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Wurzen Graffiti-Künstler gestaltet Brandiser Standesamt
Region Wurzen Graffiti-Künstler gestaltet Brandiser Standesamt
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14:52 19.05.2015
Neuer Hintergrund fürs Ja-Wort. Der Leipziger Marc Knust hat im Auftrag der Stadtverwaltung ein etwa drei Meter hohes Paar an der Wand des Trauzimmers verewigt. Quelle: Klaus Peschel

Standesbeamtin Jana Maerz ist begeistert. "Das Bild ist wirklich schön geworden", freut sie sich über den neuen Hingucker, der im Übrigen nicht der einzige im Erdgeschoss ist.

"Wir wollten für die Trauungen in unserem Rathaus eine angenehmere Atmosphäre schaffen", begründet Fachbereichsleiter Jürgen Otto, in dessen Zuständigkeit das Heiraten fällt, die künstlerische Gestaltung der Fläche. Auch die Trennwand, die bei Ausschuss- und Stadtratsdebatten den Sitzungssaal im Erdgeschoss teilt, wurde mit Motiven verziert.

Der Künstler, der den Auftrag erhielt, heißt Marc Knust und kommt aus Leipzig. Der Graffiti-Sprayer hat bereits in Markkleeberg und anderen Städten seine Handschrift hinterlassen. Auch am Brandiser Rathaus wurde der Freiberufler schon vor längerer Zeit aktiv. Die grünen Ranken an der Rückfront des Gebäudes stammen aus seinen Farbdosen.

Mächtig Farbe brachte der Leipziger jetzt auch im Ratssaal ins Spiel. An die 35 Spraydosen verbrauchte Knust für das zweite Wandbild, das in den vergangenen Tagen im Erdgeschoss entstand - eine Silhouette von Brandis. Auf sechs Metern Länge finden sich darauf bekannte Motive der Stadt. "Dem Graffiti-Künstler haben wir relativ freie Hand gelassen", berichtet Jürgen Otto. In die Auswahl haben es das Brandiser Schloss, die Stadtkirche, eine Kipplore samt Granitblock und der Westbruch in Waldsteinberg geschafft. "Eigentlich hatte ich auch noch das Gymnasium im Blick", berichtet Knust, der für seine persönliche Favoritenliste durch die Stadt streifte. "Aber aus Platzgründen mussten wir darauf leider verzichten." Umso mehr hat es dem 33-Jährigen das Schloss angetan. "Ich war ehrlich erstaunt, so ein Juwel in Brandis zu entdecken", bekennt der Auftragssprayer. "Das Anwesen hat es wirklich verdient, wachgeküsst zu werden. Und vielleicht kann es nicht schaden, wenn die Stadträte bei ihren Sitzungen diese Perle immer wieder vor Augen haben und sehen, welche Schätze Brandis doch birgt."

Das Besondere der Skyline: Sie wurde auf eine mobile Wand aufgetragen, die je nach Nutzungsart des Sitzungssaals verschoben werden kann. Bei Trauungen verschönert sie gemeinsam mit dem sanft dahingehauchten Liebespaar das Standesamt. Bei Rats- und Ausschussdebatten fällt das Bild hingegen den Abgeordneten ins Auge.

Marc Knust, der eigentlich Bäcker gelernt hat und sich künstlerisch an einer privaten Fachhochschule mit Schwerpunkt Gestaltung weiterbildete, gefällt sein Werk. "Es war das erste Mal, dass ich ein Standesamt verschönern durfte." Es könne doch nichts Befriedigenderes geben, findet er, als dem grauen Alltag ein paar Farbtupfer hinzuzufügen. Auch Jürgen Otto ist mit der Umsetzung "sehr zufrieden", wie er sagt. "Vielleicht trägt die Neugestaltung sogar dazu bei, dass künftig etwas mehr als 30 Paare im Jahr den Weg in unser Standesamt finden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.01.2014
Simone Prenzel

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