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Wurzen Halb Hohburg holt vor 25 Jahren Osterwasser
Region Wurzen Halb Hohburg holt vor 25 Jahren Osterwasser
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05:00 03.04.2010
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Hohburg

Im Garten des Steinarbeiterhauses kullern Kinder morgen wieder hartgekochte Ostereier den Hang hinab. Und auch mit Osterwasser verbindet man an der Lossa Erinnerungen, die über 25 Jahre frisch geblieben sind... Wer es schafft, am Ostersonntag vor Sonnenaufgang Osterwasser zu schöpfen, ohne dass ein Wort über seine Lippen dringt, der hat bekanntlich die ewige Jugend gepachtet. Zur 800-Jahr-Feier vor 25 Jahren entschlossen sich die Organisatoren um Rundblick-Chef Manfred Müller, die alte Sitte aus vorchristlicher Zeit aus der Versenkung zu holen. Weil Kreisleitung und Co. aber nicht viel von Brauchtum hielten, lief die Angelegenheit unter der Rubrik „Osterspäße“. Als Manfred Müller am Ostersonntag in aller Herrgottsfrühe fünf Minuten vor der Zeit an der Dorflinde ankam, war er der Einzige. Doch drei Minuten später nahten Frühaufsteher aus allen Gassen. Bei 150 gab es der Hohburger auf mitzuzählen. An die 180 Leute zogen schließlich von der Linde Richtung Thammenhain zum Galgenberg. Von dort ging es weiter zur Quelle im Tiefen Grund. Alles in allem war das noch vor Sonnenaufgang ein Marsch von drei Kilometern – und das alles ohne ein Wort. Am Dorfausgang hatte Familie Steinbrück die Schlafstubenfenster zur Straße hin geöffnet. „Es regnet, wir können heute nicht auf die Jagd“, deutete Günter Steinbrück, wie sich später zeigte, auf seine Art das gleichmäßige Tappen hunderter Füße. So ganz einfach dürfte es nicht gewesen sein, vor Sonnenaufgang wirklich den Mund zu halten. Jungen aus der Hohburger Oberschule waren angestiftet worden, am Galgenberg als Gespenster aufzukreuzen und ihren Opfern Laute des Erschreckens zu entlocken. Dann war es natürlich Essig mit der ewigen Schönheit. Einer von denen, die seinerzeit um fünf an der Linde standen, war auch Dieter Pfahl. Der damalige Schuldirektor erinnert sich allerdings nicht mehr an die Details der Aktion. Osterwasser jedenfalls hat er nicht nur geschöpft, sondern auch in einer Jubiläumsabfüllung der Hohburger Brauerei gekauft. Und genau diese Flasche überlebte nebst Inhalt in seiner Anbauwand ein Vierteljahrhundert.

„Hattu Durst muttu trinken“ riet ein putziges Langohr – damals war die Zeit der Häschen-Witze – auf dem Etikett der Flasche, die sich als „original geschöpftes Hohburger Osterwasser 1985“ ausgibt. „Verblüffend, das jemand so eine Flasche 25 Jahre aufbewahrt“, freute sich Museumsleiter Matthias Müller und reihte das seltene Exemplar frohgemut in eine Vitrine seiner aktuellen Sonderausstellung im Steinarbeiterhaus ein.

Ingrid Leps

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