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Wurzen Geplante Rewe-Ansiedlung in Wurzen erregt die Gemüter
Region Wurzen Geplante Rewe-Ansiedlung in Wurzen erregt die Gemüter
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00:37 16.10.2015
Künftiger Standort: Auf der Fläche des ehemaligen Drahtseilwerkes - Dresdener Straße, Ecke Rosa-Luxemburg-Straße - soll der Frischemarkt entstehen. Quelle: Andreas Röse
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Wurzen

Eben jenes Prozedere ruft nunmehr Anwohner auf den Plan, darunter Bettina Richter aus der Rosa-Luxemburg-Straße 10. Wie sie fürchten auch andere Anrainer um die Ruhe im Wohngebiet. Bereits seit Wochen sucht Richter daher den Kontakt mit dem Stadthaus – mehr oder minder erfolglos. Denn zuletzt sei Stadtplaner Carl Rößler immer wieder mal nicht zu sprechen gewesen. „Insofern stimmt es nicht ganz, dass es keine Einwände gab, nimmt Richter Bezug auf eine Aussage Rößlers zur Parlamentstagung am 30. September. Die Kritiker äußerten schon am 29. Juli dieses Jahres per Einschreiben ihre Bedenken zum Projekt.

Darin, so Richter, „brachten wir gute Argumente vor, dass ein weiterer Großkonzern hier in Wurzen eine Chance zur Ansiedlung bekommt“. Und zwar mitten in der Stadt und unweit von Aldi, Diska, Netto und Co. Aussagen in der Art: Wir brauchen Rewe hier in Wurzen, das ist gut für die Wirtschaft. Oder: Rewe ist ein Vollsortimenter, der regionale Produkte anbietet, wischt die junge Frau energisch vom Tisch: „Falsch, fast jeder der oben genannten Läden bietet Regionales an.“ Genau so wenig lässt sie sich davon in die Verhinderer-Ecke drängeln, dass ja Arbeitsplätze geschaffen werden. „Wenn, dann doch für Geringbeschäftigte wie Verkäuferinnen!“

Aus ihrer Sicht und der ihrer Nachbarn gehöre „ein Rewe-Fertigbunker in ein Gewerbegebiet“ und nicht an den „Rand einer 100-jährigen Siedlung“. Allein der Abriss von drei großen Baracken auf dem einstigen Firmenareal, später der Neubau und irgendwann der Anlieferverkehr bis 23 Uhr schmälerten die Wohn- und Lebensqualität. All dies haben die besorgten Bewohner zu Papier gebracht. Doch Richter vermutet: „Und gebaut wird doch, weil niemand zur Kenntnis nimmt, dass die Nachteile die angeblichen Vorteile aufwiegen!“

Erstmals öffentlich machte die Rewe Group ihr Vorhaben übrigens im September 2012. Das ist drei Jahre her. Zum Treffen der Wurzener Innenstadthändler stellten seinerzeit Ulli Seyfarth, Expansionsgebietsleiter Region Ost, und Investor Klaus Landau die Details vor. Demnach avisierte der Handelskonzern von Anfang an, den Frischemarkt auf dem südlichen Teil des Grundstückes der Westfälischen Drahtindustrie GmbH mit Sitz in Hamm (Westfalen) zu errichten. Hierfür benötigt Rewe 7000 Quadratmeter, informierte Seyfarth, etwa 1550 Quadratmeter beanspruche allein die Verkaufsfläche. Darüber hinaus entstünden 100 Parkplätze. Eigenen Analysen zufolge geht Rewe von 1500 bis 2000 Kundenkontakten pro Tag am neuen Standort aus. Das Eröffnungsziel damals: Herbst 2014.

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