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Wurzen Gerichshain: Bundespolizei stellt 15-jährige Randalierer per Hubschrauber
Region Wurzen Gerichshain: Bundespolizei stellt 15-jährige Randalierer per Hubschrauber
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17:26 12.10.2016
Sinnloser Vandalismus: Diese Bahnhofsuhr geht auf das Konto der zwei 15-jährigen Randalierer, die von der Polizei gestellt wurden. Quelle: Frank Schmidt
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Machern/Gerichshain

Was haben diese Rotzer nachts auf der Straße zu suchen? Das fragten sich am Mittwoch viele Gerichshainer, nachdem bekannt geworden war, warum ein Polizeihubschrauber in der Nacht zum Dienstag über ihrem Ort gekreist war. Den Informationen der Bundespolizei zufolge hatten zwei 15-Jährige am Haltepunkt Gerichshain randaliert. Ein aufmerksamer Anwohner informierte gegen 1,45 Uhr die Polizei, weil er gehört hatte, wie am Haltepunkt Glas zu Bruch gehen würde. „Als eine Streife der Bundespolizei wenige Minuten später den Ereignisort erreichte, stellten die Beamten neben zwei beschädigten Bahnhofsuhren ein Feuer unter einer Fahrplanvitrine fest“, sagte Yvonne Manger, Sprecherin bei der Bundespolizeiinspektion in Leipzig. Die Streifenpolizisten hätten die Tatverdächtigen noch in Richtung Gerichshain flüchten sehen. Es sei jedoch nicht erkennbar gewesen, wie viele Randalierer sich aus dem Staub gemacht haben. Deshalb wurden weitere Kräfte angefordert. Ein in der Nähe befindlicher Hubschrauber wäre von seiner Route abgedreht und hätte die Verfolgung der Streifenpolizisten durch Suchscheinwerfer unterstützt. Auf einem Feld seien dann die Jugendlichen aus der Luft erspäht worden. “Der Hubschrauber hat die Lage statisch gemacht“, so Manger im Fachjargon. Soll heißen, die Flüchtenden zur Aufgabe gezwungen. Der Scheinwerferkegel würde durchaus furchteinflößende Wirkung entfalten, erklärte die Fachfrau. Von den Streifenpolizisten seien die beiden Jugendlichen festgenommen und gegen 3.30 Uhr den Eltern übergeben worden.

Während von Bahnmitarbeitern bereits die gröbsten Schäden am Haltepunkt beseitigt worden sind, war am Mittwoch noch unklar, wer den Brand gelöscht hat. Im Ort erzählt man sich, dass ein in der Nähe wohnender Floriansjünger aus der örtlichen Feuerwehr die nicht weiter gefährlichen Flammen gelöscht hat. Die Bundespolizei gibt an, dass die Streifenpolizisten löschten, bevor sie die Verfolgung aufnahmen. Der Gemeindewehrleiter war am Mittwoch nicht erreichbar, er schult sich auf einem Feuerwehrlehrgang. Im Amt für Ordnung und Sicherheit des Macherner Rathauses war der Vorfall auch nicht näher bekannt. „Mir liegen zumindest dazu weder ein Einsatzbericht vor noch andere Informationen“, erklärte Meike Gorgas im Ordnungsamt.

Dass die Anwohner rund um den Gerichshainer Bahnhof allzu oft unruhige Nächte erleben, bestätigte am Mittwoch Christine Rothe. „Ach, was glauben Sie, was hier manchmal los ist. Ich wohne ja gleich in der Nähe und habe auch den Hubschrauber gehört. Wie auch schon in der Nacht zuvor, aber da waren die ja auf der Suche nach dem Syrer aus Chemnitz“, erzählte die Frau. Sie habe jedoch erst von den Bahnmitarbeitern erfahren, dass zwei Jugendliche dingfest gemacht werden konnten – „was ich selbst so nicht mitbekommen habe. Zumindest war damit für mich der Hubschraubereinsatz klar“, fuhr die Seniorin fort.

Auch für die Besatzung des Hubschraubers war die Unterstützung der Kollegen bei der Festnahmen der Jugendlichen kein ungewöhnlicher Einsatz. „Der Hubschrauber war im Rahmen der Bahnüberwachung unterwegs“, erklärte Manger. Einen Zusammenhang mit der Festnahme des in Leipzig-Paunsdorf untergetauchten Terrorverdächtigen wies sie zurück. Mitunter würden die Piloten auch Präventivflüge durchführen, um die notwendigen Flugstunden zur Erhaltung der Fluglizenz zu absolvieren. Diese würden manchmal gekoppelt mit der Beobachtung von Strecken, auf denen häufig Buntmetall gestohlen wird.

Ob den Jugendlichen, die ein zivilrechtliches Verfahren wegen der Sachbeschädigung am Haltepunkt Gerichshain erwartet, von der Bundespolizei eine Rechnung präsentiert wird, konnte Manger am Mittwoch nicht sagen. Da sie mit 15 nocht nicht erwachsen seien, schlage vermutlich das Recht nicht mit voller Härte zu. „Aber die Bahn wird ihre Schadensersatzforderungen in voller Höhe geltend machen“, so Manger. Das dürfte in den Familien durchaus für schlaflose Nächte sorgen.

Von Birgit Schöppenthau und Frank Schmidt

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