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14:00 19.05.2015
Bohrkern auf Talfahrt: Am Freitag wurde im Geoerlebnisgarten Röcknitz ein weiteres Spielelement übergeben. Quelle: Klaus Peschel

Designer Lars Hoschkara aus Wermsdorf hatte die Idee zu einem interaktiven Bohrkern: "Als besonderes didaktisches Spielelement gedacht, sollen Besucher das Objekt in einem Bach auf und ab senken können." Das neue Modul lade zur Interaktion ein.

Als erster betätigte Bürgermeister Thomas Pöge (parteilos) die Kurbel, die den Zylinder in Bewegung setzt. "Wir freuen uns sehr, dass wir nunmehr eine weitere Sehenswürdigkeit im Geoportal in Betrieb nehmen können", erklärte der Thallwitzer Rathauschef. Seit Eröffnung des Freigeländes vor vier Jahren wurden unter anderem ein Barfußpfad, ein Steinlabyrinth und ein nachempfundener Mammutbaum angelegt. Während die Schau im Herrenhaus geologische Zusammenhänge beleuchtet, sollen die Objekte im Park spielerisch ans Thema heranführen.

"Der Bohrkern verdeutlicht die Lagerung der Millionen Jahre alten Schichten", sagte Hoschkara. "Übereinander sind hier Porphyr, Kaolin, Braunkohle und Torf dargestellt." Auch wenig Muskelkraft reicht aus, um über eine Kurbel den Bohrkern auf und ab schweben zu lassen. Eine neben dem Hebewerk angebrachte Tafel erklärt die einzelnen Erdschichten. Kostenpunkt: 17 000 Euro.

Die Umsetzung des jüngsten Moduls habe viel Kreativität gefordert, ließ Karin Kreher vom beauftragten Ingenieurbüro durchblicken. "Wir sind auf schwierige Bodenverhältnisse gestoßen, die uns doch einiges Kopfzerbrechen bereitet haben." So musste noch einmal ein Statiker zu Rate gezogen werden, um der Konstruktion auch die nötige Standfestigkeit zu verleihen. Auch zusätzliche Betonarbeiten und das Einbringen von Brunnenfassungen waren erforderlich. Das Ergebnis kann sich auch nach Meinung von Landrat Gerhard Gey (CDU) sehen lassen. Gey war am gestrigen Brückentag extra mit dem Fahrrad angereist, um die jüngste touristische Kreation in Röcknitz zu bestaunen. "Die Akteure rund um das Herrenhaus sind ja Vorreiter beim Thema Geoportal und haben mit dem neuen Objekt bewiesen, dass sie ständig bemüht sind, die Angebote auszubauen." Als Präsident des Trägervereins Naturpark Muldental wies Gey darauf hin, dass das Engagement unter dem Dach des Geoparks ein wichtiger Schlüssel zur Beantragung von Fördermitteln sei.

Feierlich eröffnet wurde ebenfalls ein behindertengerechter Zugang in den Geoerlebnisgarten, den ebenfalls die Kommune in Auftrag gegeben hatte. "Besucher des Herrenhauses können jetzt barrierefrei in den Park gelangen", machte Thomas Pöge deutlich. Serpentinenartig schlängelt sich der Pfad auf rund 30 Metern in den Park hinab. Für Schulklassen und weitere Besucher entstanden im Schatten großer Bäume außerdem Sitzgruppen. Und weitere Pläne hat die Gemeinde schon in der Schublade. "Wir möchten gern aus unserem betagten Spielplatz am Parkeingang ein besonderes Aushängeschild machen", deutete der Bürgermeister an. "Herzstück soll eine Erhebung in Form eines Vulkans sein". Wenn alles klappt, starten die Arbeiten noch in diesem Jahr. Der Gemeinderat gab für den Entwurf des phantasievollen Tobeplatzes bereits grünes Licht. Nunmehr bemühe man sich noch im Zuschüsse.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2014
Simone Prenzel

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