Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Geschichtslektion im Gefängnis Waldheim
Region Wurzen Geschichtslektion im Gefängnis Waldheim
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:51 23.03.2010
Anzeige
Falkenhain/Waldheim

Organisiert wurde die Exkursion von der Wurzener Bezirksgruppe der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS). Der Bennewitzer Rolf Starke, der Vorsitzende der Gruppe, begleitete die jungen Leute mit seinem Stellvertreter Horst Radigk aus Watzschwitz. Beide Männer haben die schlimmste Zeit ihres Lebens als politische Häftlinge in Waldheim abgesessen, während der dritte Zeitzeuge im Bus, Helmut Janke, bittere Jugendjahre im Lager Mühlberg verbrachte.

„Es war eine recht interessante Exkursion. Die Museumsführung und der Film über die JVA haben mir am besten gefallen“, sagte Stefan Göldner aus der 9b. „Leider konnten wir keine richtige Zelle anschauen. Aber ich sehe ein, dass sich die Häftlinge dann wie im Zoo vorkommen würden.“ In der DDR, so Göldner, sollen die Zellen ganz schlimm ausgesehen haben. Heute wäre es nach Aussagen der drei VOS-Vertreter wie im Urlaub und reiner Luxus. „Ich hätte nicht erwartet, dass auf dem Gelände eine Kirche steht und die Häftlinge in den Gottesdienst gehen dürfen“, ergänzte Anke Aßmus. Interessant waren für sie Exponate, die belegen, was Gefangenen versuchten einzuschmuggeln.

„Für mich war das Gespräch mit den Männern vom VOS sehr interessant. Sie können aus eigenen Erfahrungen erzählen, wie es damals war. Wenn sie sagen, dass die Zellen heute wie Urlaub sind, dann ist für mich besser vorstellbar, wie die Gefangenen früher behandelt wurden“, schilderte Max Schindler seine Eindrücke. Ihn habe auch erstaunt, dass heute jeder Häftling sein eigenes Zimmer habe, im Gefängnis arbeite und Geld verdiene. Um sich ein Bild vom Tagesablauf zu machen, nahmen die Schüler am Mittagessen im Gefängnis teil. Spinat und Spaghetti waren für viele eine gewöhnungsbedürftige Zusammenstellung. „Doch wenn man Hunger hat schmeckt alles“, stellte Max Schindler fest.

„Mit der Exkursion gelingt es, die im Unterricht behandelte DDR-Geschichte mit Blick auf die Opfer des Regimes zu vertiefen“, konstatiert Schulleiterin Ramona Zauner. Für die Schüler sei der Blick auf den Gefängnisalltag zudem eine Erfahrung fürs Leben. Zauner dankt der VOS-Bezirksgruppe für die kostenlose Möglichkeit, dass die Schüler prägende Erfahrungen machen können.

Die Wurzener VOS-Gruppe organisiert die Busexkursion am 30. März für Falkenhainer Schüler ein zweites Mal. Dann geht die 9a auf Tour.

Ingrid Leps

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wurzen. Eine „bunte“ Tageszeitung machte sogar rekordverdächtige Tiefen der Krater in der Torgauer Straße aus. Jetzt ist sicher, dass die Trasse erneuert wird.

23.03.2010

Die Resonanz auf das Hoffestes des Nemter Landguts hatte ahnen lassen, dass der Tag zahlreiche Gäste nach Dehnitz lockt. Der Zuspruch am Sonnabend aber sprengte alle Erwartungen.

22.03.2010

 Polenz. Die Polenzer machen ernst: Um ihre Forderung nach einem Radweg an der stark befahrenen Staatsstraße Richtung Brandis durchzusetzen, gründeten rund 20 Einwohner jetzt eine Bürgerinitiative.

20.03.2010
Anzeige