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Wurzen Gesamtvorstand kündigt drei Wurzener Vereinen die Mitgliedschaft
Region Wurzen Gesamtvorstand kündigt drei Wurzener Vereinen die Mitgliedschaft
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05:00 24.04.2017
Eingang zur Gartensparte Muldenaue: Der Verein gehört zu den drei Gemeinschaften, die künftig eigene Wege gehen möchten. Quelle: Thomas Kube
Wurzen

Der Gesamtvorstand des Regionalverbandes (RV) „Muldental“ der Kleingärtner hat zu seiner jüngsten Sitzung den drei Wurzener Kleingartenvereinen „Am Doktorteich“, „Muldenaue“ sowie „Am Windmühlenweg“ die Mitgliedschaft in der Dachorganisation gekündigt. Der Ausschluss erfolgt zum 1. Januar 2018 und „ausschließlich auf Wunsch der Gemeinschaften hin“, teilte RV-Präsident Frank Lichtenberger mit.

Immerhin ließ das Trio bereits Ende Oktober des Vorjahres über ihren Anwalt wissen, einen eigenen Stadtverband Wurzen gründen zu wollen. Da jene Institution in Konkurrenz zum RV stünde und selbst ein Pachtverhältnis mit der Stadtverwaltung anstrebe, hieß es im Beschlussantrag an den Gesamtvorstand, sei ein Ausschluss notwendig.

Der aktuelle Entscheid bleibt jedoch nicht ohne Konsequenzen. Demnach setzte der RV allen drei Vereinen eine Frist bis zum 23. April, um die momentan leerstehenden Pachtflächen der Sparten in einen „vertragsmäßigen Zustand herzustellen“. Was darunter zu verstehen ist, listet der Beschlussantrag auf: das Entfernen sämtlicher Immobilien und Anpflanzungen sowie das Beseitigen der Zäune, Wege, Beeteinfassungen, Wurzeln, Strom- und Wasserleitungen. Außerdem gilt es, die nicht genutzten oder verpachteten Vereinsgebäude zurückzubauen. Zugleich betonte Lichtenberger, dass gerade diese Auflagen im Generalpachtvertrag zwischen RV und der Stadt Wurzen verankert seien. Das Ultimatum diene allein schon der Sicherheit, „damit nicht später der Verband für Nachlässigkeiten von Nichtmitgliedern in Haftung gerät“.

Doch was passiert eigentlich, wenn die drei Vereine die Frist verstreichen lassen? „Notfalls müssen wir dann die Forderung gegenüber den Vereinsvorständen vor Gericht einklagen.“ Derzeit sind in den drei Sparten etwa 100 Gärten verwaist. Das Beräumen kalkuliert der RV mit durchschnittlich 4000 Euro pro Parzelle. Teuer wird der Verbandsausschluss aber ferner für jeden einzelnen Laubenpieper der Muldenaue, des Windmühlenweges und Doktorteiches. Denn mit dem gewollten Abschied aus der Dachorganisation werden die Kleingärtner nach Bundeskleingartengesetz zu den Kosten der Verwaltung herangezogen. Steffen Göttlinger, Vorsitzender der Muldenaue, bezifferte den Betrag in der Versammlung mit zehn Euro pro Monat, also 120 Euro im Jahr. Aus Sicht von Präsident Lichtenberger seien folglich vor allem die Vereinsmitglieder die Leidtragenden der jetzigen Situation.

Lediglich der Vierte im Bunde der Ende August 2016 ins Leben gerufenen Arbeitsgemeinschaft zur Gründung eines Stadtverbandes Wurzen – der Kleingartenverein „Rodelbahn“ – äußerte sich zur Gesamtvorstandssitzung und plädierte klar und deutlich für den Verbleib im RV. Seitens der Dreierallianz von Göttlinger, Rüdiger Weiß und Steffen Lange gab es an diesem Vormittag im Grimmaer Ratskeller keinerlei Äußerungen im Vorfeld des Mehrheitsbeschlusses, versicherte Lichtenberger. „Im Übrigen schlägt der RV mit dem aktuellen Ausschluss die Tür nicht für immer zu. Das letzte Wort haben schließlich die Mitglieder der drei Wurzener Vereine.“

Dem Muldentaler Regionalverband der Kleingärtner gehören zurzeit 88 Vereine von Altenhain bis Zschoppach mit 5013 Mitgliedern und einer Gesamtfläche von über 200 Hektar an. In der heutigen Struktur existiert die Dachorganisation seit dem 27. Februar 1993 als Rechtsnachfolger des früheren Kreisverbandes der Garten- und Siedlerfreunde Wurzen sowie des Kreisverbandes Grimma der Kleingärtner.

Von Kai-Uwe Brandt

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