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Wurzen Graichen: Idee wird in der Praxis scheitern
Region Wurzen Graichen: Idee wird in der Praxis scheitern
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10:56 06.11.2018
Staatsminister Martin Dulig (v.l.), Steffen Lehmann vom MDV, Landrat Henry Graichen und Andreas Kultscher (Regionalbus) bei einem Termin in Brandis. Quelle: Frank Schmidt
Landkreis Leipzig

Henry Graichen reiht sich in die Reihe der Kritiker ein: Der CDU-Landrat des Landkreises Leipzig zeigt wenig Sympathie für den Vorstoß von Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD), den Nahverkehr zu zentralisieren. Gemeinsame Ziele wie das Bildungsticket würden sich durch eine Reverstaatlichung aus Graichens Sicht unmöglich bewältigen lassen. „Will der Freistaat den ÖPNV an sich ziehen, ist er verfassungsrechtlich in der Pflicht zu begründen, warum er diese Aufgabe zweckmäßiger und zuverlässiger erfüllen kann.“

Netz in der Fläche noch nicht kleinteilig genug

Die Idee einer zentralen Lösung werde wegen der Komplexität an der Praxis scheitern, zeigt sich der Kreischef überzeugt. „Ein Bildungsticket zum Beispiel nützt nur dann etwas, wenn auch ein Bus oder eine Bahn vor Ort verkehren – und dies ist gerade in den ländlichen Räumen nicht überall der Fall.“ In der Praxis laufen weit über 90 Prozent der Verkehre in den Verbundräumen. Das Netz in der Fläche und auch kleinteilig weiter auszubauen, könne vor Ort besser gestaltet werden, als zentral von Dresden aus. „Hier kennt man die Bedürfnisse und kann entsprechend gestalten.“

Fahrgastzahlen und Einnahmen steigen jedes Jahr

Dass diese Nähe zum Nutzer fruchtet, zeige sich in der Region Leipzig: „Die Fahrgastzahlen und Tarifeinnahmen steigen seit Jahren“, erklärt der Landkreis. Auch die Kunden seien mit der Leistung der sächsischen Verkehrsverbünde im bundesweiten Vergleich hochzufrieden. „Bewährt hat sich auch die Zusammenarbeit im Mitteldeutschen Verkehrsverbund mit einer Tarifstruktur, die zwischen Sachen, Thüringen und Sachsen-Anhalt abgestimmt ist.“

Aus bau des Nahverkehrs scheitert an Finanzierung

Insgesamt werde übersehen, dass ein Ticketmodell nicht an der jetzigen Organisationsform scheitert, sondern – wie meist im ÖPNV - an der Finanzierung.

Zur finanziellen Dimension sachsenweit: Die ÖPNV-Strategiekommission hatte für das Bildungsticket Kosten von etwa 50 Millionen Euro ermittelt. Weitere 60 Millionen Euro wären notwendig, um den bereits heute stark unterfinanzierten Ausbildungsverkehr auszugleichen. Zudem, so eine weitere Kritik, würde der Freistaat die Regionalisierungsmittel des Bundes den Verbänden zur Bestellung des Schienenpersonennahverkehrs lediglich weiterleiten.

Von Simone Prenzel

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