlage in Waldpolenz im Gespräch. Das Unternehmen stellt sein neues Biokraftwerk, das direkt ins Erdgasnetz einspeist, auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes in Brandis gerade fertig.

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Biogasanlage aus der Luft: Juwi will künftig in Waldpolenz auch Dung und Rindermist verwerten.

Quelle: Juwi

Brandis/Waldpolenz. "Wir wurden von der Landesdirektion Leipzig um Stellungnahme zu einer beantragten Erweiterung der Genehmigung gebeten", erklärte Jürgen Otto, Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, auf der vorgestrigen Sitzung des Technischen Ausschusses. Demnach sei in dem Antrag auf Erteilung einer Änderungsgenehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz von völlig neuen Stoffen die Rede. "Als Input sollen in Zukunft auch Geflügeldung und Rinderfestmist zum Einsatz kommen", zitierte Otto aus den Antragsunterlagen. Dafür würde die Grassilage komplett wegfallen. "Man kann nur vermuten", äußerte Otto, "dass die Firma die benötigten Mengen bei der Landwirtschaft und anderen Partnern nicht akquirieren konnte." Leichte Mengenänderungen soll es bei Zuckerrüben und Maissilage geben, die bereits in der ursprünglichen Genehmigung enthalten sind.

Zwei bis drei Lkw pro Werktag

Auch welcher weitere Anlieferverkehr zu erwarten ist, geht aus den Unterlagen hervor. "Bei Geflügeldung wird mit 12 000 Tonnen pro Jahr kalkuliert, die mit zwei bis drei Lkw pro Werktag angefahren werden", informierte Jürgen Otto. "Bei Rinderfestmist ist von 500 Tonnen jährlich die Rede und einem Lkw aller ein bis zwei Wochen." Auf den Gesamtdurchsatz der Anlage haben die Änderungen laut vorliegendem Zahlenwerk nur geringfügige Auswirkungen. "Bislang wurde von 62 500 Tonnen Inputstoffen im Jahr ausgegangen, mit denen die Anlage beschickt wird. Diese Menge soll bei gleichbleibender Gasmenge auf rund 58 000 Tonnen leicht zurückgehen."

Bei der Ausschusssitzung anwesende Bürger äußerten den Wunsch, zum Komplex Biogasanlage und besonders zu den angedachten Änderungen müsse es eine Bürgerversammlung geben. Jürgen Otto erklärte, dazu müssten erst noch Erkundigungen eingeholt werden.

Die Landesdirektion äußerte dazu gestern auf Anfrage: "Wir prüfen derzeit noch, ob eine Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen ist", so Behördensprecher Stefan Barton gegenüber LVZ. Ob die Unterlagen auch für Bürger zur Einsichtnahme ausgelegt werden, sei vom Ergebnis dieser Prüfung abhängig. Nicht vorgesehen sei eine unmittelbare Anhörung der Nachbarorte, erklärte Barton auf die Frage, ob auch die angrenzende Gemeinde Machern Einblick in die Unterlagen erhält.

Juwi hatte grünen Mix versprochen

Die Stadt Brandis selbst will sich noch Zeit lassen mit ihrer Stellungnahme gegenüber der Landesdirektion. Dafür hat sie bis 28. März Spielraum. Der Bürgermeister wolle erst noch eine ähnlich funktionierende Anlage in den alten Bundesländern besuchen, um sich ein eigenes Bild von etwaigen Belästigungen zu machen, hieß es. Auch im vorgestrigen Ausschuss wurde nicht weiter über die für viele doch unerwartete Erweiterung der Inputstoffe diskutiert. Vor Baubeginn hatte Juwi versichert, dass die Anlage ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen beschickt wird. Die Rede war von einem Mix aus Mais-, Ganzpflanzen- und Grassilage.

Verwundert zeigte sich gestern Macherns Bürgermeister Frank Lange (CDU), für den die Erweiterung neu war. "Wir sind regelmäßig mit Juwi in Kontakt, was die Lösung des Verkehrsproblems anbelangt. Da wäre es ein Gebot der Fairness gewesen, uns als Nachbarkommune über diese gravierende Änderung zu informieren."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.02.2013

Simone Prenzel

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