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Wurzen Hannes bringt Geschichten in Wurzener Stadtbibliothek zum Klingen
Region Wurzen Hannes bringt Geschichten in Wurzener Stadtbibliothek zum Klingen
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06:00 17.09.2016
„Kilian“: Grundschüler lernen in der Stadtbibliothek Wurzen mit der Klanghütte Kinderliteratur anders. Quelle: Frank Schmidt
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Wurzen

Grundschüler mit Lese- und Rechtschreibschwäche sowie Mädchen und Jungen der Brückenschule in Wurzen waren in der Stadtbibliothek die Protagonisten einer musikalischen Geschichte, die ihnen Hannes Heyne mit seiner „Klanghütte“ aus Dresden erlebbar machte. Anlass war das vom sächsischen Kultusministerium unterstützte Lernprojekt „Kilian“, welches die „Kinderliteratur anders“ vermittelt. Zum Beispiel mit Instrumenten aus Steinen, Hölzern und Muscheln. Jedoch auch mit Instrumenten im Original verschiedener Völker auf der Erde und sogar mit von Heyne erfundenen und selbst gebauten Klangkörpern.

„Alle diese Instrumente lassen sich von jedem Kind ganz einfach spielen, ohne dafür üben zu müssen“, sagte der Klanghüttenkünstler. Voraussetzung jedoch sei, „bereit zu sein, sich auf etwas einzulassen, was in die Verwandlung führt.“ So werde erwartet, „aufeinander zu hören, egal welche Sprache man spricht, den richtigen Moment für den Anfang und das Aufhören zu finden sowie sich einzumischen.“ Heyne geht mit seiner Klangphilosophie gar noch weiter und ist davon überzeugt, „dass die Musikinstrumente unser aller Lehrer sind. Etwa beim Hören, Spielen und Bauen. Dem 58-jährigen Künstler gehe es mit seinem selbst definierten „erweiteren Musikbegriff“ weniger um den Takt, vielmehr „um die interdisziplinäre Verbindung von Musik, Handwerk, Wissenschaft und interkultureller Verständigung“.

Ziel des Klangprojektes ist eine im Grunde zeitgemäße Erwartung. „Dass die Menschen wieder mit ihren Sinnen umgehen und aus der virtuellen Welt, in der jeder nur noch ein Smartphone vor den Augen hat, zurückfindet in die reale und sinnliche Welt.“ Damit diese Vision bei den Schülern ankommt, hat Heyne alle seine Instrumente sehr behutsam und kindgemäß vorgestellt, erklärt, mit ihnen ausprobiert und natürlich auch vorgespielt. So war es ihm gelungen, spielerisch das Interesse der Kinder zu wecken und sie zum Mitmachen zu begeistern.

Interessant ist die Vita des Klangkünstlers. Denn ursprünglich ist er studierter Hydrogeologe und verwaltete im Raum Dresden verschiedene Trinkwasserschutzgebiete. „Das Wasserrecht ist klar formuliert und wer dagegen verstößt, wird bestraft. Aber das Bewusstsein der Leute hat sich damit nicht geändert. Aber das schaffe ich mit diesem Klangprojekt viel mehr. Für mich ist das akustische Ökologie.“

Von Frank Schmidt

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