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Großzschepa erhält nach Reparatur die Kirchenglocke wieder

Lossatal Großzschepa erhält nach Reparatur die Kirchenglocke wieder

Momentan erfolgen noch die Arbeiten an der Elektrik, dann kann die Glocke der Kirche Großzschepa wieder schlagen. Im November des Vorjahres wurde das Geläut zur Reparatur gebracht. Wie Kirchenvorstand Rolf Trefflich informierte, findet die Glockenweihe am 17. April statt.

Spannende Momente: Gerhard Ae (l.) vom Kirchenvorstand und Jürgen Schmidt vom Wurzener Geschichts- und Altstadtverein beobachten jeden Handgriff beim Einbau der Glocke.

Quelle: Frank Schmidt

Lossatal/Großzscheppa. Aus dem um 1100 erbauten Gotteshaus in Großzschepa kann schon bald wieder Gottes Stimme zu hören sein. Nach gut einem Jahr der Restaurierung ist die ehrwürdige Glocke aus dem Jahr 1439 wieder in den Glockenstuhl eingehangen worden. Nun folgen noch die Arbeiten zum Anschluss der mechanischen und elektrischen Bauteile. Und am 17. April wird ab 14 Uhr die Glockenweihe stattfinden, informierte Rolf Trefflich vom Kirchenvorstand.

Bis dahin haben die Handwerker um Jens Speck noch alle Hände voll zu tun, die Glocke wieder zum Läuten zu bringen. „Die Herausforderung liegt im Einbau eines neuen Klöppels, denn der alte war zu lang und zu schwer, so dass er vermutlich die Schäden mit verursacht hat“, erklärte der Experte vor Ort. Während die mechanische und elektronische Technik der Glocke noch nicht so alt sei - sie wurde kurz nach der Wende installiert, wusste Speck - kann diese nun wieder verwendet werden.

Mit dem Einhängen des Geläutes im ebenfalls teilweise sanierten Glockenstuhl ist für Pfarrer Martin Kaulitz das Seelenheil der Kirchgemeinde wieder hergestellt. „Ja, den Glockenschlag hat nicht nur die Kirchgemeinde vermisst, dem ganzen Dorf kam es komisch vor, zu bestimmten Anlässen wie Silvester, Ostern, Weihnachten oder Trauerfeiern die Glocke nicht gehört zu haben“, blickte der Geistliche auf die Zeit der Sanierung zurück. Besonders glücklich schien er zu sein, an der nun blanken Bronzeglocke deren tatsächliches Alter deutlich ablesen zu können. „Bislang ist die Jahreszahl falsch benannt worden, weil sich sogar der Kunsthistoriker Cornelius Gustav Gurlitt verlesen hatte und einst die Glocke auf 1494 datierte, was von anderen so übernommen wurde“, wusste Pfarrer Martin Kaulitz zu berichten. Die Korrektur der Jahreszahl ist also ein positiver Nebeneffekt gewesen. Spekulation aber bleibt, wie alt die anderen zwei Glocken waren, die im Ersten Weltkrieg zur Waffenproduktion eingeschmolzen wurden. „Diese Unmoral hatte nicht nur Hitler, auch Kaiser Wilhelm handelte schon so, das sollte man auch mal deutlich sagen“, fügte der Geistliche an.

„Aber diese Glocke hat es überstanden und ist erst nach über 600 Jahren reparaturbedürftig gewesen. Wer weiß, ob unsere Bauwerke auch so lange halten“, gab der Pfarrer zu bedenken und schlug die Glocke mit abgewinkelten Zeigefingern leicht und liebevoll an.

Von Frank Schmidt

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