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Geschichtsverein lässt Ehrenbürger-Grab von Georg Juel wieder herrichten

Denkmalprojekt Geschichtsverein lässt Ehrenbürger-Grab von Georg Juel wieder herrichten

Der Wurzener Geschichts- und Altstadtverein hat Anfang der Woche sein jüngstes Projekt abgeschlossen. Auf dem Friedhof in der Dresdener Straße ließ die Gemeinschaft das Grab des Ehrenbürgers Petter Andreas Georg Juel (1840 – 1900) wieder herrichten. Der Teppichfabrikant gilt als Gründer des Stadtparkes Wurzen.

Neuer Zaun für das Grab des Wurzener Ehrenbürgers Petter Andreas Georg Juel. Im Bild (v.l.): Vereinschef Jürgen Schmidt, Ernst Petter, Dorothea Strekies sowie Stadtchronist Wolfgang Ebert und Frank Schumann von der Gärtnerei Schumann, die die Pflege übernimmt.

Quelle: Kai-Uwe Brandt

Wurzen. Der Wurzener Geschichts- und Altstadtverein hat Anfang der Woche offiziell die neu hergerichtete Grabstätte des Ehrenbürgers Petter Andreas Georg Juel (1840 – 1900) auf dem Friedhof Dresdener Straße übergeben. Nicht zum ersten Mal, so Vereinschef Jürgen Schmidt, kümmerte sich die Gemeinschaft um wichtige Baudenkmale der Muldestadt, wie zum Beispiel die Postmeilensäule in der Wenceslaigasse oder das Gefallenendenkmal auf dem Alten Friedhof.

„Leider war die Grabstätte des Unternehmers und Stadtparkgründers Juel in einem schlechten Zustand“, berichtet Schmidt. Daher entschloss sich der Geschichtsverein zum Handeln und ließ unter anderem das Gitter erneuern. „In Vorstandsmitglied, Kunstschmied und Diplomingenieur (FH) Ernst Petter fanden wir einen kompetenten Fachmann, der gleich mehrere Entwürfe fertigte und vorlegte.“ Über diese entschied letztlich die Untere Denkmalschutzbehörde in Grimma. Die Initiatoren arbeiteten dabei Hand in Hand mit Tim Tepper vom Landratsamt und Eleonore Roitzsch von der Friedhofsverwaltung zusammen. So wurde außerdem von den Mitarbeitern des Friedhofs die rissige Mauer verputzt. Eine pflegearme Bepflanzung, um die sich in Zukunft „unser Vereinsmitglied in spe“ Frank Schumann von der Gärtnerei Schumann kümmert, setze laut Schmidt den i-Punkt auf die Aktion. Den finanziellen Aufwand des jüngsten Projektes trage zudem der Verein und zwar ganz ohne Fördergelder.

Würdigende Worte und interessante Hintergründe bezüglich des Ehrenbürgers Juel fand Stadtchronist Ebert. Er erinnerte daran, dass der Teppichfabrikant und damalige Vorsitzende des Verschönerungsvereins letztlich den Anstoß für die Errichtung des Stadtparkes gab. Den ersten Baum – die Fischer-Eiche – pflanzte zur Mittagsstunde am 12. Oktober 1879 der Wurzener Bürgermeister Heinrich Alfred Mühle (1839 – 1907).

Der Unternehmer und gelernte Kaufmann Juel wurde am 11. Oktober 1840 in Wisby bei Oslo geboren, wuchs nach dem frühen Tod seiner Mutter bei den Großeltern in Hamburg und später bei Pflegeeltern auf. 1864 verlobte er sich in Leipzig mit Elise Friederike Schütz, Tochter des Johann Friedrich August Schütz, der 1840 eine Tapetenfabrik in Wurzen gegründet hatte. Da die Ehe kinderlos blieb, adoptierten die Juels 1885 ein Geschwisterpaar aus Wien – Rudolf und Ottilie Klug.

„In der Grabstätte sind übrigens sechs Personen beigesetzt“, erzählt Ebert. „Darunter seine Pflegeeltern.“ Zuletzt kam am 29. Dezember 1956 die Urne von Ottilie (verheiratete Dancovici) in die Erde. „Der Mutter von Rudolf und Ottilie vermittelte Juel übrigens eine Weinhandlung in Stuttgart, baute seinen nahen Verwandten in der Geschwister-Scholl-Straße, früher Parkstraße, mehrere Häuser.“

Gerade Georg Juels Wirken für die grüne Lunge Wurzens bewegt Ernst Petter. Denn seit das für den Unternehmer 1908 errichtete Denkmal im Stadtpark von den damaligen SED-Machthabern 1973 entfernt wurde, deutet heute nichts mehr auf den Gründer hin. „Ich habe schon länger die Idee, am Eingang des Parkes – am besten unweit der Fischer-Eiche – mit einem geeigneten Schild auf die historische Bedeutung und auf den Ehrenbürger hinzuweisen“, so der 79-Jährige mit Blick zu seinem Vereinschef. Schmidts Reaktion darauf: „Wir werden den Gedanken gern aufgreifen. Juel wird in Wurzen nicht vergessen.“

Von Kai-Uwe Brandt

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