Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Großzschepaer Museumstag öffnet ein Fenster in die Dorfgeschichte
Region Wurzen Großzschepaer Museumstag öffnet ein Fenster in die Dorfgeschichte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 17.06.2015
50 Bilder aus 50 Jahren: Otto Wegel aus Lüptitz zeigt seine Werke in der Scheune. Quelle: Roger Dietze
Anzeige

Logisch, dass sich der Vorsitzende des Heimatvereins und Ortschronist Gerold Aé all dieser Themen angenommen und zudem auch keinen Bogen um das sich in diesem Jahr zum 70. Mal jährende Ende des Zweiten Weltkrieges samt Bodenreform gemacht hat. Am Sonntag präsentierte der umtriebige Hobbyhistoriker die Ergebnisse seiner Recherchen interessierten Zeitgenossen im Rahmen des 19. Museumstages.

Lob für Engagement im Ehrenamt

So öffnete im kleinen Museum eine kleine Ausstellung mit Fotografien und Zeitungsartikeln rund um den Heimatverein sowie mit Dokumenten rund um das Thema Bodenreform, die noch bis Jahresende in Augenschein genommen werden kann. Die Bauernunruhen betreffend, können Interessierte Einblick in eine Kopie der in Dresden aufbewahrten Gerichtsakte nehmen. "Die Bauern haben damals gegen die Fronarbeit protestiert, und aus dem Dokument geht hervor, dass auch die Zschepaer aufgemuckt haben", so Aé. Der Name "Revolution" indes sei eine Erfindung der Macherner Theaterleute, die sich vor einigen Jahren des Stoffes angenommen haben und die gestern das Museumsfest mit einem Ringelnatzprogramm bereicherten.

Apropos Bereicherung: Eine solche stellt zweifellos das Wirken des Heimatvereins für den Ort Großzschepa sowie die gesamte Region dar. Einer, der dies gut einzuschätzen vermag, ist Matthias Müller, seines Zeichens Leiter des Steinarbeiterhauses Hohburg. "Es ist nicht hoch genug einzuschätzen, dass hier im Ehrenamt eine solche Sache über so viele Jahre gewachsen ist", so der Museologe, der - die Person Gerold Aés betreffend - nicht mit Lob sparte. "Ich ziehe den Hut vor ihm, dass er trotz seines hohen Alters noch solche Hoffeste auf die Beine stellt, denn ich kann es gut einschätzen, was alles dazugehört."

Ausstellung in der Scheune

Und noch ist kein Ende der "Ära" Aé absehbar. Der Heimatvereinschef ließ es zwar offen, ob er bei den nächstjährigen Vorstandswahlen noch einmal kandidiert, deutete jedoch an, dass sich niemand für den Posten aufdrängen würde. Aufgedrängt werden dem Verein in Zeiten knapper Kassen auch keine finanziellen Mittel. "Wir, die wir immer mit wenig auskommen mussten und auch ausgekommen sind, sind von den Einschnitten weniger betroffen als jene Einrichtungen, die in der Vergangenheit finanziell besser ausgestattet waren", so Aé, der für den Museumstag seinen Cousin Otto Wegel gewinnen konnte. Der 76-Jährige stellte in der Scheune "50 Bilder aus 50 Jahren" aus. "1963 hat mir meine Frau ein Set Nerchauer Farben geschenkt, von denen ich noch ein gutes Drittel im Einsatz habe", erzählte der Lüptitzer.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.06.2015
Roger Dietze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Gemeinde ist ab heute in Feierlaune: Machern begeht mit einer Festwoche sein 1000-jähriges Bestehen. "Wir freuen uns, dass es gelungen ist, zur 1000-Jahr-Feier ein sehr vielseitiges Festprogramm zu erstellen, und danken besonders dem Organisationsteam, allen fleißigen Unterstützern und den mitwirkenden Vereinen, die mit ihrer Kreativität und Ausdauer ein Fest mit den Bürgern für die Bürger ermöglichen", so Rathauschefin Doreen Lieder (parteilos).

17.06.2015

Mühe und Fleiß, die die Mitglieder des Kührener Heimatvereins ins Dorf- und Bauernmuseum investierten, haben sich gelohnt. Damals am 9. Juli 2008 hob die Gemeinschaft jene Erinnerungsstätte des Ortes aus der Taufe und durfte sich kürzlich aus Anlass des 15-jährigen Bestehens des Vereins über zahlreiche Besucher und anerkennende Worte freuen.

15.06.2015

Sie darf nicht fehlen, die Geschichte des mutigen Macherner Löwenbändigers. Wie ein Schutzmann aus Machern 1913 in Leipzig acht ausgebrochene Zirkus-Löwen jagte, ist in einer Neuerscheinung zum Ortsjubiläum ebenso nachzulesen wie zahllose weitere Episoden.

14.06.2015
Anzeige