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Hahnenmuseum macht dicht

Hahnenmuseum macht dicht

 Brandis. Der Sparzwang hat in Brandis sein erstes Opfer geopfert: Das erst 2008 eröffnete erste deutsche Hahnmuseum muss schließen. Der Sozialausschuss der Stadt beschloss einstimmig, das in den Ausstellungsräumen am Brandiser Kirchplatz Mitte des Jahres das Licht ausgeht.

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Die Brandiser Hähne erwiesen sich nicht als Besuchermagnet.

Quelle: Andreas Röse

Bereits bei den Haushaltsdebatten Anfang des Jahres hatte Stadtrat Andreas Plakinger den Stein ins Rollen gebracht. „Angesichts der Finanzsituation können wir uns dieses Museum einfach nicht leisten“, brachte es der Vertreter der Initiative für Vernunft auf den Punkt. „Wir können dem Sportverein nicht erklären, dass er womöglich weniger Geld bekommt, und unterhalten auf der anderen Seite ein Museum, dessen Besucherzahlen weit unter den Erwartungen bleiben.“ Im jüngsten Sozialausschuss ging es dem Museum nun endgültig an den Kragen.Im September 2008 hatte die Stadt das Museum in angemieteten Räumen eröffnet und trägt seitdem die Betriebskosten. Der Regionalverein sicherte personell die Öffnungszeiten ab.Zu verdanken hatte die Stadt die ungewöhnliche Schau Rentner Günter Mahn aus Beucha. Dem ehemaligen Hochschuldozenten hat es das stolze Federvieh angetan. Rund 5000 Exemplare zählte sein in Jahrzehnten zusammengetragener lautloser Hühnerhof, den er der Stadt Brandis als Dauerleihgabe übereignete. In Vitrinen finden sich Hähne aus aller Herren Länder, in allen möglichen Formen, Farben und Materialien. Die Brandiser selbst, so die nüchterne Einschätzung im Sozialausschuss, haben das als Aushängeschild der Kommune gedachte Museum aber nie so richtig ins Herz geschlossen. Die Besucherzahlen sprechen Bände: „Seit der Eröffnung im September 2008 wollten gerade einmal 400 Besucher die Ausstellung sehen“, berichtete René Fleck von der Brandiser Stadtverwaltung. In diesem Jahr verirrten sich bisher neun Besucher in die Räume.„Die Ausstellung an sich ist ja ganz hübsch“, hatte sich Stadträtin Bärbel Uhlig (Bürgerverein) kurz vor der Entscheidung noch einmal ein Urteil gebildet. „Aber dem Anspruch eines Museums genügt das nie und nimmer“, so die Beuchaerin. Sie erinnerte daran, dass sich der Sozialausschuss schon von Beginn an mit dem Thema schwer getan habe. „Wir sollten jetzt so ehrlich sein zu sagen: Wir haben es versucht und es ist eben schiefgegangen.“ Über den Verbleib der Hähne ist bisher noch nicht entschieden. So müsse mit dem Leihgeber noch gesprochen werden. Während Andreas Plakinger sich vorstellen kann, einige der Hähne im Rathaus-Foyer dauerhaft zu zeigen, hielt das Steffen Börner (CDU) für keine gute Idee: „Da gibt es sicher interessantere Sachen, die eine dauerhafte Ausstellung verdient hätten.“ Die bisherigen Besucherzahlen würden ihre eigene Sprache sprechen.Ohnehin wäre dem Hahnmuseum offenbar auch personell die Puste ausgegangen. „Die ABM läuft nur noch bis 30. Juni und wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht verlängert“, informierte René Fleck die Ausschussmitglieder. Die Öffnungszeiten hätten also ohnehin im zweiten Halbjahr nicht mehr abgesichert werden können, erklärte der Rathaus-Mitarbeiter. Der Mietvertrag laufe bis Ende September und müsse gekündigt werden. 

Simone Prenzel

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