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Wurzen Geldsegen fürs Ringelnatzhaus
Region Wurzen Geldsegen fürs Ringelnatzhaus
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06:09 29.08.2018
Ein großer Augenblick für den Ringelnatzverein: Holger Knispel, Henry Graichen, Stefan Müller, Viola Heß und Jörg Röglin (v.l.) feiern erfreut die Zuwendungszusage der Ostdeutschen Sparkassenstiftung für die Sanierung des Ringelnatzhauses in Wurzen. Quelle: Frank Schmidt
Wurzen

„Das Geburtshaus von Joachim Ringelnatz im Crostigall 14 in Wurzen kann nun restauriert werden.“ Mit diesem befreienden Seufzer nahm Viola Heß als Vorsitzende im Ringelnatzverein eine feste Fördermittelzusage der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Muldental in Empfang. „Aber wir sind ja nicht die einzigen Geldgeber, denn hier wird noch großes Engagement der öffentlichen Hand notwendig sein. Was die Sparkassenstiftung hier leisten kann, ist ein guter Beitrag, der hilft“, sagte Holger Knispel von der Sparkasse Muldental. Womit gesagt sei, das über die genaue Fördersumme Stillschweigen vereinbart wurde. Dennoch war die Freude über den „nicht ganz sechsstelligen Betrag“, wie Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) in einem Nebensatz durchsickern ließ, sehr groß.

Gedicht zur Feierstunde

Da verwunderte es nicht, dass zur extra initiierten kleinen Feierstunde Joachim Ringelnatz offenkundig höchstpersönlich anwesend war. Zumindest wollte der bekannte Industriedesigner aus DDR-Zeiten, Jochen Ziska, als Künstler und aktives Vereinsmitglied den deutschen Schriftsteller, Kabarettist und Maler als berühmten Sohn der Stadt mit eigenen Augen unter den geladenen Gästen im Ringelnatzhaus entdeckt haben. „Ich kann mir nicht helfen“, so sinnierte Ziska, „aber wenn ich mir den Landrat so im Profil ansehe, komme ich nicht umhin, eine gewisse Ähnlichkeit mit Ringelnatz zu erkennen“. Und als Henry Graichen (CDU) seine Rede dann noch mit einem Gedicht von Ringelnatz begann, schien für den Künstler jeder Irrtum ausgeschlossen.

Anfang des Mammutvorhabens

Ringelnatz würde sich wohl auch über die Feststellung von Viola Heß freuen. „Aus einer nicht wirklich guten Idee ist ein so starker Impuls ausgegangen, dass wir nun voller Optimismus in die Zukunft des Ringelnatzhauses blicken.“ Damit erinnerte die Vereinsvorsitzende an die ursprünglichen Absichten der Stadt, das Geburtshaus auf dem freien Immobilienmarkt zu veräußern. Freilich stehe man am Anfang des Mammutvorhabens, doch mit Sicherstellung der Finanzierung sei nach Ansicht von Heß der erste, wenn auch schwerste Schritt getan. Röglin sah das etwas anders. „Erster Schritt? Natürlich ist das Projekt für alle daran Beteiligten ein Marathon. Aber die ersten Schritte dafür liegen lange hinter uns. Wichtigster erster Schritt war, dass der Ringelnatzverein die Verantwortung für das Haus übernommen hat. Dass also hier wieder Leben einkehrt, was wir ja schon in den letzten Monaten mit großer Freude erleben konnten. Denn wir als Stadt könnten das in dieser Form gar nicht leisten.“ Jetzt sehe er das Projekt schon auf der „Zielgeraden“.

OBM Röglin sieht Baubeginn für Frühjahr 2019

Die Finanzierung von etwa 800 000 Euro mit 350 000 Euro Eigenmitteln der Stadt stehe, die konzeptionellen und baulichen Pläne liegen vor, eine Baugenehmigung sei eingereicht, von der man ausgehe, dass diese erteilt werde, und demnächst schon sollen die Ausschreibungen laufen, so dass bereits im Frühjahr 2019 Baubeginn sein könnte und Ende 2019 das alte Haus im neuen Glanz erstrahlen werde, blickte Röglin nach vorn. Bloß gut also, dass es nicht zum Verkauf des Geburtshauses kam? „Formulieren wir es bitte anders. Hätte man im Stadtrat nicht darüber laut nachgedacht, wäre es nicht zu diesen Impulsen für die Wiederbelebung des Hauses gekommen. Und es hätte sicher auch nicht den Kontakt zur Hans-Fallada-Gesellschaft gegeben, die sich ebenfalls stark für die Sanierung des Hauses engagiert“, stellte Röglin klar.

Geld für Fahrstuhl

Bleibt nur noch ein Wunsch offen. „Um das Haus mit einem Fahrstuhl behindertengerecht umbauen zu können, fehlen uns noch etwa 30 000 Euro“, rührte Heß abschließend noch einmal die Werbetrommel.

Von Frank Schmidt

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