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Wurzen Grippe grassiert: Schon 2900 Erkrankte und vier Tote im Landkreis Leipzig
Region Wurzen Grippe grassiert: Schon 2900 Erkrankte und vier Tote im Landkreis Leipzig
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00:32 18.03.2018
Die Grippewelle sorgt für übervolle Wartezimmer. Quelle: dpa
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Landkreis Leipzig

Die Viren schlagen in diesem Jahr besonders heftig zu: Im Landkreis Leipzig sind bisher vier Menschen der Grippe zum Opfer gefallen. Das hat die Sprecherin des Bornaer Landratsamtes, Brigitte Laux, jetzt auf LVZ-Anfrage bestätigt. Bis Dienstag waren 2903 Influenza-Erkrankungen aktenkundig. In 2521 Fällen wurde dabei eine Influenza B nachgewiesen.

Die Zahl der Erkrankten, die in den Krankenhäusern behandelt werden muss, sei weiterhin hoch und betreffe alle Kliniken im Landkreis gleichermaßen, so Laux weiter. „Über einen Aufnahmestopp in den Krankenhäusern unseres Landkreises ist dem Gesundheitsamt aber nichts bekannt.“

Muldentalkliniken sind vorbereitet

Der ist für die Muldentalkliniken auch kein Thema, wie Dr. Uwe Krause, Medizinischer Geschäftsführer und Chefarzt der Anästhesie, bestätigt. Allerdings sei in den Krankenhäusern in Wurzen und Grimma „ein deutlicher Zuwachs an Grippeerkrankungen“ zu verzeichnen.

Zwar sei nicht jeder, der mit einem entsprechende Verdacht ins Krankernhaus kommt, am Ende tatsächlich an Grippe erkrankt, „aber es sind schon mehr Fälle als normal“. Beide Krankenhäuser seien voll, „bei uns liegt aber niemand in seinem Bett auf dem Gang“.

Die Muldentalkliniken profitierten davon, dass sie bei Kapazitätsproblemen in einem Haus in der anderen Klinik nachfragen könnten. Chefarzt Krause: „Wir entscheiden jeden Tag neu.“ Zugleich verweist er darauf, dass die Grippewelle auch am medizinischen Personal nicht spurlos vorüber geht. Das heißt: Auch Mitarbeiter sind krank.

197 Influenza-Patienten in Sana Klinikum Borna

„Im Bornaer Sana-Klinikum wurden bisher 197 Patienten mit Influenza behandelt“, teilt Oliver Winkelmüller, Mitarbeiter Unternehmenskommunikation, mit. „Durch die Erfahrungen der letzten Jahre sind wir aber gut auf die laufende Grippewelle vorbereitet“, betont Martin Jonas, Geschäftsführer der Sana Kliniken Leipziger Land. Damit für Influenza-Patienten genug freie Betten zur Verfügung stehen, würden geplante Eingriffe, die nicht dringlich sind, mitunter verschoben. Keinen Grund zur Sorge gibt es bei Notfällen. „Jeder Patient kann zeit- und fachgerecht versorgt werden.

Allerdings bitten wir die Bevölkerung um Verständnis, dass es in Stoßzeiten zu etwas längeren Wartezeiten kommen kann“, heißt es bei Sana. Natürlich seien auch das Personal von der Grippewelle betroffen. „Jedoch gelingt es uns, durch den Einsatz und das Engagement der nicht erkrankten Kollegen die medizinische Versorgung weiterhin in gewohnter Weise abzusichern“, so der Klinik-Geschäftsführer.

Besuchern rät das Bornaer Klinikum, verstärkt auf die Hygiene zu achten. „So sollte jeder, der in die Klinik kommt beziehungsweise sie wieder verlässt, sich prinzipiell vorher oder danach die Hände desinfizieren.“ Wer Husten oder Schnupfen hat, sollte generell auf einen Krankenhausbesuch verzichten. Neben der Beteiligung an der Aktion „Saubere Hände“ klärt das Klinikum die Bevölkerung adäquat über die richtige Händedesinfektion auf. Daneben befinden sich in allen öffentlichen Bereichen des Krankenhauses Desinfektionsspender und Plakate mit erläuternden Erklärungen.

Auswirkungen auf Blutspenden und –vorräte

Sachsenweit war bislang die Gruppe der 45- bis 64-Jährigen besonders betroffen. Deren Zahl macht aktuell ein Drittel der Influenza-Kranken aus. Es folgt die Gruppe der 25- bis 44-Jährigen mit 22 Prozent.

Auch auf den Vorrat an Blutkonserven wirkt sich die Grippezeit aus. „Die Blutversorgung in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen ist ins Stocken geraten“, erklärt Marion Junghans vom Haema Blutspendedienst, der unter anderem in der Käthe-Kollwitz-Straße 6 in Grimma eine Anlaufstelle betreibt und an über 30 weiteren Standorten in Deutschland vertreten ist.

Wer einen grippalen Infekt hat oder Antibiotika einnimmt, dürfe kein Blut spenden. So seien in den letzten Wochen weniger Menschen zur Blutspende gekommen. „Die Vorräte in den Depots werden knapp. Die Lage ist sehr angespannt“, so die Sprecherin. Bundesweit verzeichne der private Anbieter Haema im Schnitt 17 Prozent weniger Spender, so die Sprecherin.

Auf Grippewellen und Feiertage vorbereiten können sich die Blutspendeeinrichtungen dabei nur bedingt. Das Problem sei die begrenzte Haltbarkeit von Blutpräparaten. „Je nach Art des Produkts können diese nur zwischen vier und 49 Tagen nach der Spende an Patienten weitergegeben werden“, so die Haema-Sprecherin. Nach einer überstandenen Erkrankung müssen Spender zudem pausieren.

Appelliert wird deshalb an alle gesunden Bürger, die nächste Blutspende nicht länger aufzuschieben: Auch mit Blick auf die nahenden Osterfeiertage und -ferien bestehe aktuell ein großer Bedarf an Blutspenden.

Von Simone Prenzel und Nikos Natsidis

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