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Wurzen Grimmaer Gymnasium St. Augustin profiliert sich als Schule für Hochbegabte
Region Wurzen Grimmaer Gymnasium St. Augustin profiliert sich als Schule für Hochbegabte
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00:18 13.05.2017
Die einstige Fürstenschule soll ein Kompetenzzentrum zur Begabtenförderung in Sachsen werden. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Das Gymnasium St. Augustin richtet seinen Fokus stärker auf begabte Schüler. Ab dem kommenden Schuljahr wird es offiziell eines der vier Kompetenzzentren zur Begabtenförderung in Sachsen sein. Die Gymnasiallehrer Herma Lautenschläger (60) und Karsten Schrempel (51)  haben dazu ein Mentorenteam am Gymnasium gebildet. „Wir freuen uns, dass wir zu den vier auserwählten Bildungseinrichtungen gehören“, sagt Herma Lautenschläger. Seit 2009 vertrat die Pädagogin ihre Schule im sogenannten Gymnasialen Netzwerk Individuelle Förderung (GIFted-Netzwerk), dem 21 sächsische Gymnasien angehören. Es wurde vom Kultusministerium des Freistaates initiiert, um Kinder fachlich, methodisch und sozial gezielter zu begleiten, ohne dass sie den Regelunterricht dafür verlassen müssen.

Am Gymnasium St. Augustin wurde ein Konzept entwickelt, das bereits Schüler in der 3. und 4. Klasse der Grundschule erfasst. Denn gerade in der Übergangsphase von der Grundschule zum Gymnasium werden Experten zufolge viele Potenziale der Schüler verschüttet, die erst später wieder entdeckt werden.  „Wir haben begonnen, in den 20 Grundschulen unseres großen Einzugsbereiches unser Projekt vorzustellen“, so Herma Lautenschläger. Im Ergebnis sollen begabte Schüler, die nicht unbedingt einen Notendurchschnitt von 1.0 haben, sondern sich  durch andere Denk- und Lösungsansätze auszeichnen, herausgefiltert werden.  „Mit den Eltern und Schülern wollen wir ins Gespräch kommen, um auszuloten, wie die Kinder gefördert werden können. Denn das Potenzial entfaltet sich auf dem weiterführenden Schulweg bis zum Abitur nicht unbedingt von selbst“, ergänzt Karsten Schrempel. Den Schülern stünden dafür sowohl schulinterne als auch externe Partner zur Verfügung.  „Wir haben Kooperationen mit anderen Gymnasien, Universitäten, der Orchesterschule des JBO in Grimma und Vereinen aufgebaut“, so Schrempel. Denn das Konzept habe nicht allein zum Ziel, die Schüler an das Gymnasium St. Augustin zu binden, sondern für sie den optimalen Bildungsweg zu finden.

Das Kompetenzzentrum will aber auch dafür sorgen, dass  Lehrer in ihrer Kompetenz geschult werden.  „Es kommt sehr darauf an, dass bereits die Grundschullehrer erkennen, welche Potenzen in einem Schüler stecken, und auch eine weit verbreitete Voreingenommenheit gegenüber Hochbegabten abgebaut wird“, erklärt Lautenschläger. Deshalb gibt es auch hier ein Netzwerk von Stiftungen und Einrichtungen, die die Fortbildung der Lehrer fördern. Dazu gehört die Karg-Stiftung, die auch das GIFted-Netzwerk unterstützt. Dabei ist sich das Mentorenteam an der Schule bewusst, dass sie nur Anstöße geben können. „Bewegen müssen sich die Schüler selbst. Wir können Türen aufmachen, doch durchgehen müssen sie selbst“, so Lautenschläger.

Als Fürsten- und Landesschule im Jahr 1550 gegründet, gehörte das St. Augustin zu den bedeutendsten evangelischen Bildungseinrichtungen Deutschlands. Hier ist der Nachwuchs nicht nur im Geiste der Lehren Luthers und des Humanismus erzogen worden. Hier war auch die Elite des Landes erzogen worden. In der 467-jährigen Geschichte war St. Augustin immer Internatsschule. Da neben der gymnasialen Regelausbildung heute eine vertiefte Ausbildung in sprachlicher Profilrichtung angeboten wird, gehört eigenen Angaben zufolge ein Schulinternat auch in Zukunft zum Gymnasium.

Weitere Informationen unter: E-Mail: schule@staugustin.de, Telefonnummer: 03437 91 13 09

Von Cornelia Braun

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