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Wurzen Gleichstellungsbeauftragte berichtet über ihre Arbeit
Region Wurzen Gleichstellungsbeauftragte berichtet über ihre Arbeit
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14:38 19.04.2017
Sylke Mathiebe sensibilisierte in ihrem Bericht vor den Stadträten für Probleme bei Kinderbetreuung und Klassenstärken in Grundschulen. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Wurzen

Sylke Mathiebe – die Gleichstellungsbeauftragte der Ringelnatzstadt trat in der jüngsten Stadtratssitzung ans Mikrofon, um ihren Tätigkeitsbericht vorzustellen. Zunächst räumte sie ein, dass es schwierig sei, so einen Tätigkeitsbericht zu erstellen, da die Arbeit eines Gleichstellungsbeauftragten alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens umfasst, jedoch nicht unmittelbar in der Öffentlichkeit stattfindet und, so fügte sie an, „auch nicht unmittelbar die Arbeit des Stadtrates berührt.“ Offen blieb, welche Botschaft Mathiebe mit dieser Feststellung transportieren wollte. „Außerdem würde ein vollständiger Tätigkeitsbericht vermutlich den zeitlichen Rahmen sprengen“, rechtfertigte Mathiebe ihre Ausführungen, die sich auf die Kinderbetreuung und die Situationen der Grundschulen beschränkten. Zwei Themen, die „mir zur Zeit Sorgen bereiten. Und ich hoffe, dass sich der eine oder andere der Sorgen annehmen kann, um die Problematik mal aus einer anderen Perspektive als bisher, sprich mit anderen Augen zu sehen“, sagte sie an die Adresse der Parlamentarier.

In Sachen Kinderbetreuung erläuterte Mathiebe den gesetzlich geregelten Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder sowie mögliche Konsequenzen für die Stadt, für den Fall, dass dieser Rechtsanspruch verletzt werde. In diesem Kontext merkte sie an, dass die Stadt zwar Kita-Plätze schaffen, aber dafür keine Fördergelder akquirieren könne, weil der Bedarf nicht nachgewiesen werde. Damit komme die Stadt gegenüber Eltern in Erklärungsnot. Außerdem trage sie das Risiko von Schadensersatzforderungen durch Eltern, da sich das Landratsamt auf Statistiken und Zahlen berufe, die suggerieren würden, Wurzen habe genügend Plätze zur Verfügung. „Positiv möchte ich noch anmerken, dass die Stadt dieses Problem erkannt hat. Wir haben einen neuen Fachbereichsleiter und nach meiner Einschätzung wird mit dem Thema jetzt anders umgegangen“, fügte Mathiebe mit einem Seitenhieb auf den ehemaligen Fachbereichsleiter an, mit dem es vor geraumer Zeit teils auch offen ausgetragene Unstimmigkeiten gab (die LVZ berichtete).

Grundsätzlich aber bestehe keine Gefahr, dass Wurzen gegen den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung verstoße, was Mathiebe mit einem Zahlenkonstrukt zur aktuellen und zukünftigen Belegung untermauerte. Allerdings sehe sie einen Widerspruch in den Zahlen der tatsächlichen und statistischen Kita-Plätze, der zunächst etwas verwirrend erschien, sich aber ihrer Meinung nach aus den Zu- und Abgängen im Zuge von Einschulungen ergeben würde.

Beim zweiten Thema Grundschulen drehte es sich um die Klassenstärken. „Das ist ein ganz wichtiger Faktor, den wir als Stadt beeinflussen können und sollten. Denn die Bildungsqualität ist entscheidend für gleiche Bildungschancen.“ Das betonte Mathiebe mit dem Hinweis auf die „veränderten Rahmenbedingungen“, wonach man versuchen müsse, die Schüler auf alle Grundschulen gleichmäßig zu verteilen, was aktuell nicht der Fall sei. Insbesondere für Inklusionsschüler könne das zum Problem werden, wenn sie in übervollen Klassen unterrichtet werden müssen.

Von Frank Schmidt

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