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Wurzen Gerd Bretschneider packt Zuckerbrot und Peitsche aus
Region Wurzen Gerd Bretschneider packt Zuckerbrot und Peitsche aus
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11:21 01.04.2016
Kommandant der Salutformation: Gerd Bretschneider  Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Wurzen

 Als Kommandant der Salutformation in der Privilegierten Bürger-Schützen-Gilde 1470 zu Wurzen ist Gerd Bretschneider seit Jahren schon eine Institution. Nun haben ihm vor allem Vereinsmitglieder, aber auch Freunde, Bekannte und Weggefährten zu seinem 75. Geburtstag gratuliert. Und das wurde standesgemäß mit mehreren Salutschüssen kundgetan.

Unter den Ehrengästen weilten Vertreter aus vielen Bereichen der Wurzener Politik und Gesellschaft. Doch mit besonderer Freude begrüßte der Jubilar den Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher, alias Klaus Beckert aus Leipzig. Der 79-Jährige ist nach eigenem Bekunden seit 1988 Europas einziger Blücher-Darsteller, um die spannende Geschichte der napoleonischen Schlachten am Leben zu erhalten. Bekam Blücher für sein Kommen neben dem Dank vor der Front auch eine Ehrenurkunde, agierte Bretschneider in seinen Dankesworten mit Zuckerbrot und Peitsche in der Runde. So erinnerte er an das einstige Vereinsmitglied Jörg Röglin. Der heutige Oberbürgermeister habe gute bis sehr gute Schießergebnisse abgeliefert, obwohl er mit links geschossen habe. Aber für Bretschneider noch immer unverständlich sei, dass es mit Röglin als Rathauschef keine Salutschüsse der Privilegierten Bürger-Schützen-Gilde zur Eröffnung der 1050-Jahrfeier gab und auch nicht zum Sachsentag. „Das hat uns alle und mich besonders sehr geärgert“, konnte sich Bretschneider diesen Seitenhieb nicht verkneifen. Andere Kameraden an seiner Seite kamen glimpflicher davon. Der Jubilar sang gar ein Loblied auf den einen oder anderen, um so für jahrelange Freundschaften zu danken.

Bretschneider, so gab er Einblicke in seine Vita, ist im sächsischen Lichtenstein geboren, besuchte in Glauchau die Schule und absolviert dort auch eine Lehre zum Kfz-Schlosser. 1962 hat er seinen Kfz-Meisterbrief bekommen. Vor nunmehr 60 Jahren zog er mit seien Eltern nach Dehnitz bei Wurzen. Sein beruflicher Werdegang liest sich wie ein Roman. Bei der Nationalen Volksarmee war er Werkstattleiter und nach der Armee kehrte er wieder in seinen Betrieb, ins Baukombinat Leipzig zurück. Dort war er unter anderem als Leiter für Großraum- und Schwerlasttransport tätig, den er im Baukombinat mit aus der Taufe half. Außerdem engagierte sich Bretschneider als Kfz-Prüfer im Motorsport. Aber dort habe er es nicht so toll gefunden, zumeist nur die kaputtgefahrenen Karren zu reparieren. „Deshalb bin ich 1957 zum Sportschießen gewechselt.“

Nicht nur die Neugründung des Wurzener Schützenvereins vor 25 Jahren geht auf die Initiative von Bretschneider zurück, der sich mit Titeln des mehrfachen Vereins-, Kreis-, Bezirks und Landesmeister in verschiedenen Disziplinen des Sportschießens dekorieren darf. Auch so manche Aktivitäten im Verein tragen seine Handschrift. Und dank Unterstützung durch seine Frau Edith ist Bretschneider als Macher im Verein bekannt und von seinen Kameraden herzlichst gefeiert worden.

Von Frank Schmidt

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