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Wurzen Grund zum Feiern: Wettinerplatz ist fertig
Region Wurzen Grund zum Feiern: Wettinerplatz ist fertig
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00:39 20.07.2015
Reif für die Verkehrsinsel: Die bestens gelaunten Bewohner der Karl-Marx-Straße organisierten schon am Vorabend der gestrigen Übergabe ein Fest. Quelle: Haig Latchinian
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Wurzen

Die Anwohner der Karl-Marx-Straße bewiesen einmal mehr ein dickes (Trommel-) Fell. Über ihr ehemaliges Kopfsteinpflaster donnerten einst sogar sowjetische Panzer. "Freunde hatten uns immer wieder gefragt, wie wir all die Jahre den ganzen Lärm und Dreck aushalten konnten", sagten Steffen Ryborsch und Andreas Horn. In den höchsten Tönen lobten sie die Baufirma, die für die neue asphaltierte Fahrbahn samt Parkbuchten sorgte und die Arbeiten 14 Tage vorfristig beendete: "Vorbei die Zeiten, als es die Kabel aus den Fernsehern rüttelte, die Gläser in der Vitrine wackelten und die Laster bei Glatteis rückwärts rutschten." Vor Freude feierten Anwohner und Geschäftsleute sogar in den gestrigen Tag hinein: Günter Preil sponserte Roster, Peter Zoller stellte Tische und Bänke, Marion und Manfred Stan hatten Bier im Schlepptau, Ute und Matthias Lange brachten selbst gemachten Nudelsalat mit. Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) ließ einige Tüten Wurzener Erdnussflips springen und wandte sich an die Bauleute: "Ich hoffe, der Asphalt hält genauso lange wie das legendäre Kopfsteinpflaster." Als Polier Holger Bock von der Firma Ezel daraufhin bedeutungsschwer den Kopf wiegt, deutete das der Stadtchef prompt als Zusage.

Wenn im Herbst nach dem Tag der Sachsen auch noch die Wettinsäule errichtet ist und die Bäume im Boden sind, werden knapp 900 000 Euro in die Neugestaltung von Karl-Marx-Straße und Wettinerplatz geflossen sein. Laut Projektleiter Michael Zerbs fördert der Freistaat Sachsen das in diesem Jahr größte städtische Infrastrukturprojekt, zu dem auf 300 Metern auch ein neuer Mischwasserkanal inklusive neuer Hausanschlüsse gehört, mit 440 000 Euro.

Nicht irgendwer durfte sich gestern produzieren - am symbolischen Band mit der Schere in der Hand. Durchtrennt wurde es von zwei in der Stadt gut Bekannten, Vater und Sohn Meißner. Max und Thomas arbeiten beide in der Firma Ezel, beide sind darüber hinaus in Wurzen beheimatet. So ein Zufall. Da staunte sogar Ezel. Und Wencel, das Maskottchen des Sachsentages, wunderte sich.

Manfred Bresk vom Verkehrsamt Wurzen überzeugte sich vor Ort von der korrekten Bauausführung und wies gegenüber der LVZ auf eine leicht veränderte Verkehrsführung hin: "Die Kantstraße ist zwischen den Einmündungen Schillerstraße und Walther-Rathenau-Straße ab sofort in beiden Richtungen befahrbar. Die Einbahnstraße ist aufgehoben", so Bresk, der zudem betonte, dass daher an der Kreuzung Kantstraße/Schillerstraße rechts vor links gelte.

Bleibt nur noch die Frage, wer für die Jungfernfahrt auf der neuen Piste sorgte. Es waren Großvater Gerhard Flöter und sein Enkel Nick Schröter. Beide ratterten und knatterten unter dem Beifall der Wurzener auf ihren Feuerstühlen vorbei: Gerhard mit der DKW, Nick mit der Schwalbe.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Haig Latchinian

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