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Haus am Viadukt eingeweiht

Haus am Viadukt eingeweiht

Borsdorf. Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe weihte am Sonnabend das Borsdorfer Diakonissenhaus sein neues Haus am Viadukt feierlich ein.

. Der lang geplante Neubau ersetzt das bisherige Seminargebäude, in dem Bewohnerinnen und Bewohner mit geistiger Behinderung bislang sehr beengt lebten. Nun ermöglichen große, offene Räume und 16 Einzelzimmer mehr Bewegungsraum.

Viel Licht, viel Holz, viel Farbe – und viel Anklang: Das „neue Haus am Viadukt" wurde am Einweihungstag von hunderten neugierigen Borsdorfern gebührend bewundert. „Das wiederum haben wir nicht anders erwartet, denn besonders hier in Borsdorf ist es gelungen, behinderte Menschen stärker in die Gesellschaft einzubeziehen", freute sich Pfarrer Christian Kreusel. „Um das zu erreichen, sind wir einen weiten Weg gegangen", so der Missionsdirektor des Diakonischen Werkes, Innere Mission Leipzig, dem Träger der Borsdorfer Wohnstätten.

Wie steinig dieser Weg teilweise war, machten weitere am Bau Beteiligten deutlich. „Schon Mitte der 90er Jahre hat es erste Entwürfe gegeben", blickte Josef Brandt zurück und hielt einen alten Bebauungsplan hoch. „Auf ihm hat sich zwar schon der Staub angesetzt, doch umso hartnäckiger hielten wir an dem Projekt fest", betonte der Fachbereichsleiter Behindertenhilfe. „Zu unseren langjährigen Unterstützern gehört der ehemalige Leiter des Landratsamtes, Herr Schmidt ebenso wie Gudrun Döring, Referentin für Soziales in der Landesdirektion Leipzig. Die Fachfrau gab das Kompliment zurück: „Der Träger ist zu bewundern: über all die Jahre hat er weiter am Konzept festgehalten, obwohl die Bewilligung von Fördermitteln schwieriger wurden und sich die Zuständigkeiten mehrfach änderten". Mit 101 600 Euro hat der Landkreis Leipzig den Neubau gefördert. Dazu kommen Gelder der Aktion Mensch sowie Eigenmittel des Diakonischen Werkes, die zu großen Teilen aus Spenden stammen. Insgesamt belaufen sich die Baukosten auf über 1,2 Millionen Euro.

„Es ist geschafft", dankte auch Ludwig Martin allen, „die den Weg bis hierher durchgehalten haben" – zugleich erinnerte der Borsdorfer Bürgermeister daran, wie verschlungen dieser Weg teilweise war: „Er führte über groben Kies, weichen Mutterboden, grüne Wiesen, glatten Asphalt, harten und kalten Beton." Letzterer stehe symbolisch für manch Unverständnis, für jede Menge Stolpersteine und für Umwege. „Der Kies wiederum steht für ungezählten Menschen: die Initiatoren, die Mitarbeiter der Diakonie, die Leute in den Ämtern und die Sponsoren, die Befürworter und Bedenkenträger, die Bewohner hier im Gelände. Kurz – die Kieselsteine stehen für alle, welche mit den Fragen für ein besseres Wohnen für unsere Menschen mit Behinderung zu tun hatten."

„Endlich ist es geschafft", war auch Wohnstättenleiterin Olga Heim die Freude anzusehen. „Jeder der 16 Behinderten hat ein eigenes, ebenerdiges Zimmer. Alle Räume umringen den großen Gemeinschaftsbereich. Nun soll noch das Außenareal vom Haus am Viadukt gestaltet werden." Ingrid Hildebrandt

Ingrid Hildebrandt

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