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Großzschepaer Museumstag öffnet ein Fenster in die Dorfgeschichte

Großzschepaer Museumstag öffnet ein Fenster in die Dorfgeschichte

Lossatal/Großzschepa. 2015 steht in Großzschepa ganz im Zeichen der Jubiläen. Neben dem 225. Jahrestag der "Zschepaer Revolution", den Bauernunruhen von 1790, die auch auf das Lossataler Gebiet übergriffen, gibt es im heutigen Ortsteil der Großgemeinde das 20. Gründungsjubiläum des Heimatvereins sowie die Ankunft der ersten Störche zu feiern.

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50 Bilder aus 50 Jahren: Otto Wegel aus Lüptitz zeigt seine Werke in der Scheune.

Quelle: Roger Dietze

Logisch, dass sich der Vorsitzende des Heimatvereins und Ortschronist Gerold Aé all dieser Themen angenommen und zudem auch keinen Bogen um das sich in diesem Jahr zum 70. Mal jährende Ende des Zweiten Weltkrieges samt Bodenreform gemacht hat. Am Sonntag präsentierte der umtriebige Hobbyhistoriker die Ergebnisse seiner Recherchen interessierten Zeitgenossen im Rahmen des 19. Museumstages.

Lob für Engagement im Ehrenamt

So öffnete im kleinen Museum eine kleine Ausstellung mit Fotografien und Zeitungsartikeln rund um den Heimatverein sowie mit Dokumenten rund um das Thema Bodenreform, die noch bis Jahresende in Augenschein genommen werden kann. Die Bauernunruhen betreffend, können Interessierte Einblick in eine Kopie der in Dresden aufbewahrten Gerichtsakte nehmen. "Die Bauern haben damals gegen die Fronarbeit protestiert, und aus dem Dokument geht hervor, dass auch die Zschepaer aufgemuckt haben", so Aé. Der Name "Revolution" indes sei eine Erfindung der Macherner Theaterleute, die sich vor einigen Jahren des Stoffes angenommen haben und die gestern das Museumsfest mit einem Ringelnatzprogramm bereicherten.

Apropos Bereicherung: Eine solche stellt zweifellos das Wirken des Heimatvereins für den Ort Großzschepa sowie die gesamte Region dar. Einer, der dies gut einzuschätzen vermag, ist Matthias Müller, seines Zeichens Leiter des Steinarbeiterhauses Hohburg. "Es ist nicht hoch genug einzuschätzen, dass hier im Ehrenamt eine solche Sache über so viele Jahre gewachsen ist", so der Museologe, der - die Person Gerold Aés betreffend - nicht mit Lob sparte. "Ich ziehe den Hut vor ihm, dass er trotz seines hohen Alters noch solche Hoffeste auf die Beine stellt, denn ich kann es gut einschätzen, was alles dazugehört."

Ausstellung in der Scheune

Und noch ist kein Ende der "Ära" Aé absehbar. Der Heimatvereinschef ließ es zwar offen, ob er bei den nächstjährigen Vorstandswahlen noch einmal kandidiert, deutete jedoch an, dass sich niemand für den Posten aufdrängen würde. Aufgedrängt werden dem Verein in Zeiten knapper Kassen auch keine finanziellen Mittel. "Wir, die wir immer mit wenig auskommen mussten und auch ausgekommen sind, sind von den Einschnitten weniger betroffen als jene Einrichtungen, die in der Vergangenheit finanziell besser ausgestattet waren", so Aé, der für den Museumstag seinen Cousin Otto Wegel gewinnen konnte. Der 76-Jährige stellte in der Scheune "50 Bilder aus 50 Jahren" aus. "1963 hat mir meine Frau ein Set Nerchauer Farben geschenkt, von denen ich noch ein gutes Drittel im Einsatz habe", erzählte der Lüptitzer.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.06.2015
Roger Dietze

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