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Wurzen Handgeklapper bei Ritterspielen in Trebsen
Region Wurzen Handgeklapper bei Ritterspielen in Trebsen
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00:27 24.05.2018
Bei den Ritterfestspiele in Trebsen werden die Lanzen gekreuzt. Quelle: Frank Schmidt
Trebsen

Schloss und Park Trebsen gleichen drei Tage lang einer Trotzburg im Mittelalter. Man schreibt das Jahr 1518, das Schloss thront damals noch als Wasserburg über der Mulde. Georg von Saalhausen beruft ein Ritterturnier ein, um mit einem Gottesurteil die Feindschaften im Land zu beenden. Auf dass alle seiner Vision von einem vereinten Sachsen folgen mögen. Doch er hat mit dem Grafen von Rauchhaupt und dessen Gefolge ernsthafte Widersacher, die genau das Gegenteil wollen. Aber nicht erreichen, denn sie unterliegen im hohen Gestech, welches die Entscheidung bringt.

Ritter kämpfen unter dem frenetischen Jubel des Volkes

So oder so ähnlich ist es von der Historie überliefert und über die Pfingstfeiertage authentisch, jedoch mit einer Brise Humor und unter dem frenetischen Jubel des Volkes, in Szene gesetzt worden. „Für uns sind die Ritterspiele zu Pfingsten Pflichtprogramm, sonst bekomme ich mit meinen Kindern Ärger“, erzählt Roland Brade, der deshalb bereits seit einigen Jahren nach Trebsen kommt. Maria Lorenz und Sabrina Jäger interessieren sich weniger für die „wilde Prügelei der Ritter“, haben aber ganz großen Respekt vor ihnen. „Wenn man sieht, wie heftig die mit ihren Waffen aufeinander losgehen, kann man sich nur wundern, dass da noch nicht ernsthaft was passiert ist“, sagen die beiden Frauen. „Nein, uns interessiert mehr das sehr kreative Handwerk.“

Ein buntes Gewimmel herrscht Pfingsten 2018 im und ums Schloss Trebsen. Beim Ritterturnier, bei Bier und Wein sowie an den Ständen der Händler geht es hoch her.

Handwerk aus längst vergangenen Zeiten

Über solche Besucher freute sich Peggy Hocke, denn sie hat die Erfahrung gemacht, „dass derartige Handarbeit nicht von jedem Kunden wertgeschätzt wird“, sagt sie an ihrem Stand Fidelius aus Görlitz, an dem allerlei aus Horn angeboten wird. Der mittelalterlichen Zeit um 200 Jahre voraus waren Dagmar und Hans-Jörg von Reis mit ihren Glasfedern, wie diese später in der Renaissance gefertigt und zum Schreiben mit Tinte genutzt wurden. Diesen Stilbruch des Mittelalters nehmen die Besucher hin, denn auch so etwas bekommt man nicht alle Tage zu sehen, ja sogar vorgeführt. Das Handwerk von Cora Barth indes hat allen Epochen überstanden und bis in die heutige Zeit Bestand – Muskelknetung. „Na klar, Wellnessmassagen sind keine Erfindungen der Neuzeit. Auch früher wusste man um die Wirkung für den Körper durch Berührungen mit der Hand.“ Und mit den in der Nachbarschaft zu hörenden Dudelsäcken gibt es die Entspannungsmusik gratis dazu. Denn die mittelalterlichen Klänge gehören zum guten Ton des Pfingstspektakels, wie auch das immer wieder zu hörende Handgeklapper der Besucher zum verdienten Lohn für die Spielleute gehört.

Von Frank Schmidt

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