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Wurzen Grimma ehrt Johann Gottfried Seume
Region Wurzen Grimma ehrt Johann Gottfried Seume
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17:07 21.01.2013
Die Skulptur zeigt den Dichter und Weltenbummler Johann Gottfried Seume. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

Dennoch hat Seume in der Muldestadt zahlreiche Verehrer. Zum 250. Geburtstag des Dichters läuten der Grimmaer Seume-Verein und das Göschenhaus offiziell das Seume-Jahr ein. „Wir wollen den Kreis der Seume-Verehrer vergrößern", sagte Thorsten Bolte, Mitglied im internationalen Seume-Verein Arethusa.

Obwohl der in Poserna bei Weißenfels geborene Seume nur vier Jahre in Grimma lebte, hat er hier Spuren hinterlassen. Auf dem Sommersitz von Verleger Georg Joachim Göschen in Hohnstädt existiert noch heute das Arbeitszimmer seines Korrektors mit klassizistischen Möbeln und einigen Originalen aus seinem Nachlass. „Wir sind Seume-Gedenkstätte", sagte Bolte mit Nachdruck. Der Verein und die Stadt Grimma als Museumsbetreiber würden seit Jahren nicht nur das Andenken an den als Spaziergänger nach Syrakus in die Geschichte eingegangenen Dichter aufrecht erhalten. „Wir wollen seine Texte einer breiten Leserschaft zugänglich machen", so der wissenschaftliche Mitarbeiter im Göschenhaus.

Nachdem bereits im November das Seume-Buch des Berliner Literaturprofessors Bruno Preisendörfer in Grimma Premiere feierte, bereitet Bolte derzeit eine Doppelausstellung im Göschenhaus vor. Unter dem Titel „Fast vergessen" soll das Werk von Seume und seinem Dichterkollegen Christoph Martin Wieland lebendig werden. Wieland starb vor 200 Jahren und teilt das Schicksal von Seume. Auch er ist eher Experten bekannt. „Schade eigentlich", stellte Bolte fest. Denn die Expertenmeinung sei unumstritten, dass Wieland überragende Bedeutung in der deutschen Literatur besaß. „Er war einer der am meisten gelesenen Schriftsteller im 18. Jahrhundert", so Bolte, der das Feuer für Wieland bei Literaturliebhabern entfachen will.

Die Ausstellung ist aber nur ein Mosaikstein der diesjährigen Ehrung von Seume. Einen Brückenschlag planen die Freundeskreise des Dichters zwischen dem Geburtsort in Poserna bei Lützen, der Wirkungsstätte in Grimma und der Grabstätte in Teplice. „Gerade das Engagement in Teplice hat uns überrascht", sagte Annett Höhne, Chefin des Grimmaer Kulturbetriebes. Der Grimmaer Verein habe vor Jahren Kontakt aufgenommen, um Kultureinrichtungen der tschechischen Stadt ins Boot der Seume-Arbeit zu holen. „Bei ihnen lag weiterhin der Fokus auf Goethe", erinnerte sich Höhne. Jetzt flatterte eine Einladung ins Göschenhaus. In Zusammenarbeit mit der Bibliothek in Teplice und dem Lehrstuhl für Germanistik an der Universität in Usti nad Labem werden am Seumedenkmal der Stadt und am Grab des Schriftstellers Blumen niedergelegt und Vorträge stattfinden.

Das Seumefieber hat in Grimma aber weit mehr Menschen als die Mitarbeiter in den Gedenkstätten ergriffen. Schüler der Mittelschule am Wallgraben werfen ihren eigenen Blick auf den Sohn der Stadt. Welche Erkenntnisse sie daraus gewinnen konnten, verraten sie bei einem „Abend für Seume" in der Aula des St.-Augustin-Gymnasiums. Die Mitarbeiter der Seume-Bibliothek wollen an ihrem Tag der offenen Tür Kinder mit dem Dichter vertraut machen. Während der Sonderausstellung im Göschenhaus kann man individuell den Dichter und Weltenbummler entdecken. Sie wird kommenden Sonnabend eröffnet.

Birgit Schöppenthau

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