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Grandioses Naturerlebnis

Grandioses Naturerlebnis


Bennewitz. Mit dem Planitzwald vor der Haustür ist Hermann Schneider in Bennewitz aufgewachsen.

. Das hat wohl auch seine beruflichen Vorstellungen geprägt. Jetzt war der Student mit fünf weiteren Sachsen als Jüngster auf einer Expedition der Stiftung Wilderness International, um in Kanada die letzten Regenwälder zu retten. 

Auf Vancouver Island und im Norden von British Columbia nahmen die Forscher sogenannte Primärwälder ins Visier. Die Dresdner Stiftung hat die Waldflächen gekauft und unter Schutz gestellt, um sie wieder den Ureinwohnern zu übereignen. So will sie verhindern, dass auch diese temperierten oder gemäßigten Regenwälder einem gigantischen Raubbau zum Opfer fallen. Unglaubliche 98 Prozent der Baumriesen, die 700 bis 800 Jahre alt sind, wurden bereits abgeholzt. „Das sind spezielle Ökosysteme, die kaum wissenschaftlich erforscht sind. Sie stellen die größten Kohlendioxyd-Speicher der Erde dar, bei Unmengen von Niederschlag herrscht  ein ständiges Wachstum. Die Abholzung hier verschärft den Klimawandel", erklärt Schneider. Der junge Mann ist voll in seinem Element: Er hat Forstwissenschaften studiert und widmet sich jetzt im Master-Studiengang an der TU Dresden Naturressourcenmanagement.

In der kanadischen Wildnis feierte Schneider seinen 26 Geburtstag. Das Besondere an seiner zweiten großen Reise: Er musste Verantwortung übernehmen, für sich ebenso wie für die Gruppe. Den Gewinn an Erfahrungen fernab der menschlichen Zivilisation hat sich Schneider selbst zum Geschenk gemacht. Die Forschungsaufgaben, denen er sich zu stellen hatte, waren dabei nur eine Seite des Abenteuers. Wenn die nächste menschliche Ansiedlung wie auf Vancouver Island 50 Kilometer Fußmarsch entfernt ist, wird der Alltag einer sechsköpfigen Truppe zur Herausforderung: Dann hat jeder nicht nur seinen Auftrag, sondern ist selbst Träger von Ausrüstung und Lebensmitteln, muss Zelte aufbauen, Trinkwasser auffangen, Feuer machen und kochen. Der Einfachheit halber kamen ständig Nudeln und Reis mit einfachen Soßen auf den Teller. Zum Frühstück gab es Haferbrei, den Schneider schließlich nicht mehr sehen konnte. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, hatten die Expeditionsteilnehmer, der Älteste war 48 Jahre alt, immer Bärenspray dabei. Einen Mischka in XXL bekamen sie zwar nicht zu Gesicht, aber die Wölfe hörten sie schon heulen. Fitness war bei der Tour durch die unberührten kanadischen Regenwälder natürlich Grundvoraussetzung. Wasserlöcher, Wurzelteller, umgestürzte Bäume versperrten ständig den Weg. „Man war nur am Klettern", erzählt Schneider. Seine Aufgabe war es, auf ausgewählten repräsentativen Flächen die Daten der Baumgiganten zu ermitteln – Höhe, Umfang, Geokoordinaten, Vitalität. An die 2000 der Riesen nahm er bei der sechswöchigen Expedition ins Visier.

Jetzt ist er im Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung dabei, die Expeditionsdaten auszuwerten, um Vergleichswerte für die Biomasse kanadische Primärwälder aufzustellen. Damit die gigantischen Kohlenstoffspeicher nicht von der Erdoberfläche verschwinden...

Ingrid Leps

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