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Wurzen Glück im Unglück: Tonnenschwere Maschine kippt um, Forstwirt rettet sich
Region Wurzen Glück im Unglück: Tonnenschwere Maschine kippt um, Forstwirt rettet sich
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11:38 28.04.2016
Die voll beladene Holzrückemaschine kippte bei Mahlitzsch auf einem abbrechenden Waldweg in die Tiefe. Der Fahrer blieb, wie durch ein Wunder, unverletzt. Quelle: Thomas Sparrer
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Döbeln/Roßwein

Dieser Tag wird für Alexander Uta so etwas wie ein zweiter Geburtstag. Der 32-jährige Forstwirt aus Machern hatte am Dienstagvormittag riesiges Glück.

Er war mit seinem Kollegen Martin Seddig (28) zum Holzrücken im Wald oberhalb des Kaiserbachtals und des Zweiniger Grundes im Einsatz. Nach der Holzernte im Winter muss das Holz nun aus dem Wald geholt werden. Etwa fünf Tonnen auf drei Meter länge geschnittene Holzstämme hatte er auf seine Holzrückemaschine vom Typ Valmet geladen. Bis zu zehn Tonnen kann die selbst zwölf Tonnen schwere Maschine laden. Auf der Abfahrt auf dem steilen Waldweg passierte schließlich das Unglück. Der Waldweg unter der schweren Holzerntemaschine bricht weg. Die hölzerne Last rutscht einen steilen, etwa 20 Meter tiefen Abhang hinunter. Die schwere Maschine ächzt und kippt langsam. Geistesgegenwärtig springt Alexander Uta aus dem Fahrerhaus und kann der rutschenden und kippenden Maschine ausweichen. Große Bäume bremsen auf dem Abhang ihren Fall. Sie liegt auf dem Dach, die riesigen Räder nach oben.

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Die voll beladene Holzrückemaschine kippte bei Mahlitzsch auf einem abbrechenden Waldweg in die Tiefe. Der Fahrer konnte zum Glück noch abspringen und blieb unverletzt.

„Glück gehabt.“ Alexander Uta atmet hörbar aus. Das hätte schief gehen können. Wenig später rückt die Freiwillige Feuerwehr Döbeln mit drei Fahrzeugen und 13 Mann Besatzung an. „Es ging vor allem darum, dass kein Öl ausläuft“, sagt Steffen Uta, Inhaber der Firma Forst- und Landschaftspflege Uta aus Machern. „Doch die Maschine ist robust. Es lief zum Glück nichts aus“, so der Firmenchef. Die Feuerwehr rückt wieder ab. Bei der Bergung der 200 000 Euro teuren Maschine können die Kameraden nicht helfen. „Das wird eine schwierige Kiste. Denn dort oben in den Wald kommt kein schwerer Bergekran hin“, runzelt Döbelns Feuerwehrchef Thomas Harnisch die Stirn.

In 20 Jahren der erste schwere Unfall

In den 20 Jahren des Bestehens der Firma aus Machern war es der erste schwere Unfall. Am Nachmittag sollte sich eine auf komplizierte Bergungen spezialisierte Firma die Unglücksstelle im Wald ansehen. „Ich bin froh, dass niemandem etwas passiert ist. Alles weitere klären die Versicherungen, die wir selbstverständlich für eine solche Maschine abgeschlossen haben“, sagt Firmenchef Steffen Uta. Sein Sohn Alexander und sein Mitarbeiter waren in Mahlitzsch im Auftrag des Waldbesitzers im Einsatz, um das im Winter geerntete Holz aus dem Wald zu bringen. Als die Arbeiten am Morgen begannen, war es noch relativ trocken. Erst später hatte es geregnet. Steffen Uta glaubt dennoch nicht, dass der Weg durchgeweicht war. „Ich denke der Abbruch des Hangstückes hatte andere Gründe.“

Alexander Uta wird am Abend zuhause seine beiden Kinder Hannes (5) und Max (2) umarmen. „Und wenn sie im Bett sind, köpfe ich eine Flasche darauf, dass mir nichts passiert ist. Ich glaube ich hatte einen Schutzengel“, sagt der Forstwirt. Die Fahrerkabine des Holzrückers ist zwar äußerst robust, ob sie aber mehrere Überschläge an dem Abhang überstanden hätte, darauf hätte Alexander lieber nicht gewettet. Sein Glück ist, dass er noch abspringen konnte.

Von Thomas Sparrer

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