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Wurzen Grimma: Faun entwickelt Müll-Auto auf drei Achsen
Region Wurzen Grimma: Faun entwickelt Müll-Auto auf drei Achsen
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17:23 04.10.2012
Service gehört am Standort Grimma auch zum Produktportfolie der Faun Viatec. Quelle: Klaus Peschel
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Grimma

Helmut Schmeh, Geschäftsführer der Kirchhoff-Tochter in Grimma. In diesem Jahr laufen 250 Fahrzeuge vom Band. Das Unternehmen fertigt Aufbauten für Kehrmaschinen und Abfallsammelfahrzeuge.

In der Werkhalle auf dem TLG-Gelände in Grimma stehen die Mitarbeiter, hauptsächlich Männer, an der Produktionslinie. Ähnlich wie in der Automobilindustrie rücken die Laster nach jedem Montageschritt ein Stück weiter. Anders bei dieser Fertigung: Hier entstehen Unikate. Jeden Tag verlässt nur ein Auto die Werkhalle. Als sich das Umweltunternehmen Faun vor 20 Jahren in Grimma ansiedelte, sind im ersten Jahr 48 Fahrzeuge im Jahr ausgeliefert worden. „Ursprünglich haben wir mit Fahrzeugen zur Kanalreinigung angefangen", erzählt Schmäh, der seit 13 Jahren im Unternehmen ist. Seit 1996 seien Kehrmaschinen im Portfolio. Damit wäre Faun Marktführer in Deutschland.

Ein großer Teil der Produktion nehmen jedoch Aufbauten für Abfallsammelfahrzeuge ein. Die Zugmaschinen, die von allen namhaften Nutzfahrzeugherstellern in die Halle rollen, werden hier auf die Bedürfnisse des Bestellers umgebaut. Kunden sind Kommunen und private Dienstleister. Damit die Zivilisation in den Städten keine Spuren hinterlässt, ordern sie für die Laster Behältern mit einem Fassungsvermögen zwischen vier und zwölf Kubikmetern. Ansaugschläuche, Walzen und Lifter für das Heben von Müllkübeln sind nur ein Bruchteil aus dem Sortiment, das Faun für die Müllfahrzeuge bereithält. „Für die Ausrüstung eines solchen Fahrzeuges gibt es 400 Optionen", so Schmeh. Sogar Antriebskonzepte würden umgerüstet und die Maschinen gedrosselt.

Trotz der guten Auftragslage hat Faun die Krise in Europa zu spüren bekommen. „Der Absatz in Spanien und Italien ist zurückgegangen", erklärt Schmeh. Dafür öffne sich der russische Markt für Hightech aus Grimma. „Wir liefern inzwischen sogar Bausätze in den arabischen Raum", ergänzt er. Großes Potenzial hätten auch afrikanische Staaten. Auf diesem Kontinent sei aber lediglich Südafrika beim Sammeln und Entsorgen von Abfällen im öffentlichen Raum weit vorn.

Mit Innovationen will das Unternehmen seine Marktposition in Europa festigen. „Wir bauen gerade einen Prototyp, der mal 20 Kubikmeter Müll fassen kann", so Schmeh. Auftraggeber sei ein Dienstleister aus Süddeutschland, der Tunnel reinigt. Mit nur einer Fahrt durch den Tunnel müsse die Reinigung realisiert werden. Auf den Drei-Achser werde deshalb nicht nur ein riesiger Behälter platziert. Das Auto verfüge außerdem über verschiedene Anbauten, so dass es künftig nicht nur Müll sammlen, sondern auch kehren kann. „Was früher drei Autos erledigten, wollen wir in diesem einen Fahrzeug vereinen", so der Maschinenbauer. Wenn der Prototyp auf dem Markt einschlägt, dann müsse den 120 Mitarbeitern am Standort Grimma nicht Bange sein, versichert der Chef. Ein Unsicherheitsfaktor trübt dennoch die Zukunftsplanungen. „Der Verkauf des TLG-Geländes bereitet uns Sorgen", gesteht Schmeh. Er befürchtet, dass ein neuer Investor das Gelände zerschneiden und die Vernetzung der Unternehmen am Standort damit zerstören könnte. „Wir arbeiten hier mit 40 Firmen zusammen", erklärt Schmeh. Der Wirtschaftsstandort würde nicht mehr funktionieren, wenn Firmen abwanderten.

Birgit Schöppenthau

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