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Wurzen Grundschule Bennewitz wird umgebaut
Region Wurzen Grundschule Bennewitz wird umgebaut
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00:22 30.07.2018
Die Grundschule Bennewitz bei Wurzen soll durch einen Anbau erweitert werden. Quelle: Foto: Repro/LVZ
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Bennewitz

Die Grundschule in Bennewitz muss umgebaut werden, um die in den kommenden Jahren steigende Anzahl von Kindern aufnehmen zu können. Mit dem Wie befasste sich jetzt der Gemeinderat. Das Wurzener Planungsbüro Andreas Kewitz hatte für ein wesentliches Element zwei Varianten auf den Tisch gelegt.

Bürgermeister mahnt zur Eile

Ein 146 Quadratmeter großer Multifunktionsraum mit Mensa unterm Dach der Grundschule, dessen große Fenster in einer langgezogenen Gaube den Blick über die Wiesen hinweg Richtung Bahn freigeben, „hätte Pfiff“, befand Gemeinderat Peter Lipinski (Linke). Die Turmuhr könnte aus ihrem Holzverschlag befreit und in der Raummitte zum attraktiven Schauobjekt werden.

Ob Grundschulleiterin Manuela Wünscher das auch so gesehen hätte, bleibt zunächst offen. Sie konnte, weil im Urlaub, nicht an der Sitzung teilnehmen. „Aber wir wollen an das Projekt keine Luft lassen“, sagte Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos). Die Masse der Kinder, für die gerade die Kindertagesstätte in Deuben erweitert wird, stehe bald vor der Tür der Schule. „Wir müssen vorbereitet sein“, begründete er die Eile. Und das heiße, aus dem jetzigen Bestand „das Optimale rauszuholen“. Der Gemeinderat hatte dazu in einer eigenen Arbeitsgruppe in den vergangenen Wochen viel diskutiert.

Varianten für Mensa und weitere Details

Variante zwei sieht den Multifunktionsraum dagegen im Erdgeschoss und statt dessen zwei Unterrichtsräume unterm Dach. „Das hätte den Vorteil, dass man ihn bei Veranstaltungen im Hof mitnutzen kann“, sagte Laqua. Verwaltung wie Planer favorisieren allerdings klar Variante eins. An Unterrichtsräume würden hohe Anforderungen hinsichtlich Wärme- und Schallschutz gestellt, erklärte Kewitz. Das würde in der leichten Dachkonstruktion einen komplizierten technischen Aufbau erforderlich machen, auch weil wegen CO2-Konzentrationen in Unterrichtsräumen eine Lüftung Pflicht sei.

Gespräch mit Schulleitung nach den Ferien

Für Siegfried Pohl (CDU) war die Sache damit klar: „Unterricht ist im Dachgeschoss kaum realisierbar.“ Für Ulrike Böhme und Ina Adler (beide Linke) nicht ganz. Auch wenn der Rat über die Kosten entscheide, wie Laqua anmerkte, plädierten sie dafür, die Lehrer nach deren Meinung zu fragen, „denn die müssen dort arbeiten“. Die Abstimmung fiel mit zehn zu eins trotzdem eindeutig für den Mehrzweckraum unterm Dach aus. Allerdings soll nach den Ferien mit der Schulleitung gesprochen und dann erst Kewitz beauftragt werden, die Planung zur Genehmigungsreife zu bringen.

„Bevor wir aber an den Ausbau des Daches gehen, muss das Problem der Evakuierung im Brandfall gelöst werden“, gab Lipinski den Planern mit auf den Weg. „Der Gesetzgeber macht nur Aussagen, wie wir die Kinder rein-, aber nicht, wie wir sie rauskriegen“, hatte Kewitz zuvor erklärt.

Grundschule, Hofseite: In den Flachbau (r.) könnten Klassen während der Bauarbeiten ausweichen. Quelle: LVZ-Archiv/Thomas Kube

Der jetzige Planentwurf sieht des Weiteren vor, die Hausmeisterwohnung zu Unterrichtszwecken umzubauen, darüber wird aufgestockt, so dass ein Abstellraum entsteht und der jetzige im Erdgeschoss ebenfalls für Unterricht frei wird. In der ersten Etage sollen den Lehrern durch Zimmertausch bessere Vorbereitungsbedingungen geboten werden. Und ganz neu: hofseitig ein Lift bis unters Dach. „Wenn Sie behindertengerechten Umbau favorisieren, ist ein Lift Pflicht“, hatte Kewitz den Gemeinderäten erklärt, die die Wartungskosten scheuten oder befürchteten, Schüler könnten den Lift für Spaßfahrten missbrauchen. Inklusionsfähig zu bauen, so Kewitz, bedeute, „grundsätzlich alle Etagen zu erschließen“.

Wann es in der Grundschule losgeht, wird auch vom Baufortschritt an der Kita Deuben bestimmt. Um Räume für den Umbau freizulenken, müsste im Nebengebäude unterrichtet werden können und der Hort dafür ins Jugendhaus ziehen. Dort aber hat noch bis Ende 2019 die Kita ihr Interim. „Das heißt“, so Laqua, „wir kommen mit dem Schulumbau ins Jahr 2020.“

Von Ines Alekowa

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