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Wurzen Geisterstadt verschwindet Stück für Stück von der Bildfläche
Region Wurzen Geisterstadt verschwindet Stück für Stück von der Bildfläche
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15:44 19.05.2015
Und wieder liegt ein ehemaliger Wohnblock auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Waldpolenz in Schutt und Asche. Quelle: Thomas Kube
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Brandis

Der Abriss ist Teil der Ausgleichsmaßnahmen, mit denen Landschaftseingriffe im Leipziger Norden kompensiert werden. Aber auch im Auftrag der Kommune rückten die Bagger an.

Von der Bildfläche verschwunden sind nunmehr drei riesige Fünfgeschosser, die Offizieren und ihren Familien bis zum Abzug der russischen Streitkräfte als Unterkünfte dienten. Auch eine Reihe von Mannschaftsunterkünften, die noch aus Wehrmachtszeiten stammten, wurde dem Erdboden gleichgemacht. Ein Fall für die Abrissbirne waren ebenso Offizierscasino, die Küche samt riesigem Speisesaal und die ehemalige Kommandantenvilla an der Kreuzung Brandiser Straße/Zeititzer Weg. "Noch geplante Baumpflanzungen folgen in etwa drei Monaten", erklärte Hans-Ulrich Fuhrmann, verantwortlicher Projektleiter bei der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung mit Sitz in Stuttgart. "Die Böden müssen sich teilweise erst noch setzen, bevor neues Grün in die Erde kommt."

Nach wie vor stehen aber noch immer etliche Gebäude - teilweise versteckt im dichten Kiefernwald. So zum Beispiel der Bahnhof, mit dem die Ministadt per eigenem Anschlussgleis versorgt wurde und dessen Rampe langsam zuwächst. Oder die riesigen Hangars, für die es noch keine Lösung gibt.

Bürgermeister Arno Jesse (SPD) erklärte gestern: "Ich bin zuversichtlich, dass wir auch noch die restlichen Gebäude als Kompensationsmaßnahmen über den Grünen Ring abreißen können." Dies sei die für die Kommune günstigste Variante.

Eine weitere wichtige Infrastrukturmaßnahme auf dem riesigen Gelände geht mit dem Bau der Flugplatz-Straße ihrem Ende entgegen. Wie berichtet, wird das Gewerbegebiet Waldpolenz über eine neue Verbindung erschlossen. Die so genannte Russenkurve nördlich von Polenz wurde zum Kreisverkehr umgestaltet. Die komplette Erschließungsstraße sei aber immer noch nicht befahrbar, hieß es aus dem Rathaus. "Derzeit fehlt noch die Beschilderung", erklärte Jesse auf Nachfrage. "Den Plan dazu erarbeitet gegenwärtig das Ingenieurbüro Hanke." Mit der Freigabe der neuen Zufahrtsstraße, die über den Rollweg des Ex-Flugplatzes verläuft, sei nach Pfingsten zu rechnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.05.2015
Simone Prenzel

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