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Wurzen Größtes Projekt des Jahres:Wurzener gestalten Wettinerplatz neu
Region Wurzen Größtes Projekt des Jahres:Wurzener gestalten Wettinerplatz neu
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13:51 19.05.2015
Vor dem schwarzen Obelisken: Projektleiter Michael Zerbs kündigt für Montag den Baustart des ambitionierten Vorhabens an. Quelle: Thomas Kube

Ähnlich gefährlich wie einst Mister Tagesthemen leben derzeit die Fußgänger links und rechts des schwarzen Obelisken. Auch sie können kaum auf die Fahrzeuge achten, sondern müssen gebannt auf die Pflastersteine starren, um nicht zu stürzen. "Das ändert sich nun", verspricht der parteilose Oberbürgermeister Jörg Röglin. "Am Montag startet unser größtes Straßenbauvorhaben in diesem Jahr - die Neugestaltung der Karl-Marx-Straße inklusive des Platzes."

Ein halbes Jahr sollen die Arbeiten an dem 230 Meter langen Abschnitt dauern. Stadt Wurzen und Abwasserzweckverband Muldenaue verbauen 710 000 Euro, wobei der Freistaat das Projekt im Vorfeld des Tages der Sachsen (4. bis 6. September) mit 490 000 Euro fördert. Zudem werden Straßenausbaubeiträge in Höhe von 40 000 Euro erhoben.

Wie Projektleiter Michael Zerbs gestern gegenüber der LVZ sagte, wird die Fahrbahn ab Einmündung Franz-Mehring-Straße bis zum Beginn der ausgebauten Friedrich-Engels-Straße komplett asphaltiert. "Das legendäre Kopfsteinpflaster soll eingelagert und im Bedarfsfall anderweitig eingesetzt werden", so Zerbs. Abwasserkanäle samt Hausanschlüsse würden genauso erneuert wie Straßenbeleuchtung und Bürgersteige: "Die Gehwege erhalten neue Platten und Pflasterbeläge - brauchbare Mosaiksteine und Natursteinborde werden wiederverwendet." Elf Bäume würden beiderseits der Karl-Marx-Straße neu gepflanzt. Parkbuchten sowie zwei Verkehrsinseln seien vorgesehen, heißt es.

Passantin Renate Krone erinnert sich noch an Zeiten, als die Panzer der sowjetischen Armee über das Kopfsteinpflaster donnerten: "Die enormen Lasten haben natürlich ihr Übriges getan", so die Rentnerin: "Es wird höchste Zeit, dass die Bauarbeiten beginnen. Die wurden ja immer wieder verschoben." Winfried Reimann aus der Schillerstraße freut sich besonders für die Anwohner: "Die hatten all die Jahre sehr unter dem Lärm gelitten." Der Wurzener Rainer Kraus lobt das Projekt vor allem im Hinblick auf die älteren Menschen, die dann nicht zuletzt dank abgesenkter Bordsteinkanten besser über die Straße kämen. Genau darauf hofft Ursula Schmidt. Die 86-Jährige schiebt den Rollator und kommt wegen des derzeitigen schwierigen Geläufes kaum voran.

Oberbürgermeister Röglin kündigt umfangreiche Sperrungen an, wobei die Karl-Marx-Straße als Hauptschlagader des innerstädtischen Verkehrs anfangs noch befahrbar bleibt: "Auf dem Wettinerplatz selbst wird am Tag der Sachsen die Bühne des Landtages aufgebaut, so dass die abschließende Gestaltung des Platzes im Herbst erfolgt."

Projektleiter Zerbs: "Der Platz wird mit Platten belegt und erhält ein 15 mal fünf Meter großes begrüntes Dreieck. Vor dem Sächsischen Hof entsteht eine Art möglicher Freisitz. Der schwarze Obelisk wird an seinen ursprünglichen Standort, in den Schnittpunkt der Achsen von Karl-Marx- und Friedrich-Engels-Straße verlegt." Wenn diese Wettinsäule dann noch angestrahlt wird, fehlt eigentlich nur Mister Tagesthemen bei seinem Wurzener Selbstversuch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.02.2015
Haig Latchinian

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