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Wurzen Grimma, Wurzen und Borna – das Gastgeber-Interesse am Tag der Sachsen
Region Wurzen Grimma, Wurzen und Borna – das Gastgeber-Interesse am Tag der Sachsen
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11:21 06.01.2016
Tag der Sachsen in Wurzen. Quelle: Thomas Kube
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Borna/Wurzen/Grimma

Die Stadt Grimma hatte ihn schon, und zwar im Jahr 2008, Wurzen erst im September: den Tag der Sachsen, das größte Volksfest im weiß-grünen Freistaat, das verlässlich am ersten Septemberwochenende 240 000 und in der Regel noch sehr viel mehr Besucher anlockt. Die Kreisstadt Borna hingegen war noch nie Ausrichter eines sachsenweiten Großereignisses. Mehrere Bewerbungsversuche um den Tag der Sachsen scheiterten seinerzeit, was sicher auch mit dem Kohlen-Image der Stadt zusammenhing. „Sicher werden wir das auch mal wieder angehen“, sagt die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). In diesem Jahr aber garantiert nicht.

Dabei gibt es durchaus geteilte Meinungen über die Effekte derartiger Großveranstaltungen. „Was die Nachhaltigkeit für das Marketing einer Stadt anbelangt, so ist das nicht so wie erwartet“, sag der Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Nach dem Tag der Sachsen spreche kein Mensch mehr davon. Immerhin habe Grimma mit der Veranstaltung seinerzeit sogar ein kleines finanzielles Plus erzielt.

Das ist Bergers Wurzener Amtskollege mit der dreitägigen Großveranstaltung im September nicht gelungen, auch wenn die Stadt statt der eingeplanten 450 000 Euro nur ein Zuschuss von 150 000 Euro zahlen musste. Dennoch sieht der Wurzener Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) den Tag der Sachsen positiv. „Natürlich ist das eine Herausforderung“, sagt der 46-Jährige, denn „die Verwaltung muss funktionieren“. Am Ende gebe es drei Tage lang ein volles Programm mit 24-Stunden-Diensten und wenig Schlaf – nach zwei Jahren Vorbereitungszeit mit Messeauftritten und diversen Presseterminen. Aber auch jetzt noch spüre er ein nennenswertes Feedback. Röglin berichtet von Firmen, denen die Ringelnatz-Stadt ein Begriff ist, „weil bei uns der Tag der Sachsen war“. Und er hält die Bewerbung um ein weiteres sächsisches Großereignis, die Landesgartenschau, nicht für ausgeschlossen. Die findet im Jahr 2019 zunächst in Frankenberg statt. Darüber sei in der Wurzener Stadtverwaltung auch schon gesprochen worden. Freilich müsse es aber ein fundiertes Konzept dafür geben. Immerhin, sagt Röglin: „Wurzen ist ja im Prinzip eine Gartenstadt.“

Wenn es um die Landesgartenschau geht, können auch Bornaer Stadtchronisten einiges erzählen. Bereits vor zwölf Jahren gab es ernsthafte Überlegungen für eine Bewerbung, die seinerzeit im Bornaer Stadtrat scheiterte, weil eine Mehrheit die Finanzierung nicht gesichert sah. Jahre später war sich zwar der Bornaer Stadtrat einig; allerdings wurde Borna als Bewerberstadt von den zuständigen Gremien am Ende aussortiert. Die Bornaer Oberbürgermeisterin Luedtke zeigt sich nur mäßig begeistert von der Vorstellung eines neuerlichen Bornaer Bewerbungsversuches. „Dafür gibt es mittlerweile weniger Geld.“ Zudem stehe aktuell und in diesem Jahr die Umsetzung der Möglichkeiten im Fokus der Verwaltung, die sich aus dem Bescheid über mehr als vier Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) ergeben.

Der Grimmaer Oberbürgermeister Berger steht einer Landesgartenschau in den Grimmaer Stadtmauern aufgeschlossen gegenüber. „Wir habe darüber schon nachgedacht.“ Allerdings wäre Berger nicht Berger, wenn er sich nur eine simple Landesgartenschau vorstellen könnte. Ihm schwebt vor, die Gartenschau mit der Landesausstellung zu verbinden. Die Landesausstellung, deren letzte Auflage es im vorigen Jahr in Torgau gab, ist eine Schau, die aller paar Jahre stattfindet und in der jeweils ein bestimmtes Thema der sächsischen Geschichte beleuchtet wird. Derartige Veranstaltungen aber brauchen einen Vorlauf von bis zu zehn Jahren. Davon abgesehen setzt Berger auf Veranstaltungen auch in den vielen Grimmaer Ortsteilen. Etwa auf das Nerchauer Gänsefest.

Von Nikos Natsidis

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